Wein direkt vom Winzer
Kudernatschs Kolumne

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Weihnacht im Kürbiskompott


Weihnachten fängt direkt nach den Sommerferien an. Ganz plötzlich stehen Schoko-Weihnachtsmänner in den Supermarkt-Regalen. Ich versuche alljährlich, das genaue Datum festzuhalten. Es gelingt nicht. Sie überraschen mich immer wieder. Sie kommen über Nacht und grinsen einen beim nächsten Einkauf fett an, wie sie da stehen in Reih und Glied. Wer sie da gleich kauft, nimmt in Kauf, dass sie zum Fest gar nicht mehr schmecken. Darum empfehle ich, sie stehen zu lassen - für die anderen Leute. Belassen wir den Countdown beim Discounter! Wir naschen feiner!
Denn wir haben hier in unserer Stadt einen Edel-Schokofritzen, den ich aber nicht so nennen darf. Brenda findet das despektierlich: "Er ist kein Schokofritze, er ist ein Chocolatier!" Bei ihm gibt es sehr gute Schokolade und auch Adventskalender mit dieser guten Schokolade drin, wie sie eben nur Edel-Schokofritzen hinbekommen. Brenda stöhnt: "Chocolatier!" Schon im September muss man sich entscheiden und diesen Adventskalender vorbestellen oder mindestens ein Nachfüll-Set, wenn man bereits einen hat. Sonst wird das nix.
Nun kosten die feinen Pralinen aber jedes Jahr mehr. Darum muss man sich schon im September überlegen: Möchte ich das ausgeben oder nicht oder lieber eine Tüte Knusperflocken kaufen und diese in die 24 Fensterchen fummeln? - Ich weiß nicht, was davon richtig ist. Ich weiß nur, was der Edel-Schokofritze richtig finden würde. Brenda winkt ab und will nun gar keinen Adventskalender mehr haben. Aus Anti-Kommerz-Gründen verzichte ich auf die alternativen Knusperflocken.
Alle wissen es, fast alle machen mit: Weihnachten ist ein übles Riesengeschäft. Ein Freund wurde schon am 26. Oktober von einer Werbeagentur übelst vollgedichtet. Mit einem Reim schleimt sich's leicht ein, bei ihm hat der folgende Vers der Werbeprofis jedoch nicht funktioniert: "Die Blätter fallen, die Winde wehen, lassen Sie sich diese Werbezeit nicht entgehen! Auch in der grauen Winterzeit halten wir die richtigen Aktionen bereit. Präsentieren Sie Veranstaltungen rund um das Jahresende im rechten Licht, verpassen Sie diese einmalige Gelegenheit nicht."
Ja, dieses Gedicht holpert. Aber Versmaß ist was für Mädchen! Und nicht zwingend was für Werbeprofis. Es geht um die wirklich wichtigen Dinge - auch schon in der Vorweihnachtszeit. Ende Oktober wurde über WhatsApp zum Beispiel eine essentielle Botschaft verbreitet. Sie lautete: "Die Jugend weiß nicht mehr, warum wir Halloween feiern. Das ist traurig! Denn hätte Jesus nicht den Riesenkürbis (Foto, links) besiegt, wären wir alle gar nicht da."
Darauf sollten wir uns besinnen. Auf den Geist der Weihnacht, der schon im Kürbiskompott steckt. So wird bereits die Zeit vor dem Heiligen Abend schön. Freundin Pertida aus Themar hat dazu Folgendes beobachtet: "Gestern sah ich auf der Straße, wie ein Mann sein Portemonnaie, die Armbanduhr und sein Handy einem anderen Mann schenkte, der nichts besaß - bis auf ein Messer! Man spürt ihn schon, den Geist der Weihnacht!"
Kumpel Patrick hat ihn beim Zahnarzt gespürt, der einen lustigen Weihnachtsbaum mit Gebissen dekoriert hatte - was Patrick zu der Überlegung anregte, wie wohl der passende Weihnachtsbaum im Wartezimmer eines Frauenarztes aussehen könnte. So soll es sein! Alles wird gut. Wenn wir nur ausreichend auf die Riesenkürbisse achten!


Internet:

www.kudi.de


Wort: André Kudernatsch / Bild: ELC