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Konzert-Special

Die sanfte Melancholie farbiger Blätter


Der Sommer ist zu Ende, es folgt ein hoffentlich goldener Herbst.
Ganz woanders feiern sie das als "Indian Summer", und wenn man genau hinschaut, kann man auch hier allerorten die wunderbar sanfte Melancholie farbiger Blätter genießen, die kurz vor dem Fallen sind. "Das Sterben ist ästhetisch bunt", hat mal ein großer Gruftikünstler gedichtet. Der Herbst, besonders der nächste BLITZ-Monat, ist die Zeit mit der höchsten Veranstaltungsdichte im Jahr. Das Angebot ist breit wie nie, aber trotzdem sind die Konzerte noch öfter ausverkauft. Rechtzeitiges Aufkreuzen im Ticketshop des Vertrauens ist also mehr denn je geraten. BLITZ sagt Euch, wonach Ihr zuerst fragen solltet.


Eskimo Callboy

Eskimo Callboy

Eskimo Callboy

Deutschlands Metalcore-Überflieger aus Castrop-Rauxel. Seit sie sich 2010 gründeten, ging es steil bergauf für sie. Das machen der gleichzeitig gefühlige wie hammerharte Sound (steckt ein wenig Post-Hardcore drin), der durch Techno-Elemente auch gnadenlos hüpfbar ist - Findige halten schon die neue Genrebezeichung "Transcore" bereit - und die gnadenlos heftigen Shows. Bereits im ersten Bandjahr supporteten sie ihre großen Helden, mit dem Debütalbum, dem bei Insidern noch heute frenetisch gefeierten "Bury Me In Vegas" kamen sie 2012 bis zu einer Kurztour durch Japan. Die letzten drei Alben, beginnend mit "We Are Mess" (2014), landeten alle in den Top Ten der Deutschen Albumcharts. Das ist die neue deutsche Härte.

21.10. Leipzig, Haus Auensee


Romano

Romano

Romano

Der Ossi-Rapper aus Köpenick: Romano ist nicht mehr der Allerjüngste, hat für einen frischen Jungstar schon ordentliche 40 Lenze auf dem (nicht vorhandenen) Buckel unter dem markanten, gern zu Indianerzöpfen geflochtenen Langhaar. Doch er rappt locker durch seine eigene Welt, die sich massiv unterscheidet von der Gangster-Ghetto-Attitüde seiner Kollegen aus den Problembezirken. Romano kommt aus einem geruhsamen Teil der Hauptstadt und macht daraus den Kult. Rhymes und Flow stimmen genauso wie bei den Großmäulern. Der Mann ist in einer Szene, in der sich gerne bunte Paradiesvögel produzieren, der wirkliche Exot.

25.10. Dresden, Scheune
26.10. Leipzig, UT Connewitz
27.10. Erfurt, Kalif Storch


Cirque du Soleil

Cirque du Soleil

Cirque du Soleil

Die Truppe von Straßenkünstlern aus Quebec in Kanada hat in den vergangenen 25 Jahren nicht weniger getan, als den Zirkus neu zu erfinden. Ihre verrückten, fantasievollen und farbenfrohen Inszenierungen, voll von brillanter Artistik, überraschenden Effekten und philosophischen Untertönen haben quasi das Ei des Kolumbus des Cirque Nouveau gelegt. Konsequenterweise heißt die die spektakuläre Show der längst weltweit agierenden Unternehmung schlicht „Ovo“, also „Das Ei“, und ist ein spielerischer Ausflug in die unendlich vielfältige Welt der Insekten. Unbeschreiblich, unerreicht in Atmosphäre, Faszination und Perfektion wie alles, das sie bisher vorstellten. Und jetzt eben noch ein Stück besser.

25.-29.10. Leipzig, Arena


ASP

ASP

ASP

Der schwarze Schmetterling aus Frankfurt am Main, dessen vertonte Graphic Novels mit Hang zu großen Geschichten und Konzeptalben ihn zu einem Kernkünstler des deutschen Gothic gemacht haben. Die wuchtigen Gitarren unter den Keyboard-Chords und die unbedingte Melodieaffinität in den Refrains lassen Vergleiche mit Unheilig zu, bei denen ASP (auch eine Band um eine Zentralfigur herum, der Name steht für den Sänger, Komponisten, Texter und Konzeptionär Alexander Spreng) keinen Deut schlechter wegkommt. Dass sein Erfolg im Mainstream nicht ganz so überwältigend ausfällt, sprich eigentlich für ihn. Die Dunkelromantiker lieben ihn dafür umso heftiger.

