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Das unerwartete Glück der Familie Payan

Das unerwartete Glück der Familie Payan


Ein bisschen Tragödie, ein bisschen Klamauk und doch typisch französisch, wie man es auszudrücken pflegt. So könnte man kurz zusammenfassen, was den Kinobesucher dieses Steifens erwartet. Ab und an soll es durchaus unerwartet und eben nicht beabsichtigt vorkommen, dass eine Frau noch einmal schwanger wird. Schon ihr erstes Kind kam unerwartet, damals war sie aber 15. Das passierte Nicole, einer Familien-managerin, die das alltägliche Chaos mit einer verwirrten Mutter, einem arbeits- und planlosen Mann, der erwachsenen, aber immer noch bei den Eltern ein Teenie-Leben führenden Tochter und einer mehr als nur ab und zu aktiven Enkeltochter meistert. Noch ein Mitesser und -bewohner? Jeder versucht, ein Wörtchen reinzureden. Da brechen die berüchtigten Generationskonflikte auf, und jeder weiß besser, was zu tun ist. Ein tolles Darstellerensemble agiert da - allen voran Karin Viard als Nicole.
Paradies

Paradies


Dass jemand dem Thema Zweiter Weltkrieg noch etwas Neues abgewinnen kann, erwartet man ja kaum. Das ist aber hier der Fall! Regisseur Andrei Konchalovsky ("Onkel Wanja") schafft es, mit erschütternden Bildern in schwarzweiß mutig aus der Perspektive der Täter Olgas Schicksal zu erzählen. Olga ist Moderedakteurin und heimlich in der Résistance tätig, versteckt jüdische Kinder und fliegt bei einer Razzia auf. Um wieder freizukommen, ist sie zu allem bereit, auch zum Sex mit einem Nazi-Kollaborateur. Als der verschwindet, kommt sie ins KZ und trifft dort auf einen Deutschen, der sich einst im Frankreich-Urlaub in sie verliebte und noch immer Gefühle für sie hegt. Jetzt ist er in der SS aufgestiegen und glaubt fest an den deutschen Traum vom Paradies. Trotzdem nimmt er diese verbotene und gefährliche Beziehung wieder auf. Olga hingegen hofft auf die angedeutete Fluchtmöglichkeit. Beeindruckend!
Bild: Wild Bunch Germany Bild: Alpenrepublik
Planet der Affen: Survival

Planet der Affen: Survival


Caesar nannte man ihn, den intelligenten, genmanipulierten Affen, und der ist noch immer nicht am Ende seiner Reise. Jetzt, im dritten Teil, geht es - wie der Titel schon verrät - ums nackte Überleben. Sie hatten die Artgenossen aus dem Zoo freigekämpft und suchten die Freiheit im Wald. Dort ließ man sie nicht in Ruhe. Sie eroberten daraufhin ein Hochhaus, und nun läuft alles auf einen Krieg zwischen ihnen und der Menschheit hinaus. Einen Teil letzterer verkörpert ein erbarmungsloser Colonel (mal wieder eine Paraderolle für Woody Harrelson). Beide Seiten erleiden herbe Verluste, doch zuvor begibt sich Caesar auf eine mystische Reise, die ihm Klarheit verschaffen soll. Das ist technisch wieder perfekt hoch drei und schauspielerisch ein Genuss. Hut ab vor den Darstellern, die die Affen verkörpern! Und eins noch: Eigentlich ist es ja schon der neunte Teil, aber das wissen die wahren Fans ganz genau...
Ostwind - Aufbruch nach Ora

Ostwind - Aufbruch nach Ora


Es geht weiter mit den Pferden, also dem einen, dem Ostwind. Mika, die Pferdeflüstererin, hat genug vom Rummel um ihr Talent im Therapiezentrum: Schlechte Laune führt zu Streitigkeiten und das ausgerechnet mit der Großmutter. Mika haut ab gen Andalusien, natürlich mit dem geliebten Pferd - da liegen nämlich "die Wurzeln" des Tieres. Und sie entdeckt dort eine Wasserquelle namens Ora, an der sich Wildpferde laben. Sie lernt dabei auch eine junge Frau kennen, die sich um die wilden Tiere kümmert. Doch das Land und damit auch die Wildpferde, von denen Ostwind weitläufig abstammt, sind bedroht. Das Land ist an ein Unternehmen verkauft worden, das ganz andere Dinge vorhat, als unberührte Natur unberührt zu lassen. Aber Mika und ihre neue Freundin haben da eine Idee: Sie lassen die alte Tradition des Rennens von Ora wieder aufleben. Das ist wie die beiden filmischen Vorgänger ordentliche Kinokost für pferdeverrückte junge Mädchen.
Bild: Twentieth Century Fox Bild: Constantin


Wort: Carola Kinzel