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Elle

Elle


Nicht verwirren lassen vom Titel, der wurde unübersetzt übernommen und heißt nicht anders als "Sie". Tolle Hauptdarstellerin - Isabelle Huppert ist nicht umsonst eine der besten Schauspielerinnen des französischen Kinos. Der Film tritt u.a. gegen den skurrilen "Toni Erdmann" im Rennen um die Oscars an, dank der schon gewonnenen Golden Globes (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin) sind die Aussichten mehr als gut, auch den zu gewinnen. Das ist solides Handwerk. Es sei jedoch gestattet, die Meinung zu äußern, dass "Elle" nicht unbedingt innovativ ist. Und ob die Bezeichnung Psychothriller es hundertprozentig trifft, bezweifeln wir ebenfalls. Eine erfolgreiche und nicht gerade zimperliche Chefin einer Videospielentwicklerschmiede wird im eigenen Haus vergewaltigt, doch statt das Ganze anzuzeigen, beginnt sie ein regelrecht perverses Spiel mit dem Vergewaltiger. Dabei läuft einiges aus dem Ruder.
Die Gabe zu heilen

Die Gabe zu heilen


Heiler sind so eine Sache - entweder man vertraut ihnen oder belächelt sie. Hier werden fünf ganz unterschiedliche Vertreter dieser Zunft vorgestellt, die in Österreich, der Schweiz und in Deutschland ihren Patienten zu helfen versuchen. Das reicht vom verschmitzten Alm-Öhi, über den grummligen Bergbauern, den lockeren Stuttgarter und die lebensnahe Hamburgerin bis hin zur Schamanin, die approbierte Ärztin ist. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie gehen auf ihre Patienten ein, hören zu, fühlen mit. Und das scheint es wohl zu sein, wieso sie in den letzten Jahren immer mehr Zulauf bekommen und im Vergleich mit der Schulmedizin ebenfalls oftmals erfolgreich abschneiden. Letztlich ist auch das ein Spiegel unserer Gesellschaft: Die Menschen suchen nach Alternativen, besinnen sich auf Bewährtes. Unter diesem Aspekt ist es spannend, sich diese Dokumentation in der Geborgenheit eines Kinos anzusehen.
Bild: MFA Bild: Camino
Bailey - Ein Freund fürs Leben

Bailey - Ein Freund fürs Leben


Also bei Hunden scheint das mit der Reinkarnation anders zu sein. Es gibt ja Menschen, die behaupten, früher mal ein Kaninchen gewesen zu sein, ein Elefant oder was auch immer. Bei Hunden, so lassen es uns die Romanvorlage und nun auch der Film wissen, ist es so, dass sie immer als Hunde wiedergeboren werden, höchstens mal als andere Rasse. Bailey, mehrfach wiedergeboren, ist u.a. Familienmitglied und Polizeihund und dabei immer auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Und er versucht am Ende, seinem ersten Herrchen, der inzwischen reif für die große Liebe ist, ihm diese auch zuzuführen. Regisseur Lasse Hallström scheint ein großer Hundefan zu sein, schließlich hat er schon den tränenrührigen Film "Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft" realisiert. Damals wartete ein Hund auf sein verstorbenes Herrchen. Und auch diesmal versucht Hallström, Gefühle beim Zuschauer zu wecken. Für Hundeliebhaber jeden Alters geeignet.
Mein Leben als Zucchini

Mein Leben als Zucchini


Das gab es bei der Leipziger Dok.-Woche auch noch nicht, dass ein Animationsfilm das Festival eröffnet. 2016 schon und nun kommt dieser reizende Film in unsere Kinos. Es geht mal wieder um ein Waisenhaus, diesmal ist es ein neunjähriger Junge, der nach dem Tod seiner alkoholkranken und schlagenden Mutter dort landet und mit der Zeit in der Gruppe von im Heim lebenden Kindern eine Art neue Familie findet. Der Film basiert auf der Autobiografie von Gilles Paris, ist wirklich für Kinder und Erwachsene geeignet, hat reizende Ideen, liebenswerte Figuren und hält wundervoll die Waage in Sachen Gefühle einfangen und Gefühle wiedergeben. Die Idee, mit Hilfe von Witterungsverhältnissen auf die jeweilige Stimmungslage zu verweisen, zaubert dem Zuschauer im übertragenen Sinne die Sonne ins Herz, ohne in Kitsch abzugleiten. Man kann diesen Schweizern nur viel Glück wünschen beim Oscar-Rennen, in das ihr Film bald einsteigen dürfte.
Bild: Constantin Bild: Polyband

Wort: Carola Kinzel