Strand von Tarifa

Strand von Tarifa

Tarifa und Lublin

Tänze der ausgefallenen Art


Der Sommer steht vor der Tür und damit die wohl schönste Zeit des Jahres. Uns packt die Lebenslust und entführt uns diesen Monat zum Tanze: Tarifa an der spanischen Costa de la Luz gilt als Eldorado der Wellenreiter. Ganz anders und doch nicht minder aufregend wird es, wenn im Juli Akrobaten im polnischen Lublin zwischen Stadttor, Rathaus und Kirchtürmen schweben.


Tarifa

Hotspot für Surfer


Tarifa

Tarifa

Tarifa würde wohl nur als ein kleiner verträumter Weiler gelten, wäre da nicht seine besondere Lage: Der andalusische Ort stellt geografisch die südlichste Stadt von Festlandeuropa dar. Jenseits der Meeresstraße von Gibraltar erheben sich beinahe zum Anfassen die Berge des Rifgebirges in Marokko. Die strategisch besondere Lage hat Tarifa immer auch zum Schauplatz von historischen Ereignissen werden lassen. Im Juli des Jahres 710 betrat der Berberführer Tarif abu Zura hier erstmals europäischen Boden. Vermutlich gab er dem Ort auch seinen Namen. Noch heute erinnert die pittoreske Altstadt mit ihren engen, verwinkelten Gassen und weißen Mauern an die jahrhundertelange maurische Herrschaft.
Das eindrucksvolle Stadttor Puerta de Jerez stammt hingegen aus der Epoche der katholischen Eroberung Andalusiens im Mittelalter. Die alte Bedeutung als Handelshafen verblühte indes mit dem Niedergang des spanischen Kolonialreiches. Seit den 1980er Jahren macht aber zunehmend der Tourismus dem angestammten Fischereigewerbe Konkurrenz. Unweit der Burg Castillo de Guzmán legen Schiffe sogar zum Tagesausflug nach Tanger ab.
Nicht selten gerät Tarifa in die Schlagzeilen, wenn afrikanische Flüchtlinge die vermeintlich kurze Überfahrt wagen. Die starke Strömung des Meeres und die hohen Wellen in Verbindung mit den starken Winden gestalten die Flucht zu einem überaus gefährlichen Unterfangen. Der stürmische See ist es allerdings auch zu verdanken, dass Tarifa neben Ho'okipa auf Hawaii und Fuerteventura als einer der Hotspots für Wind- und Kite-Surfer in aller Welt gilt.

www.spain.info/de



Lublin

Eine neue Identität


Lublin

Lublin

Lublin liegt auf halbem Weg von Warschau ins ukrainische Lemberg und ist mit 350.000 Einwohnern die größte Stadt im Osten Polens. Die historische Altstadt gehört mit prachtvollen Fassaden des 13. bis 16. Jahrhunderts zu den schönsten im Lande. In diesem Jahr hat sich die Universitätsstadt besonders herausgeputzt, denn sie begeht die 700-Jahr-Feier ihrer ersten Erwähnung.
Jenseits der Altstadt erhebt sich auf einem Hügel das reich verzierte Schloss wie ein Traumschloss aus einem Märchen. Mit dem alten Stadttor Grodzka ist es über eine Pflasterstraße hoch über dem Umfeld verbunden. Im Schloss ist die Dreifaltigkeitskapelle von besonderem kulturhistorischen Wert. Der Sakralbau vereint auf einmalige Weise westliche Architektur mit byzantinischer Malkunst. Die barocke Kathedrale besticht hingegen mit der polychromen Malerei Jozef Mayers, Hofmaler des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August III..
Angesichts dieser Historie möchte der Besucher beinahe vor Ehrfurcht erstarren. Gänzlich entspannt nutzen dagegen 300 Künstler die Kulisse der Altstadt während des Akrobatik- und Zirkusfestivals Carnaval Sztuk-Mistrzów vom 27. bis 30 Juli für Seiltanz, Musik, Feuer und Klamauk. In diesem Jahr bereits zum neunten Male veranstaltet, hat sich das Event zum größten Seiltanzspektakel weltweit gemausert. Der 37jährige Initiator Rafal Sadownik will seinen Landsleuten eine neue Identität geben: Lebenslust statt Opferrolle. Künstler aus 25 Ländern und 150.000 Besucher werden 2017 erwartet - feiern sich, die Stadt und ihr Leben.

www.sztukmistrze.eu


Wort: Uwe Schieferdecker / Bild: U.S., Torsten Reineck