Leserreisen
Blick auf die Alfama von Lissabon

Blick auf die Alfama von Lissabon

Städtereisen (Teil 3)

Lust auf Frühling


Die Sonne brennt noch nicht so unbarmherzig auf die Städte des Südens herab wie im Juli. Gerade in den Frühjahrsmonaten lassen sich die Blütenpracht der erwachenden Natur, Kultur, Geschichte und die mediterrane Lebensart wunderbar genießen.


Lissabon

Von Fado bis Rock


Mit seiner eigenen Mixtur aus dem Charme vergangener Jahrhunderte, angesagter zeitgenössischer Architektur und hipper Szene ist Lissabon längst kein Geheimtipp mehr. Ein wenig liegt über der Baixa der morbide Hauch der Krise. Aber passt diese Stimmung nicht auch am besten zu den elegischen Melodien des Fado in den angesagten Bars des Bairro Alto? Es ist vielleicht gerade dieser Kontrast, die coolen Designerstores hinter den blätternden Fassaden, der die Besucher jedes Mal von neuem begeistert. Noch dreht die historische Straßenbahn ihre Runden durch die engen Gassen, vom Staat hochsubventioniert. Aber was wäre Lissabon ohne seine quietschende Tram? Beliebt gerade bei deutschen Besuchern ist der Radweg entlang des Tejo. Für den Rückweg interessant: Die Mitnahme von Fahrrädern ist in allen öffentlichen Verkehrsmitteln kostenfrei. Im Mai 2016 ist die portugiesische Metropole erneut Austragungsort des Rock-in-Rio-Festivals. Die Lissabonner Ausgabe dieses weltweit größten Open-Air-Musikfestivals findet im Park Bela Vista statt. Auf den verschiedenen Bühnen wird ein Programm für jeden Musikgeschmack und jedes Alter geboten. Internationale Stars begeistern auf der Weltbühne, während im Elektronischen Zelt portugiesische und internationale DJs und VJs elektronische Sounds und Bildwelten zaubern. Auf der Hot Stage suchen junge Talente und alternative Künstler ihr Publikum.
www.lissabon.com

Lissabon - Archaeologisches Museum

Lissabon - Archaeologisches Museum




Thessaloniki

Byzantinische Lebensart


Die zweitgrößte Stadt Griechenlands liegt reizvoll zwischen der Ägäis im Südwesten und den Ausläufern des 1.201 Meter hohen Bergmassivs des Chortiatis. Thessaloniki fehlt die Hektik Athens, bietet stattdessen Ursprünglichkeit. Dank Apostel Paulus fand der Ort sogar Erwähnung in der Bibel. Grund genug, die Stadt nicht nur als Durchgangsstation zur Halbinsel Chalkidiki zu passieren, sondern am Hafen und in den Handwerkervierteln byzantinische Lebensart zu genießen. Im orientalisch anmutenden Viertel Ladadika wohnten früher die Olivenölhändler. Heute lässt sich in den preisgünstigen Tavernen das beinahe orientalische Treiben verfolgen. Das Wahrzeichen aus venezianischer Zeit ist der Weiße Turm. Er wurde einst als Eckturm der Stadtbefestigung errichtet, diente über die Jahrhunderte als Gefängnis, Kaserne und beherbergt heute eine stadtgeschichtliche Ausstellung. Auf der Uferpromenade zu seinen Füßen treffen sich Bewohner und Touristen. Der 29 Meter hohe Turm löste in den frühen Neunzigern gar eine Krise zwischen Griechenland und Mazedonien aus. Die nördlichen Nachbarn hatten den Weißen Turm zum Entsetzen der Griechen auf einem Geldschein verewigt. Die UNESCO erklärte Thessaloniki 1988 wegen seiner frühchristlichen und byzantinischen Bauten zum Weltkulturerbe. Hervorzuheben sind die Mosaike und Malereien, so in der Kirche der Agia Ekaterini.
www.saloniki.org

Wort: U.S. / Bild: U.S., Torsten Reineck


Thessaloniki - Der Weiße Turm

Thessaloniki - Der Weiße Turm