Film 160x600_content
Bauer unser

Bauer unser


Manchmal gibt es ja Dinge, die einem bekannt sind, und man fragt sich, ob es dazu nun noch eine Doku geben muss. Und oft kommt ein eindeutiges Nein! Aber hier sagen wir gern Ja! Und egal, was wir auch essen, ob Bio oder Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft, wir wissen, dass es mit dem ewigen "Noch billiger" nicht so weitergehen kann. Regisseur Robert Schabus besucht diverse Bauernhöfe der unterschiedlichsten Art und beobachtet, wie unsere Lebensmittel produziert werden. Dabei erfährt man vieles davon, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie einknicken. Und auch wenn es wie ein Mantra klingt: Es ist besser, regionale Produkte zu kaufen, gemäß der Maxime: Wer den Bauern nicht ehrt, ist des Brotes nicht wert. Das ist eine klassische Dokumentation, die ohne den berüchtigten Holzhammer auskommt, gut montiert und auch wirklich fürs Kino geeignet ist. Also eine Empfehlung von uns.
Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand


Nachdem er schon als Hundertjähriger aus dem Fenster sprang, ist Allan mit seinem Kumpel Julius ja ganz glücklich auf Bali. Nur irgendwann wird es den Beiden langweilig, immer nur am Pool und so. Also hauen sie ab. Und da war doch noch was in der Vergangenheit - und was für eine Vergangenheit! In der gab es schon witzige Politiker und eine unbeschreibliche Limonade. Nur wo ist das Rezept? Das muss doch irgendwo sein. In Russland oder doch in Deutschland? Auf ihrer Suche treffen Allan und Julius so manchen Gangster, eine eigenartige Frau und diverse Geheimagenten. Der Film hat herrliche Spitzen, ist vielleicht nicht ganz so anarchisch wie der erste Teil, aber erneut sehenswert. Für gestandene Kinobesucher gibt es einige spezielle Lacher, die sich den Jüngeren nicht so einfach erschließen werden. Aber ist das nicht ein wunderbarer Grund, beispielsweise mit den Großeltern gemeinsam ins Kino zu gehen?
Bild: MFA / Allegro Film Bild: Concorde
Lommbock

Lommbock


Nicht Lammbock, den gab es ja schon. Aber richtig: Auch das ist mal wieder eine Fortsetzung. Die ist ganz nett, aber doch auch eher bemüht. Diesmal sollte es wohl mehr Handlung sein, damit war aber der besondere Witz des "Lammbocks" nicht mehr zu erreichen. Dafür ist er etwas gebremster im Tempo, aber auch beim Witz - trotzdem für die Fans des ersten Teils natürlich eine Empfehlung. Stefan träumte bei seinem Weggang von einer Strandbar in der Karibik, ist aber inzwischen ein erfolgreicher Anwalt geworden. Und jetzt will er eigentlich in Dubai die Tochter eines der einflussreichsten Männer der Emirate heiraten, braucht dafür aber noch ein paar Papiere. Und so kommt er in die Heimat zurück. Logisch, dass er zufällig seinen alten Freund Kai trifft, mit dem er einst den Cannabis-Pizza-Service betrieben hatte. In Erinnerung an die guten alten Zeiten rauchen sie einen Joint, der sie so ziemlich ins Schleudern bringt ...
Es war einmal in Deutschland

Es war einmal in Deutschland


Sechs überlebende Juden im Jahr 1945 in Frankfurt am Main. Sie versuchen zu überleben, Geld zu verdienen, um ausreisen zu können. Da braucht man schon Witz und Chuzpe, um beispielsweise Weißwäsche an die Frau zu bringen. Unter ihnen ist David. Der hat eine zwielichtige Vergangenheit, glaubt zumindest die ihn verhörende und ihn zugleich auch bezaubernde US-Offizierin. Schließlich war er nicht nur im KZ, sondern auch auf dem Obersalzberg, und er hatte zwei Pässe. Regie führt hier Sam Garbarski, der Mann, der schon "Irina Palm" Leben einhauchte. Der versteht sich auf subtilen Humor. Und in den Momenten, da einem das Lachen fast im Halse stecken bleibt, ist der Film auch am stärksten. Wenn er diese Ebene verlässt und deutsch ernst wird, wirkt er etwas hölzern. Schade, dass man keinen besseren Titel gefunden hat. Die Anleihe an Sergio Leones "Es war einmal in Amerika" hat dieser sehenswerte Film nicht nötig.
Bild: Wild Bunch Bild: X-Verleih / Fabrizio Maltese


Wort: Carola Kinzel