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Konzert-Special

Soundtrack des nahen Frühlings


Diese Zeilen werden bei knackigen Minusgraden und völlig vereistem öffentlichen Leben geschrieben. Alle Welt beginnt gerade, der Sache mit der Klimaerwärmung doch ein paar positive Seiten abzugewinnen. Wenn Ihr diesen BLITZ! lest, wird das Gröbste überstanden sein. Die unverbesserlichen Skifahrer sind schon wieder raus aus den Unfallkliniken und der ersehnte Frühling ist in Reichweite. Wir haben daher in dieser Rubrik Termine zusammengestellt, die in den ersten warmen Tagen liegen werden. Das erhöht die Vorfreude: Diese Konzerte werden der Soundtrack des Frühlings 2017 sein. Die Karten solltet Ihr aber besser jetzt besorgen! Denn Ihr wisst ja, den Letzten beißen die Hunde und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben ...


Manfred Mann

Manfred Mann

Manfred Mann

Als der in Südafrika geborene Pianist Manfred Mann 1971 die Earth Band gründete, war er schon viele Jahre in der englischen Szene aktiv und hatte mit Stücken wie "Mighty Quinn", "Do Wah Diddy" oder "Ha! Ha! Said The Clown" bereits Riesen-Hits. Das waren nahezu alles Coversongs, denen Mann (der eigentlich Lubowitz heißt) einen eigenen Stempel aufdrückte. Mit der Band ging's im Prog-Rock-Stil weiter mit dem göttlichen "Father of Day" (Bob Dylan) und "Blinded By The Light" von Bruce Springsteen, der größte Hit in den Staaten. Seinen bekanntesten Song hierzulande, "Davy's On The Road Again" (1978), hat er aber selbst komponiert.

17.02. Leipzig, Haus Auensee
21.04. Dresden, Alter Schlachthof
22.04. Weimar, Weimarhalle


B-Tight

B-Tight

B-Tight

Der Sohn eines afroamerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter (daher eine gewisse, wenig vordergründige Farbigkeit; Mulatte sagt das Volk dazu, aber das ist wohl nicht pc) wurde bekannt an der Seite seines Kumpels Sido im Aggro-Berlin-Umfeld. Zu erkennen sind seine Texte in der häufigen Verwendung des Begriffs "Neger" (eben, um die PC-ler zu schocken). Bekanntester Track ist der gefühlvolle Sehnsuchtsgesang eines jungen Mädchens nach körperlicher Vereinigung: "Neger, bums mich!" Wer's nachfühlen kann …

24.02. Jena, Rosenkeller
27.02. Magdeburg, Factory
28.02. Leipzig, Täubchenthal
03.03. Halle, Klub Druschba
04.03. Dresden, Kiezklub


Yvonne Catterfeld

Yvonne Catterfeld

Yvonne Catterfeld

In Erfurt geboren, in Leipzig Schauspiel und Musik studiert: Ein gesamtdeutscher Star made in Mitteldeutschland. Catterfeld wurde Anfang der Nuller fast gleichzeitig durch ihre Rolle in der Telenovela "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und als Sängerin von Liedern des Titanen der deutschen Mediokrität, Dieter Bohlen, bekannt. Das brachte rasch Punkte, aber auch einen Sack voller Vorurteile - sie brauchte viele Filme und Alben, das wieder abzuschütteln. Heute hat sie nicht mehr die ganz großen Verkaufszahlen und Einschaltquoten, dafür ihren Ruf als Schauspielerin und Sängerin zurück. Ihr neues Album hießt: "Guten Morgen, Freiheit!" Tja, was soll die Freiheit da sagen. Vielleicht: "Guten Morgen, Yvonne"?

19.03. Magdeburg, Stadthalle
25.03. Weimar, Weimarhalle


Annett Louisan

Annett Louisan

Annett Louisan

Die Chansonnette mit dem Kindfrau-Charme, die mit betörend butterweicher Stimme in edler Unschuld schlaue und gelegentlich bitterböse Texte abschießt: "Bohème" von 2004 gilt noch immer als eines der erfolgreichsten deutschen Debütalben überhaupt. Und weil die Sängerin mit den ostdeutschen Wurzeln deswegen hier auch die meisten Fans hat, ist das Preisgefälle mal umgekehrt: In Mitteldeutschland können betuchte Fans Edeltickets für 140 Euro aufwärts kaufen. Es gibt aber auch normale!

19.03. Leipzig, Haus Auensee
24.03. Halle, Steintor-Varieté
29.03. Erfurt, Alte Oper
31.03. Chemnitz, Stadthalle
01.04. Dresden, Alter Schlachthof


Amy Macdonald

Amy Macdonald

Amy Macdonald

Da sage mal einer, in den heutigen Streaming-Zeiten könnten keine Alben mehr verkauft werden. Die waschechte Schottin Amy Macdonald ist gerade 30 und hat schon um die 10 Millionen vertickt. Als sie 20 war, begann es mit dem kleinen Hit "Mr. Rock 'n Roll". Gleich danach ging der Song "This Is The Life" und mit ihm im Schlepptau auch das gleichnamige Album in ganz Europa durch die Decke und machte die attraktive, selbstbewusste Lady mit dem hinreißenden Mädchencharme zum Star. Amy ist übrigens Fußball-Fan, wie das in Schottland so üblich ist, speziell steht sie auf die Glasgow Rangers. Vielleicht war sie ja schon im Januar beim verschneiten Spiel gegen RB mit in Leipzig ...

