Leserreisen

Südafrika

Im Land der guten Hoffnung


Südafrika rief uns: Das Blau des Himmels, die Tiefe des Meeres, die ewigen Gebirge, einsame Ebenen und The Big Five: Elefant, Nashorn, Leopard, Afrikanischer Büffel und Löwe.

Unterschiedliche Kulturen und verschiedene Lebensstile sind hier ebenso zu finden wie z.B. Landgüter mit leckeren Weinen und köstlichem Ziegenkäse und überhaupt eine wunderbare, vielseitige Küche. Mit landschaftlicher Schönheit, Reichtum und Sinn für Erfolg gesegnet, bietet das Land nicht nur, was man in Afrika ohnehin zu finden hofft, sondern viel mehr: Erstklassige Hotels, günstige und stilvolle Backpackers-Unterkünfte, touristische Einrichtungen mit allen denkbaren Dienstleistungen und Annehmlichkeiten bis hin zu der großen Herzlichkeit, die wir bei jedem Stop von den Menschen erfahren haben.
Unsere Reise begann nach knapp 13 Stunden Flug (von Berlin über London) in Kapstadt. Wer die auf dem Niederländischen basierende Nationalsprache Afrikaans nicht beherrscht, kommt mit Englisch weiter. Mit unserem Gepäck ging es zu unserem roten Golf I, der bis dato in Südafrika produziert wurde und den wir in Deutschland via Internet gebucht hatten. Der Flitzer war unser treuer Begleiter auf gut 3.000 Kilometern.
Anfangs gewöhnungsbedürftig war der Linksverkehr. Im Strom der zahlreichen Fahrzeuge ließen wir uns treiben, parkten unser Fahrzeug ab und erkundeten die Waterfront, den Tafelberg und kleine Kneipen, die zum Verweilen einluden. Wir lauschten den Klängen der Straßenmusiker ...
Südafrika ist weitaus westlicher geprägt, als wir es uns vorgestellt hatten. Wo aber ist das ursprüngliche Südafrika? 25 Kilometer von Kapstadt lernten wir es im größten Armutsquartier (Township) des Landes kennen. Khayelitsha heißt Neue Heimat und ist nur ein Beispiel für Armut, Arbeitslosigkeit und Gewalt.
Ein Haus, eine Holz- oder Blechhütte, gerade mal groß genug für zwei Personen, wird hier häufig von zehn Menschen bewohnt. Oft wird auf wenigen Betten nach Zeitplan geschlafen. Sanitäre Einrichtungen reichen nur bedingt. Gleichwohl versucht man hier Strukturen herzustellen, Geschäftszentren, Schulen und Kindergärten zu errichten.
In einem Kindergarten wurden wir herzlich empfangen. Die Kinder und Betreuer waren glücklich, uns von ihrer Arbeit berichten zu dürfen. Ihren Stolz konnten wir in ihren großen Augen lesen. Diese Augen gaben uns Zuversicht, Zuversicht auf ein Afrika, das zwar noch einen langen Weg vor sich hat, aber sich dem Ziel des guten und friedlichen Zusammenlebens stetig nähert.
Die touristischen Muss-Highlights - u.a. Victoria and Alfred Waterfront, Tafelberg und Löwenkopf, Apartheid-Museum und Robben-Island - abgearbeitet, ging unsere Reise weiter zur Erkundung der wunderbaren Kaphalbinsel mit dem Meer und den weißen, endlosen Sandstränden, umherlaufenden Straußenfamilien, der Imhoff-Farm und dem Kap der guten Hoffnung. Die Weingüter um den Tafelberg betten sich in eine wunderbare Landschaft von schroffen Gebirgszügen ein. Der kapholländische Baustil, geprägt durch weiße Gebäude mit dunkelgrünen Fenstern und Reetdächern, erinnerte an die kleinen Fischerdörfer der Nordssee.
Unsere Rundreise führte weiter zur Weinregion von Stellenbosch, nach Franshoek, nach Montagu, einem Künstlerdorf, bis zum Addo-Elefantenpark nahe Port Elizabeth, einem "Bruder" des bekannten Krüger-Nationalparks. Zum Wandern lud uns der Tsitsikamma-Park ein. Auf dem Ottertrail spürten wir die brachiale Gewalt des Atlantiks und sahen die Reste des südafrikanischen Urwaldes. Wie nichtig wirkten wir in diesem Moment. Dies wurde uns auch bei der Walbeobachtung in Hermanus bewusst. Mehrere Riesensäuger tummelten sich hier gut 20 Meter vor uns. Dieses Erlebnis war einmalig, beruhigend und bewegend zugleich.
Unsere Reise dauerte 19 Tage, Unterkünfte konnten vor Ort gebucht werden, pro Person benötigten wir 1.900 Euro inklusive Flug und Mietwagen. Unsicher haben wir uns zu keiner Zeit gefühlt. Südafrika ist ein Land, das seinen Charme nach der Fußball-WM hoffentlich nicht verliert.
 

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Wort und Bild: K.W/R.R.