Madeira

Im ewigen Frühling


Der Winter war lang und schön. Schön ist aber auch, wenn er vorbei ist. Beste Chancen dafür gibt es auf Madeira, einer portugiesischen Insel tief im Atlantik. Geografisch auf der Breite von Marokko gelegen, wirbt das Eiland dank seiner Blumenpracht mit dem ewigen Frühling.

Braunschwarze Lavafelsen steigen nahezu senkrecht aus dem stürmischen Atlantik empor. Wie Vogelnester schmiegen sich die Häuser an die grün bewachsenen Hänge. Es ist kein Glücksfall, wenn der Ozean aus dem Hotelzimmer zu sehen ist. Denn das Meer ist hier eigentlich überall. Beim Landeanflug auf Santa Catarina fällt der Blick aus dem Kabinenfenster auf das ewige Blau, als die Maschine unvermittelt und hart aufsetzt. Mangels ebener Flächen ragt die Landebahn weit in das Meer hinaus - auf bis zu 120 Meter hohen Pfeilern! 
Die Inselhauptstadt Funchal befindet sich an der Südküste von Madeira. Mit 120.000 Einwohnern an der Schwelle zur Großstadt, hat sich die Hafenstadt viel von ihrem einstigen Flair mit historischen Palästen, Herrenhäusern und subtropischen Parks bewahren können. Lange Zeit galt Funchal als ausgesprochenes Luxusreiseziel. Das milde Klima lockte die kränkelnde Kaiserin Elisabeth, ein Standbild im Herzen von Funchal erinnert an "Sissi". Winston Churchills Liebe zur Insel zeigte sich in seinen Gemälden. Im Fischerort Camara do Lobos weist ein kleiner Aussichtspunkt auf den Lieblingsort des britischen Politikers hin.
Auch heute kann Madeira nicht als Ziel des Massentourismus gelten. Doch verfügt die Insel neben dem hochnoblen Hotel Reid's, als einem der letzten Eckpfeiler des britischen Empire, inzwischen auch über Komforthotels und Pensionen. Die meisten Übernachtungsangebote befinden sich im Großraum der Inselhauptstadt, wo sich auch die Hauptstraßen bündeln. Kein einfaches Unterfangen für die Verkehrsplaner, erheben sich die Hänge über der Stadt doch auf 1.200 Meter. Apropos: Autofahren hat auf Madeira etwas mit Adrenalin zu tun. Serpentinen sind angesichts der Inseltopografie weit verbreitet. Die EU macht's möglich, dass es inzwischen auch einige gerade Straßen gibt: Kaum eine wichtige Verbindung kommt hier ohne lange Tunnelstrecken aus.
Jenseits der Verkehrstrassen an der Küstenzone gehen die Hänge rasch in Gärten und kaum berührte Akazienhaine, Eukalyptus- und Lorbeerwälder über. In den Wintermonaten blühen die Kamelien, im April folgen zartlila die Palisanderbäume, während sich die Bougainvillea mit ihren violetten Scheinblüten an Flussbetten und über Mauern rankt. So gilt Madeira als Paradies für Wanderer, während Badeurlauber eher auf die kleine Nachbarinsel Porto Santo ausweichen. Doch haben die meisten Urlauberorte neben einigen schwarzen Kieselstränden inzwischen auch Felsbadeanlagen eingerichtet.

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Wort und Bild: Uwe Schieferdecker