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Stille Reserven

Stille Reserven


In Lünen beim Filmfest begründete die Jugendjury ihre Preisvergabe schlicht und entwaffnend mit: "Der war einfach geil!" Und das bei einer durchaus düsteren Zukunftsfantasie. Die Frage bleibt, ob es sich wirklich nur um reine Fantasie handelt, wenn in nächster Zeit der Mensch nur noch in Frieden ruhen kann, wenn er in der Lage ist, sich eine teure Lebensversicherung zu leisten. Ansonsten vegetiert er erstmal nur so vor sich hin, dient als Leihmutter oder Organ-spender oder gar mentaler Datenspeicher. Im Mittelpunkt des Films steht ein aalglatter Versicherungsvertreter, der die Persönlichkeitsprofile seiner Kunden bestens kennt, nie Regungen zeigt und auf der Karriereleiter nur nicht weiter nach oben kommt, weil sich ein widerspenstiger Kunde weigert, den Vertrag abzuschließen. Doch es regt sich Widerstand in der Bevölkerung und eine der Aktivistinnen regt Gefühle in ihm. Clemens Schick in einer Paraderolle.
Ein Dorf sieht schwarz

Ein Dorf sieht schwarz


Es klingt nach einer aktuellen Geschichte, stammt aber bereits aus den 70er Jahren und dem wahren Leben. Eine aus dem Kongo kommende Familie zieht nach Frankreich, nicht gerade nach Paris, sondern in ein Dorf. Der Vater nimmt dort eine Stelle als Arzt an. Nicht, dass man sie mit offenen Armen empfängt und sich freut, dass die Stelle wieder besetzt ist. Aber irgendwie kennen wir das ja so oder ähnlich. Doch die afrikanische Familie lässt sich ihren Traum nicht so einfach zerstören. Das ist eine der - vorsichtig formuliert - typisch französischen Komödien mit dem kleinen Schwachpunkt, dass die Dorfbewohner etwas zu einseitig auf schadenfreudige Art dargestellt werden. Insgesamt hat der Film durchaus Charme, und bei allem Lachen kommt man zudem auch ins Nachdenken. Geschrieben hat die Story übrigens der Rapper Kamini, der bereits mit einem Lied zu diesem Thema im Netz riesige Erfolge feierte.
Bild: Camino Bild: Prokino
Unforgettable: Tödliche Liebe

Unforgettable: Tödliche Liebe


Es soll ja vorkommen, dass Ehen scheitern. Es soll ja vorkommen, dass sich der Mann eine Neue sucht und die auch schnell heiraten will. Was wohl eher selten vorkommt, ist, dass die Neue dann auch noch ins Haus mit einzieht. Passt der alten Partnerin natürlich nicht so richtig. Kann man sich vorstellen. Und dann ranzt sich die Neue auch noch an die Tochter des Paares ran. Geht ja schon mal gar nicht. Diese Konstellation nennt man allgemein wohl hochexplosiv mit den Zutaten Eifersucht, Sehnsucht, Psychostress und Zusammenleben auf zu engem Raum. Da kann es doch glatt auch Tote geben. Und wenn sich das Ganze über zwei Stunden und mehr streckt, besteht schnell die Gefahr, dass die Spannung abflaut. Aber wie es auf jeden einzelnen Kinozuschauer wirkt, kann man wie immer nur direkt vor der Leinwand erfahren. Blickfang sind die Damen vor der Kamera: Katherine Heigl, Rosario Dawson und an deren Seite Geoff Stults.
Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper

Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper


Auch in 3D, wobei für Eltern der ganz Kleinen wohl vor allem die Betonung auf auch liegen sollte, denn die jüngsten Zuschauer sind beim Kinobesuch nicht alle glücklich mit den Brillen. Ansonsten kann man diesen reizenden Streifen allen empfehlen, er ist liebenswert. Es geht um Selbstvertrauen, um Übermut und familiäre Geborgenheit. Ein kleiner Spatz verliert seine Eltern, eine Storchenfamilie zieht ihn auf, er fühlt sich dort wohl. Aber irgendwann im Herbst kommt die Zeit, da ihm seine Adoptiveltern davon überzeugen müssen, dass er nicht wirklich ein Storch ist. Die bevorstehende Reise in den warmen Süden würde er nicht schaffen und überleben. Und doch versucht er ihnen mit Hilfe von Freunden - einem karaokeerprobten Kanarienvogel und einer witzigen Eule - nachzufliegen und lernt dabei, sich selbst so zu akzeptieren, wie er ist: Eben ein Spatz mit seinen Eigenschaften und seinen Grenzen.
Bild: Warner Bros. Bild: Wild Bunch

Wort: Carola Kinzel