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David Garrett

David Garrett

10 Jahre Crossover auf Album & Tournee

David Garrett Unlimited


Mit einer Zusammenstellung seiner größten Hits feiert Deutschlands bekanntester Geiger die Vollendung des ersten Jahrzehnts seiner aufregenden Erfolgsgeschichte. Der Ausnahmevirtuose hat bis heute ein Crossover aus Pop, Rock und Klassik geschaffen, das ihn beispiellos in der Musikwelt dastehen lässt.

D.G.: In den letzten 10 Jahren sind 10 Alben von mir erschienen. Wir haben aus jedem genau die Nummern ausgewählt, die auf den Konzerten besonders gut beim Publikum angekommen sind.

BLITZ!: Hat es bei der Auswahl einen Leitgedanken gegeben?
D.G.: Album und Tour haben den gleichen Titel: Unlimited. Das ist für meine Musik immer das Motto gewesen. Ich habe mir nie Grenzen gesetzt. Für das Album haben wir vier Stücke ganz neu arrangiert und in akustischen Versionen neu aufgenommen. Das wird uns auf den Konzerten helfen, mal den Pegel ein wenig herunter zu fahren. Zusätzlich wird es auch sechs brandneue Stücke geben, um den Fans einen echten Mehrwert zu bieten.

BLITZ!: Du hattest viel freie Zeit im vergangenen halben Jahr. Nicht ganz freiwillig…
D.G.: Ja, das ist richtig … ich durfte ein paar Monate lang die Geige nicht anfassen, ich hatte ein paar Rückenprobleme.

BLITZ!: Das scheint ein wenig untertrieben, du hattest einen Bandscheibenvorfall!
D.G.: Stimmt. Ich möchte das aber nicht unnötig dramatisieren. Es war aber wirklich sehr schmerzhaft und ich habe eine lange und anstrengende Therapie hinter mir. Aber ich weiß jetzt auch, dass mir das nicht nochmal passieren wird, denn ich kenne nun die Positionen, die diese Verspannungen hervorriefen. Nicht auf den Konzerten, eher beim Üben.

BLITZ!: Wie geht ein Workaholic wie du mit einer so langen Zwangspause um?
D.G.: Tatsächlich hatte ich fünf Monate absolutes Überverbot. Mein Instrument lag in der Ecke und setzte Staub an. Man lernt, etwas geduldiger zu sein. Ich habe ein bisschen Yoga gemacht, mir sogar eine Ayurveda-Kur gegönnt. Ich hatte Zeit, in mich zu gehen und Revue passieren zu lassen, was in den letzten 10 Jahren so alles passiert ist. Eine unglaubliche Zeit …

BLITZ!: Sind deine beiden Gehirnhälften eigentlich musikalisch separiert, eine für Klassik, eine für Pop?
D.G.: Nein, guter Geschmack hat nichts mit Gehirnhälften zu tun. Die Bewegung der Finger bleibt spieltechnisch gleich, egal, was du spielst. Der Unterschied liegt in den Sounds. Und da gibt's zwischen Bach und Beethoven genauso so große Unterschiede wie zwischen Klassik & Pop.

BLITZ!: Gab es eine Art Initialzündung bei dir, ein Erlebnis, das deinen Weg genau zu diesem Klassik-Pop-Crossover lenkte ?
D.G.: Es gab eher viele kleine Ereignisse. Vor allem fällt mir die Nokia Night of the Proms ein, das muss 2002 gewesen sein. Ich stand zum ersten Mal gemeinsam mit Band und Orchester auf der Bühne. Es traten etliche ältere Pop-Künstler auf. Ich habe Klassik gespielt, aus "Danse Macabre" von Camille Saint-Saëns, und zum allerersten Mal den Kniefall probiert. Vor allem habe ich aber bemerkt, dass der Applaus bei der Klassik genauso intensiv war wie bei den Rocknummern.

BLITZ!: Klassik gilt als elitär. Glaubst du, sie könnte allen gefallen?
D.G.: Es kommt auf die Atmosphäre an. Die Menschen müssen sich wohlfühlen, dann sind sie für jede Musik zugänglich. Es gibt bei vielen eine Hemmschwelle, in die Philharmonie zu gehen. Man sitzt steif im Anzug da und alles ist einer starren Zeremonie unterworfen. Wer was falsch macht, fällt gleich negativ aus. Es gibt zum Beispiel die furchtbare Regel, nicht zwischen den Sätzen zu klatschen. Im 19. Jahrhundert, zu den Zeiten von Beethoven und Brahms, war das aber völlig normal. Die Leute waren damals viel lockerer. Die sind mit faulen Eiern in die Oper gegangen, falls sich jemand versingt. Da war noch richtig Action. In entspannter Atmosphäre finden die Menschen schnell emotionalen Zugang zu klassischer Musik.

BLITZ!: Wird es dich nochmal im Kino geben?
D.G.: Der Paganini-Film war eine Ausnahme, das war mir von Beginn an klar. Es war eine spezielle Aufgabe: Ein Pianist kann von einem Schauspieler gespielt werden, man muss nicht immer die die Finger sehen. Zeigt man die Finger, muss man den Pianisten nicht sehen. Aber die Geigen-Virtuosität eines Paganini kann ein Schauspieler mit begrenzter Fertigkeit am Instrument einfach nicht spielen. Dazu gab es gleich noch die Möglichkeit, den Soundtrack zu schreiben. Letzteres würde ich durchaus wieder machen. Aber ich möchte künftig hinter der Kamera bleiben, nicht mehr davorstehen.

BLITZ!: Abschließend ein Satz zu den anstehenden Konzerten: Du arbeitest auf der Bühne mit diversen Showeffekten. Was erwartet uns auf der Tour?
D.G.: Für die Greatest-Hits-Tour werde ich wirklich alle Register ziehen. Wir haben ein komplett neues Team am Start und arbeiten seit Monaten stetig am visuellen Konzept. Ich bin immer darauf bedacht, dass die Produktion die Musik maximal unterstützt und nicht etwa dagegen arbeitet. Mein Team hat ein wunderbares Gespür dafür. Wir geben Vollgas!


Die Konzerte:

04.05.2019, Chemnitz, Arena
05.05.2019, Erfurt, Messehalle
19.05.2019, Leipzig, Arena


Wort: F.W. / Bild: Pedro Becerra