28.10. Leipzig, Haus Auensee
10.11. Dresden, Alter Schlachthof


Blood, Sweat & Tears

Blood, Sweat & Tears

Blood, Sweat & Tears

Einer der klangvollsten Namen der Rock- und Popgeschichte. Die Band hat mit ihrem einzigartigen groovigen Musik-Mix den Jazzrock erfunden. Ihr legendäres zweites Album stand 1970 an der Spitze der amerikanischen Billboard-Charts und gewann den Grammy deutlich vor dem Beatles-Klassiker "Abbey Road". Danach wechselten die Besetzungen endlos. Die Band wurde offiziell 1981 aufgelöst, es tourten aber immer wieder Besetzungen unter dem eingängigen Namen. B, S&T 2017 ist aber eine Neugründung. Mit Drummer Bobby Colomby ist ein Mann aus der Urbesetzung am Start. Die anderen sind jünger. Die Fans sind dafür etwas in die Jahre gekommen und genießen sehr relaxt: Beard, Jeans & Beers sozusagen …

31.10. Leipzig, Haus Auensee


La Brass Banda

La Brass Banda

La Brass Banda

Wer hätte das gedacht: Eine bayrische Blaskapelle erobert die Welt! Sie kommen vom Chiemsee und spielen (fast) nur Blasinstrumente. Aber da geht die Post wirklich ab. Sie schauen nämlich sehr viel weiter, als der Horizont der heimischen Bierzelte reicht. Da kommt viel von der Fröhlichkeit des Balkan, noch mehr Ska, Pop & Polka. Mit dieser Mischung haben sie auf diversen Rockfestivals und überhaupt auf der ganzen Welt jetzt ein Jahrzehnt lang abgeräumt. Das ist wirklich Spaß pur, man darf auch ordentlich ein Bierchen kippen dabei und doch es ist unendlich weit entfernt von der einschlägig bekannten rülpsig-lärmenden Trinkfest-Deppen-Gaudi.

31.10. Erfurt, Stadtgarten
01.11. Dresden, Alter Schlachthof


The Firebirds

The Firebirds

The Firebirds

Sie waren noch in keiner Casting-Show, nie in den Charts - doch sie gehören zu den erfolgreichsten Bands in Mitteldeutschland: Von Anfang an waren die Firebirds mehr als eine Coverband. Hier lebten vier junge (am Anfang sehr sehr junge) Männer ihren Rock'n'Roll-Traum mit Elvistolle & Glitzerjackett. Ihr Shows waren und sind unglaublich authentisch, weil sie komplett in eine andere Zeit einsteigen - bis heute: Zum 25jährigen Bandbestehen holen sie sich ein komplettes Orchester auf die Bühne, die größten Nummern einer großen Zeit verschmelzen zur Rockabilly-Symphony.

01.11. Chemnitz, Stadthalle
02.11. Leipzig, Arena
03.11. Dresden, Ballsport-Arena
05.11. Halle, Steintor-Varieté


Guano Apes

Guano Apes

Guano Apes

Fast auf den Tag genau 20 Jahre wird es zum Konzerttermin her sein, dass vier sehr junge Trotzköpfe mit der Wutröhre Sandra Nasic an der Front der Nation ihr Debütalbum "Proud Like A God" vor die Füße rotzten. Es erschütterte die musikalische Landschaft des Landes wie ein kleines Erdbeben, der Hit "Open Your Eyes" war nur der Anfang. Und diese Musik war - sehr selten in der Pop-Szene dieses Landes, die sich in der Regel nur mit sich selbst beschäftigt - von Anfang an international angelegt. Das Debüt-Album wurde in Europa eine Million Mal und drei Millionen Mal auf der Welt verkauft (wer interessiert sich im Ausland für Tim Bendzko?!). Jetzt die Tour zu diesem denkwürdigen Jubiläum!

03.11. Leipzig, Haus Auensee


Die Toten Hosen

Die Toten Hosen

Die Toten Hosen

Deutschlands Vorzeigepunks. Seit Ende der 70er unterwegs, die Ursprungsband ZK rockte noch im legendären Düsseldorfer Ratinger Hof, der so etwas wie das New Yorker CBGBs für dieses Land war. Sie haben von Anfang an die unglaubliche Kurve gekriegt, den wilden Aufruhr des Punk nicht zu verraten und das Ganze mit so wuchtigen Refrains anzureichern, dass sie uns schließlich alle kriegten. Die letzten zehn Alben (gefühlter Schätzwert) gingen alle von Null auf Eins in den Charts, die Herren sind längst strubbelige (dort, wo noch Haar wächst) Millionäre. Aber wir hören ihnen immer noch gerne zu.

05.11. Chemnitz, Arena
07.11. Erfurt, Messe
24./25.11. Leipzig, Arena


Peter Heppner

Peter Heppner

Peter Heppner

Der deutsche Synthpopper schlechthin, seine markante Samtstimme ist der Prototyp des Genregesangs. In der dunklen Szene mit dem Projekt Wolfsheim groß geworden (er war gar nicht Gründungsmitglied, sondern ersetzte irgendwann den ersten Sänger), hat er inzwischen längst den Durchbruch in die weiten Ebenen des Mainstream-Geschmacks geschafft, ohne auch nur einen Deut an Credibilität im schwarzromantischen Untergrund verloren zu haben. Sein erfolgreichstes Stück ist die Single "Die Flut", die er gemeinsam mit Joachim Witt aufnahm, davon sind aberwitzige 750.000 verkauft worden. Nun auf Tournee zum 30jährigen Bühnenjubiläum.

23.11. Dresden, Alter Schlachthof
24.11. Erfurt, HsD


Wort: FW / Bild: Atelier Poschauko & Stefan Bausewein, Robert Jentzsch, Paul Ripke, P.D., Veranstalter