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Konzert-Special

Konzertkarten verlieren nicht an Wert


Den rauen Winter zum Glück weit hinter uns, haben wir nun einen guten Ausblick auf den kommenden Frühling und die Sommersaison der Großkonzerte und Open Airs. Erneut ist die Auswahl an Stars enorm. Doch der Andrang ist gleichfalls ungebrochen. Seit einigen Jahre schon kommt es beispielsweise nicht selten vor, dass selbst Open Airs mit einem Fassungsvermögen jenseits der 20.000-Zuschauer-Marke hoffnungslos ausverkauft sind. Es scheint also immer sinnvoll, sich rechtzeitig um ein Ticket zu bemühen. Wenn dann doch etwas dazwischen rutscht, ist das bei der enormen Nachfrage und im Zeitalter von Ebay & Co. auch bloß kein Problem. Denn gekaufte Konzertkarten verlieren nicht an Wert, im Gegenteil ...


Jennifer Rostock

Jennifer Rostock

Jennifer Rostock

Jennifer Weist, Namensgeberin der gleichnamigen Band, war immer für die eine oder andere Schlagzeile gut. Dafür sorgt schon ihr sorgsam zugehackter Körper, den sie ausnehmend gern, wenig bekleidet und in eindeutigen Posen zeigt (Spanner findet sie aber doof). Sie positioniert sich deutlich gegen bestimmte Bands und Parteien und für einen straighten Feminismus. Nun scheint ein wenig die Luft raus. "Worst of" heißt ein Album mit Aufnahmen von Songs, die sie bis dahin nicht gut genug für die Veröffentlichung fanden. Danach gibt es eine Frühjahrs-Tour, die dem Vernehmen nach die letzte der Band sein wird. Jedenfalls für eine Weile.

30.04. Erfurt, Thüringenhalle
04.05. Dresden, Alter Schlachthof
05./09.05. Leipzig, Haus Auensee


Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer

Der Sympathieträger mit dem gewinnenden Lächeln hat sein Vorbild Til Schweiger in punkto Erfolg abgehängt: Auch er produziert seit 2010 mit sicherem Erfolgsinstinkt einen Film nach dem anderen. Auch er führt aus Effizienzgründen oft selbst Regie und/oder spielt die Hauptrolle. Die Streifen sind immer für 2 Millionen Zuschauer gut, so auch der jüngste "Der geilste Tag", eine Adaption von Schweigers "Knockin' On Heaven's Door". Aber nun singt er auch noch. Zu Weihnachten 2016 zum ersten Mal und gleich zur Prime Time im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, im letzten Jahr auf dem Albumdebüt und nun auf Tournee - gleich in den großen Arenen. Hoffentlich zieht der Til nicht nach.

05.05. Leipzig, Arena


Wave-Gotik-Treffen

Seit 27 Jahren schon müht man sich weltweit mit dem komischen Namen, am meisten hierzulande, wo die meisten glauben, aus dem Baustil ein "Gottick" machen zu müssen. Seinen Ruhm verdankt das Treffen nicht zuletzt dem genauen Gespür fürs Besondere in der Programmatik. Auch diesmal gibt es wieder legendäre Bands aus den Anfangstagen der Bewegung, die kein Mensch außerhalb des Grufti-Inner-Circles kennt.
Zum Beispiel die alten Shoegaze-Helden The Jesus and Mary Chain um die verrückten Brüder William und Jim Reid aus Schottland, die vor 34 Jahren gegründet wurden. Auch diesmal laufen wieder kultisch verehrte Szenegötter auf, etwa Front Line Assembly, die Avantgarde-Aggro-Elektroniker aus Kanada. Und auch diesmal haben sie es wieder geschafft, eine längst aufgelöste Szeneband exklusiv für ein Konzert zum WGT zu reaktivieren: Hier sind das die amerikanischen Deathrocker All Gone Dead, die eigentlich seit zehn Jahren im Grabe ruhen.

Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-Treffen


Aber zu Pfingsten feiern bekanntlich die Untoten aller Länder fröhliche Reinkarnation in Leipzig. Doch sie kommen in Frieden. Sie lärmen nicht, sie schmutzen nicht und sie riechen nicht mal mehr nach Erde, seit der Gebrauch des Patchouli-Parfüms in der Szene spürbar zurückgegangen ist.
Ein in jeder Hinsicht sehr entspannter Totentanz, schön anzusehen und fast immer auch musikalisch sehr ästhetisch.

18.-21.05. Leipzig, diverse Orte


Sputnik Spring Break

Sputnik Spring Break

Sputnik Spring Break

Die Mega-Dance-Arty zu Pfingsten und sozusagen das Gegenmodell zu Leipzigs Wave-Gotik-Treffen. Hier gibt es Sommer, Sonne, Goitzschestrand, fröhliche Menschen in hellen Farben und ab Nachmittag Party nonstop mit Turntable-Pop-Helden wie Steve Aoki (nicht aus Japan natürlich, sondern aus Miami in Florida!) und Axwell/Ingrosso (Schwedenhouse) oder Rappern à la Cro oder Casper. Zu erleben sind spannende Newcomer wie Felix Jaehn ebenso wie echte Legenden, etwa Techno-König Paul Kalkbrenner (übrigens in Leipzig geboren, falls es wen interessiert) Die Location selbst ist natürlich der Traum schlechthin, eine Halbinsel im Mitteldeutschen Seenland. Viel Platz zum Chillen und zum Baden sowieso!

