• Beitrag zuletzt geändert am:2. August 2026
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La traviata, Bregenzer Festspiele, ©anja koehler | anjakoehler.de
La traviata, Bregenzer Festspiele, ©anja koehler | anjakoehler.de

Ein Feuerwerk für alle Sinne

La traviata

La traviata, Dumas‘ unglückliche Kameliendame in Verdis herzzerreißend schöner Musik, der Bodensee im Hintergrund – völlig ausreichende Garantie für ein Kulturerlebnis der besonderen Art im Rahmen der Bregenzer Festspiele 2026.

Bregenzer Festspiele, ©anja koehler | anjakoehler.de
Bregenzer Festspiele, ©anja koehler | anjakoehler.de

Die Inszenierung steigert dies mit einem faszinierenden, sich über die Vorstellung hinweg manchmal kaum merklich, schlussendlich aber furios verändernden Bühnenbild, gleichzeitig modern aber auch traditionell bunt.

Eine grandiose Beachparty, glitzernd und bunt, bei den Tänzerinnen und Tänzern bleibt kein Auge und auch sonst nichts trocken, glamourös und mit kleinen schelmischen Details, vor deren Hintergrund sich ein in gesellschaftlichen Zwängen begründetes Drama abspielt, welches wir uns kaum noch vorstellen können. Aber die Musik gibt uns eine emotionale Ahnung: von den Wiener Symphonikern unter Pietro Rizzo klangstark umgesetzt, ganz hervorragende Solisten, besonders hervorzuheben die australische Sopranistin Stacey Alleaume als Violetta, ausdrucksstark und auch verletzlich in den leisen Tönen.

Bedrohliche Wolken und ein Regenschauer finden ganz ohne Regie manchmal auch statt und können das Publikum nicht davon abhalten, der Vorstellung fasziniert bis zu Violettas Tod, dem vollständigen Zerspringen des Bühnenbildspiegels und dem Aufkeimen neuer Hoffnung in Form von zahlreichen aus dem Wasser sprießenden Blumen beizuwohnen und stehend zu applaudieren.

Wen wundert es dann, dass alle 28 Vorstellungen 2026 bereits seit Ostern restlos ausverkauft sind. Doch das steigert nur die Vorfreude auf die nächste Saison.

Bregenzer Festspiele
La traviata
22. Juli bis 23. August 2026

Wort: Gerit Kade
Bild: Bregenzer Festspiele / Anja Koehler, Daniel Ammann