20.03. Leipzig, Haus Auensee


ASP

ASP

ASP

Um die Jahrtausendwende gegründet, war die Frankfurter Band um Sänger Alexander Spreng (kurz: Asp) ein Pendant zu den Aachenern von Unheilig. Sie hatte anfangs sogar die größeren Hits in der Schwarzen Szene ("Und wir tanzten", "Ich will brennen" u.a.). Spreng ist dort heute immer noch sehr beliebt, dafür hat der Graf die besseren Verkaufszahlen. Der Karriere tat es keinen Abbruch, dass Asp sich 2011 von seinem kreativen Alter Ego, dem Gitarristen Matthias Ambré (heute: Die Kammer), trennte. Die beiden jüngsten Alben der sehr produktiven Band behandeln übrigens die Geschichte des Leipziger Hotels "Astoria".

23.03. Leipzig, Täubchenthal
24.03. Dresden, Alter Schlachthof
25.03. Jena, F-Haus


Amon Amarth

Amon Amarth

Amon Amarth

Amon Amarth heißt bekanntlich der Berg des Schicksals in Tolkiens Saga "Der Herr der Ringe" Die gleichnamige Band aus Stockholm zählt heute zu den absoluten Schwergewichten des Nord-Metals. Die Einordnungen schwanken, hören die einen melodischen Death Metal, ziehen die anderen wegen der Texte die Schublade Viking Metal auf. Das hört die Band zwar nicht so gerne, doch ihr jüngstes Werk (vom Sound her eher ein Jüngstes Gericht) namens "Jomsviking", das im vergangenen Jahr direkt von Null auf Eins in die deutschen Albumcharts einstieg, ist ein Konzeptalbum, das in der Sagenwelt ihrer blonden, schwertschwingenden, mettrinkenden Vorfahren angesiedelt ist. Darauf erhebt die Humpen!

24.03. Erfurt, Thüringenhalle


Spencer Davis Group

Spencer Davis Group

Spencer Davis Group

Diese Band wurde 1963 gegründet, hat also locker 54 Jahre auf dem Buckel. Ihre ganz große Zeit ist allerdings auch schon fast so lange her. 1966 und 67 hatte sie eine Reihe von Nummer-Eins-Hits, vor allem "Keep On Running" und "Gimme Some Lovin'" gelten zu recht als unsterblich. Diese Ära war vorbei, als der Pianist, Komponist und Sänger Steve Winwood, der, anders als der Bandname vermuten lässt, der kreative Kopf der Unternehmung war, die Band zugunsten einer Solokarriere verließ. Gitarrist Spencer hält die Fahne bis heute hoch. Auf der Bühne steht am Bass Colin Hodgkinson, der schon bei Alexis Korner, Whitesnake und Mick Jagger die dicken Saiten malträtierte.

04.04. Leipzig, Haus Auensee
07.04. Reichenbach/V., Neuberinhaus


Chris de Burgh

Chris de Burgh

Chris de Burgh

Er ist die Zuverlässigkeit in Person, genau die Mitte aus schillernder Künstlerpersönlichkeit und erwachsener Vernunft, ruhelosem Künstler und treusorgendem Familienvater. Bei jedem Konzert gibt er alles, Mittelmaß ist ihm verhasst. "A Better World" heißt sein aktuelles Album, das er auf der Frühjahrstournee vorstellt. Es ist so solide wie die vorigen. Am Ende werden wir wieder geduldig auf die großen Hits warten: "High On Emotion", "Missing You" oder "Don't Pay The Ferryman" sind große Momente des anspruchsvoll-progressiven Pop-Rock. Und am Schluss wie immer der selige Seufzer: "Lady In Red". Ach ...

17.05. Leipzig, Haus Auensee
19.05. Halle, Händelhalle
30.06. Dresden, Junge Garde
01.07. Görlitz, Kulturbrauerei


Söhne Mannheims

Söhne Mannheims

Söhne Mannheims

Nach 20 Bandjahren haben sich Mannheims erfolgreichste Söhne ein Best Of gegönnt. "Evoluzion", so heißt es, bedeutet in den gewohnt markigen Worten der Band "zweierlei: Veränderung und Verantwortung. Die gemeinsame Bandgeschichte ist ein Sprungbrett, kein Sofa. Alle Beteiligten bleiben sich treu - und dem Wandel. Sie blicken gespannt auf die kommenden Jahre. Denn die Geschichte der Söhne Mannheims kennt keinen letzten Song. Sie geht weiter." Zunächst tut sie das in Form einer Tournee unter dem Motto "Mannheim zu dir". Das neue Jerusalem macht sich auf den Weg zu uns. Wir werden mit offenen Ohren und Herzen seiner Frohen Botschaft lauschen.

30.06. Halle, Peißnitzinsel
01.07. Dresden, Junge Garde


Wort: FW / Bild: Frank Baumann, Hannes Casper, Tomas Giden, Gisela Gürtler, Marie Isabel Mora, Universal, Thommy Mardo, Veranstalter