18.-21.05. Pouch bei Bitterfeld, Halbinsel


Nena

Nena

Nena

Das Popwunder schlechthin. Gibt es eine andere deutsche Sängerin, die mehr als 25 Millionen Alben verkauft hat? Die von internationalem Erfolg nicht nur redet? Die 40 Jahre auf der Bühne steht? Klar, es gibt etliche Männer, die auch so lange im Geschäft sind. Aber denen nimmt keiner übel, wenn sie dann schniefend, nuschelnd und leicht besoffen über die Bühne schlurfen. So etwas kann sich eine Frau nicht erlauben. Sie muss immer singen können (was den meisten männlichen Kollegen in zunehmendem Alter abgeht) und sie muss dazu noch gut aussehen: Nena hat's drauf!

19.05. Zwickau, Freilichtbühne
09.06. Erfurt, Thüringenhalle
10.06. Halle, Peißnitz
23.06. Dresden, Junge Garde


Picknick Open

Eule

Eule

Wer will bestreiten, dass das Picknick Open die zwingendste neue Festivalidee der letzten Jahre ist? Das Festival für den wirklich relaxten Musikgenuss mit Kind & Picknickkorb bei entspannter Musik mit Charme, Pop-Appeal und Tiefgang: Max Giesinger ist einer der wichtigsten Abräumer des Jahrgangs 2017, sein Überflieger-Album "Der Junge, der rennt" hielt sich über 54 Wochen in den Charts. Keimzeit sind schon 35 Jahre im Geschäft, den Jungs muss keiner mehr was erzählen - und hierzulande muss sie keiner mehr vorstellen, kennt halt jeder. Trotz des großen Altersunterschiedes passen beide sehr gut zusammen, denn ihre Musik ist zeitlos und ohne Altersbeschränkung. Und dann folgt schon Eule (Foto)!

02.06. Halle, Peißnitz


Nickelback

Nickelback

Nickelback

Sie sind die Alternative-Post-Grunge-Metal-Götter der Nuller. Die Single "How You Remind Me" ist das am meisten gespielte Stück in US-Radios in diesem Jahrzehnt. Kein Indie Club in Europa, wo die Nummer nicht hundert Mal hoch und runter gedroschen wurde. Ihre wichtigsten drei Alben dieser Jahre dürften annähernd 30 Millionen Exemplare verkauft haben. Jetzt sind sie zurück. Für die Tournee zum 9. Album "Feed The Machine" bringen sie ihre bisher aufwändigste Produktion auf die Straße. Chad Kroeger, Frontmann und Identifikationsfigur, verspricht "eine unglaubliche Party!" Und mit BLITZ! schafft Ihr es ganz nah ran an Eure Idole, wir verlosen 3 x 2 Special-Tickets mit Plätzen direkt am Bühnenrand (zur Ticketbörse).

03.06. Leipzig, Arena


Art Garfunkel

Art Garfunkel

Art Garfunkel

Über die Karriere dieses Musikers kann nur in Superlativen geredet werden: Simon und Garfunkel sind das erfolgreichste Duo der Popgeschichte. Sucht man Vergleiche für die Verbreitung von Songs wie "The Sound of Silence", "Mrs. Robinson", "El Condor Pasa", "The Boxer" oder "Bridge Over Troubled Water", kommen höchstens die Beatles in Frage. Art Garfunkel, der Große des Duos, hat sich nach der Trennung in vielen Bereichen erfolgreich betätigt und weiterhin großartige Musik geschrieben. Unvergesslich der Titelsong zu "Watership Down", einem Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1978: "Bright Eyes".

04.06. Leipzig, Gewandhaus
05.06. Dresden, Kulturpalast
07.06. Halle, Steintor-Varieté


With Full Force

Mit dabei: Cradle of Filth

Mit dabei: Cradle of Filth

Wer von den 2.500 Besuchern eines Metal-Open-Airs im beschaulichen Stadtpark des kleinen sächsischen Städtchens Werdau hätte im Sommer 1994 gedacht, Ohrenzeuge der Geburtsstunde eines Festival zu sein, das mehr als ein Vierteljahrhundert später zum größten seiner Art im Osten Deutschland werden würde? Inzwischen findet das Festival nach langen Jahren auf dem Flugplatz des Dörfchens Roitzschjora (die Bewohner sollen wirklich sehr traurig gewesen sein) in Gräfenhainichen auf dem Ferropolis-Gelände statt. Der ideale Ort, die vollendete Kulisse: Tausende Tonnen Stahl rahmen Tausende Watt Heavy Metal aus den Boxen zur Hochzeit von Kraft und Wut: Bis dass der Tinnitus uns scheidet.

14.-16.06. Gräfenhainichen, Ferropolis

Wort: FW/ Bild: David Daub, Stephan Flad (MDR Sputnik), Magdalena Possert (RTL II), Viktor Schanz, Kristian Schuller, Veranstalter, ELC, P.D.