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Mario Thiel

Mario Thiel

Vorsicht, Thiel!

Keramische Weihnachten


Weihnachten ist für viele Menschen der einzige Anlass im Jahr, etwas zu kaufen. Zwar tun das immer mehr Kunden online, da man am 24. Dezember bis 16 Uhr bestellen kann und dank Premium-Versand das Zeug noch vor 18 Uhr am selben Tag geliefert wird. Allerdings entgehen diese Kunden einem sozialen Umgang, der vom zunehmenden Selbstbewusstsein der immer weniger unterwürfigen Einzelnen im Handel geprägt ist. Manche vermitteln mit keiner Regung das Gefühl, der Kunde sei der Typ, der ihnen den Lohn ins Haus bringt. Man kann dabei nicht sagen, billige Preise rauer Ton, sondern muss oft feststellen, dass Marktdominanz mit einhergehenden Schweinepreisen dem Servicegedanken eher abträglich ist.
So habe ich einmal eine Verkäuferin in einem teuren Lebensmittelgeschäft darauf hingewiesen, dass der Mais, der im Angebot vor sich hinschrumpelte die Bezeichnung frisch, mit der man ihn bewarb, nicht verdiene. Darauf erwiderte sie, dass sie nichts dafür könne. Das sei auch nicht mein Vorwurf, sagte ich, weshalb sie mich ungläubig fragte, was nun mein Problem sei. Ich hätte antworten können, dass der Playboy auch nicht Fotos von Mutter Beimer auf den Titel druckt und "Knackige 18jährige aus der Lindenstraße" darunter schreibt. Aber in dem Moment kam mir der Gedanke nicht und ehrlich gesagt, hätte ich der Frau so viel zu Service, Verkauf und Betrug erklären müssen, dass ich danach ein Beraterhonorar bei dem Händler hätte fordern müssen. Sehr schön war auch die Antwort eines Mitarbeiters, den ich nach einem Produkt fragte, welches ich im Kühlregal nicht gefunden hatte. "Das sehe ich sogar von hier!", gab er mir das Gefühl, ganz schön bescheuert zu sein. Natürlich weiß ich, dass die Mitarbeiter unheimlich viele blöde Fragen beantworten müssen. Aber das müssen Eltern bei ihren Kindern auch. Zudem kann es nicht zum Servicegedanken gehören, dass der Kunde erst auf alle Befindlichkeiten der Händler Rücksicht nehmen muss, ehe er sich erdreistet, deren Hilfe anzufragen. Ich denke, da ist mit gegenseitigem Respekt und einem Minimum an Höflichkeit oftmals viel getan.
Die Weihnachtszeit wäre ein schöner Grund, damit anzufangen, ich glaube jedoch, da unterliege ich einem Denkfehler. Ich will aber nicht nur meckern, sondern habe zwei Geschenktipps, die man wunderbar kombinieren kann. So gibt es ein Trinkspiel, was im Wesentlichen darin besteht, dass man irgendetwas spielt und dabei aus irgendeinem Grund Alkohol trinkt. Das klingt innovativ und ist mal was Neues. Der Alkohol ist allerdings nicht im Preis enthalten! Ob die Spiele auch ohne Saufen funktionieren, müsst Ihr den Fachverkäufer im Discounter fragen. Da das Event bei falscher Dosierung des Alkohols durchaus zur Kotz-Orgie ausarten kann, empfehle ich als Kombigeschenk ein LED-WC-Licht. Das ist keine Deckenlampe fürs Bad, sondern wird ins Klobecken gehangen, um die Schüssel farbig auszuleuchten! Das Ding hat einen Bewegungsmelder, was bedeutet, wenn die Kotze schon ganz weit oben, der Weg zur Schüssel aber noch weit ist, kann man durch die hektische Fast-Kotz-Bewegung die Beleuchtung aktivieren und darum sehen, wo man hinkotzen muss. Zudem sieht man danach besser, ob man getroffen hat. Natürlich muss der Klodeckel dafür oben sein! In meinen Augen ist das die ultimative Gabe für viele Entscheidungsträger in diesem Land, von VW über die Bahn bis Deutsche Bank. Freunde, damit seht sogar Ihr, was für eine Scheiße Ihr macht und dank Farbwechsel könnt Ihr sie Euch auch noch schönfärben.
Rosarote Weihnachten wünscht Euer Mario


Thiels Treffen - Dresdens Promitalk:

12.01. Putjatinhaus, Gast: Ron Ringguth (Eurosport)


Internet:

www.vorsicht-thiel.de


Wort: Mario Thiel / Bild: Tobias Kade