Leserreisen

Ibiza

Blumenkinder und Seegraswiesen


"Clubben" heißt das Zauberwort und zieht die partysüchtige Jugend seit 30 Jahren magisch nach Ibiza. Allein sieben Mega-Diskos laden zwischen San Antonio und Ibiza-Stadt ein.

Neuerlich sucht die Inselverwaltung dem Ruf mit Angeboten von Agroturismo und Radtouren entgegenzutreten. Ist die Party nun aus, wie ein großes Springer-Blatt jüngst titelte?
Sonntagabend treffen sich die Hippies am Strand von Benirras zum Trommelfest. Der Duft der Räucherstäbchen mischt sich mit handgedrehten Joints, die Sonne berührt glutrot das Meer. Ein deutsches Team fängt die ausgelassene Stimmung an der Playa ein - Wiedersehen im nächsten Otto-Katalog! Es waren die Blumenkinder, die in den 1970er Jahren die kleine Mittelmeerinsel stürmten und deren Ruf als Partyinsel begründeten. Die ergrauten Hippies bieten auf den Hippie-Märkten Lavendelblüten, Räucherstäbchen und jedweden Nippes für Körper oder Wohnung an. In "Las Dalias" stöbern heute Schwaben in Nadelstreifanzügen neben Amerikanern in grellbunten Bermudas nach bizarren Schmuck, Düften und Schals.
Szenenwechsel. In der berühmten Sunset-Bar "Café del Mar" stimmen sich die Clubber mit hochpreisigen Drinks auf die lange Nacht ein. Der DJ an der Bar legt die passende Musik auf, hunderte Gäste tanzen sich im Sonnenuntergang warm. Wenig später werden sie in das so ekstatische wie kosmopolitische Nachtleben der besten Clubs der Welt eintauchen. So sieht sich die Szene gern selbst. Die örtlichen Politiker urteilen anders: "Saufen und F…" sei das Motto und dem Image der Insel abträglich. Seit 2008 müssen die riesigen Clubs morgens um sechs Uhr schließen, Bars bereits drei Uhr. Bei Überschreitungen drohen saftige Sanktionen, auch werden Gäste auf Drogen gefilzt! Die 37jährige DJ Monique ist sauer auf die Behörden und will ihre Bar "Sun Rise" alsbald schließen.
Doch auch das ist Ibiza: Festung und Altstadt Eivissa, wie die Katalanen die Inselhauptstadt in Abkehr vom Spanischen nennen, wurden von der UNESCO zum Welterbe erklärt. In den Gassen wechseln abgefahrene Boutiquen wie "Just a fucking Shop" mit feinsten Läden mit Edelklamotten und Gaststätten mit reichhaltiger Küche einander ab. Apropos: An lauschigen Badebuchten entstanden aus kleinen Strandhütten - so genannten chiringuitos - hervorragende Restaurants wie das "Playa Cala d'Or" unweit des gleichnamigen Felsens. Ganz abgeschieden vom Getümmel des Café del Mar, nur erreichbar über eine Schotterpiste, bietet das Landhaus "Cas Gasi" Luxus pur. Promis wie Bruce Willis, Kate Moss und die norwegische Königin können nicht irren: Ibiza ist vielgestaltig, bietet Party, Natur und Genuss!

www.spain.info

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Wort und Bild: Uwe Schieferdecker