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Faun

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Fiona Frewert von Faun

Rückkehr zum Authentischen


Die bayrischen Pagan-Folker haben sich mit ihrem neuen Album in den Norden begeben. Auf einer Tournee im März werden sie uns die Ergebnisse dieser musikalischen Reise präsentieren.
BLITZ! durfte vorher Sängerin und Multi-Instrumentalistin Fiona Frewert aushorchen.

BLITZ!: Euer erfolgreiches Album "Midgard" wurde im August vergangenen Jahres veröffentlicht. Die Tournee dazu spielt Ihr erst jetzt. Das ist ungewöhnlich.
Fiona Frewert: Wir hatten im zweiten Halbjahr 2016 andere hochinteressante Verpflichtungen, zum Beispiel Auslandsgastspiele in den USA und Brasilien. Darüber hinaus haben wir uns den lange gehegten Wunsch erfüllt, eine Akustik-Tournee durch große Kirchen zu spielen, die wunderschön war. Wir haben uns aber auch wie üblich viel Zeit für die Vorbereitung der Tour genommen. Wir entwickeln von den Konzertfassungen der Lieder über die Lichtchoreografie bis zum Bühnenbild alles selbst. Außerdem fanden wir es schön, die neuen Stücke im werdenden Frühling vorzustellen.

BLITZ!: Das Album nähert sich der Sagen- und Mythenwelt Skandinaviens. Da darf man keine Angst vor dem Winter haben!
F.F.: Es ist falsch zu denken, dass die musikalische Überlieferung im Norden von Kälte und Dunkelheit geprägt sei. Natürlich haben wir getragene Balladen auf dem Album, aber auch viele stimmungsvolle, ausgelassene Lieder, die zum Tanzen animieren. Gerade in Norwegen lieben sie den Frühling besonders!

BLITZ!: Auf der Tournee mit den sorgsam inszenierten Konzerten, auf denen ja eine ungeheure Bandbreite an Instrumenten zu hören ist, werden Euch illustre Gäste begleiten.
F.F.: Ja, es soll ja etwas ganz Besonderes werden. Wir freuen uns auf Einar Selvik von der norwegischen Band Wardruna, der international als Koryphäe der norwegischen Musik und Überlieferung gilt. Er hat uns für das Album beraten und ist auch dort zu hören. Und Martin Seeberg kennen viele sicher von den Bands Valravn, Asynje und Trolska Polska.

BLITZ!: Viele kennen Faun seit einigen Jahren, seit es Auftritte im TV gab und die CDs ganz oben in den Charts auftauchten. Die Band gibt es aber schon sehr viel länger. Sie wurde vor allem in der Gothic-Szene verehrt. Dort reagierte man sehr verstört, als 2013 mit dem Album "Von den Elben" deutlich in Richtung Mehrheitengeschmack gezielt wurde.
F.F.: Wir standen damals an einem gewissen Scheideweg, unsere musikalische Zukunft betreffend. Auch wir waren gelegentlich unsicher, als wir mit einem erfahrenen Produzenten-Team neue Wege beschritten. Die Zusammenarbeit musste sich in der Tat erst entwickeln. Ich gestehe, dass ich mir von den Songs gerade dieses Albums heute kaum noch einen anhöre.

BLITZ!: Das jüngste Album klingt da wieder deutlich authentischer.
F.F.: Schon damals haben wir die neuen Lieder auf den Konzerten in unserer gewohnten Art gespielt und mit den letzten beiden Platten auch wieder zu einem eigenen Stil gefunden, der das Beste aus den Anfängen mit neuen Einflüssen mischt. Wir haben tatsächlich mit dem damals offensichtlichen Stilwechsel einige Hörer verloren, aber eben auch viele neue dazugewonnen - es ist ja keine Schande, auch von "normalen" Menschen gemocht zu werden. In den Konzerten bemerke ich, wie sich alte und neue Fans zusehends mischen. Das ist durchaus versöhnlich!


Termine:

17.03. Halle, Händelhalle
21.03. Dresden, Alter Schlachthof
22.03. Erfurt, Messe
31.08. Oppurg, Rittergut Positz


Wort: FW / Bild: Ben Wolf