Südliche Romantik bei Bilbao

Südliche Romantik bei Bilbao

Städtereisen (Teil 8)

Auf in den Süden


Kein Land profitiert stärker von den aktuellen Verschiebungen der Touristenströme als Spanien. BLITZ! stellt mit dem baskischen Bilbao eine außerordentlich spannende Kulturstadt jenseits der ausgetretenen Pfade vor. Ein anderer Gewinner ist Kroatien, wo sich die dalmatinische Adriaküste erfolgreich als preisgünstige Alternative zur Partyinsel Ibiza positioniert.


Bilbao

Eine neue Identität


Das 1997 eröffnete Guggenheim-Museum

Das 1997 eröffnete Guggenheim-Museum

Hätte irgendwer in den 1970er Jahren erklärt, der an Luft- und Wasserverschmutzung leidende Moloch Bilbao würde eines Tages Touristen anziehen, die Basken hätten ihn herzlich ausgelacht. Mit einem gigantischen Investitionsprogramm ist es der Autonomen Regierung binnen drei Jahrzehnten nicht nur gelungen, die Umwelt zu heilen. Auf 15 Kilometer Länge verbindet eine hypermoderne Metro aus der Feder des Stararchitekten Sir Norman Foster die heterogenen Quartiere entlang des Flusses Nervión miteinander und schuf eine neue Identität. Mehr noch, das 1997 eröffnete Guggenheim-Museum präsentiert auf 24.000 qm die größte Privatsammlung der Welt. Die metallene Gebäudeskulptur des amerikanischen Architekten Frank Gehry zieht ein internationales Publikum in die nordspanische Metropole. Architekturkritiker erklärten das spektakuläre Museum zum bedeutendsten Bauwerk des 20. Jahrhunderts - weltweit wohlgemerkt. Stadtplaner sprechen angesichts des Entwicklungstaumels heute gar vom "Bilbao-Effekt".
Im Schatten avantgardistischer Neubauten stehen die Altstadt der "sieben Straßen" (siete calles) und die gotische Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert. Die Puente Colgante verbindet mit einer Schwebefähre die Ufer des Nervión miteinander und ist die älteste ihrer Art. Feinschmeckern läuft das Wasser im Mund zusammen, reden sie von der baskischen Küche. Diese bietet Fische, Meeresfrüchte sowie Rind und Geflügel, dazu wird hervorragender Wein aus dem südlichen Baskenland serviert.
www.spain.info/de




Split

Chillen an der Adria


In der Altstadt von Split

In der Altstadt von Split

Seit den Blumenkindern der 1960er zieht es die partyliebende Jugend nach Ibiza. Für weit weniger Geld gibt es blutrote Sonnenuntergänge unter Palmen am Meeresstrand auch in Kroatien. Entlang der dalmatinischen Küste haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Diskotheken und Clubs angesiedelt. Heiße Sounds und coole Drinks bietet der Partystrand Zrce unweit von Zadar. Tagsüber auf dem Jetski durchs kühle Nass rauschen oder den Adrenalinkitzel vom Bungee-Turm erleben, anschließend geht es weiter zur After-Beach-Party und nach Mitternacht in Clubs wie das Aquarius oder das Papaya.
Die größte Stadt an der kroatischen Küste ist das lebendige Split. In den geschichtsträchtigen Mauern des Diokletian-Palastes aus der Römerzeit treffen heute Touristen auf Studenten und schlürfen in kleinen Bars ihren Espresso oder Cocktail. Auf dem kleinen Hof der Bar Ghetto spielen Live-Bands, während sich nebenan im Fluid wie immer nach Mitternacht die Partyjunkies auf engstem Raum drängen.
Wenige Kilometer südlich von Split liegt der malerische Ferienort Makarska. Zu Füßen des imposanten Biokovo-Massivs reihen sich entlang der Uferpromenade Marineta Restaurants und Tavernen aneinander. Kleine Gassen führen in die Altstadt, die sich mit Palästen und Kirchenbauten wie eine Theaterkulisse über der smaragdgrünen Hafenbucht auftürmt. Nach Sonnenuntergang über der Adria ist Chillen in der Beach Bar Buba, im Marineta oder im Nachtclub Petar Pan angesagt.
www.visitsplit.com


Wort: Uwe Schieferdecker / Bild: Uwe Schieferdecker, Torsten Reineck