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Die Hände meiner Mutter

Die Hände meiner Mutter


Eine unbedingte Empfehlung an dieser Stelle! Anspruchsvolles Kino mit geschliffen scharfen Dialogen, die an keiner Stelle gekünstelt wirken. Da sitzt jedes Wort. Das sitzt zudem so treffend, weil eine ganze Schar von ausgezeichneten Darstellern, bekannteren und wundervollen Neu- oder Wiederentdeckungen, das hervorragende Drehbuch zum Leben erwecken. Eine junge, scheinbar glückliche Familie gerät ins Trudeln, als sich der Ehemann und Vater seiner eigenen Kindheit erinnert und daran, was ihm seine Mutter angetan hat. Sexueller Missbrauch von Jungs, ein Thema über das viel zu lange geschwiegen wurde und das hier so subtil und feinfühlig aufgegriffen wird, dass der Film allen ans Herz gelegt sei. Allein die Idee, dass der erwachsene Darsteller sich auch als Kind spielt, ist genial und wirkungsvoll. Man ist danach schon gespannt auf die nächste Arbeit von Regisseur und Drehbuchautor Florian Eichinger.
Deepwater Horizon

Deepwater Horizon


Die Geschichte ist ja bekannt, die der Bohranlage im Golf von Mexiko, die 2010 bei der Vorbereitung der Bohrung explodierte. Elf Menschen kamen dabei ums Leben. Der Film zeigt, wie es dazu kam. Das Team warnt die BP-Verantwortlichen. Doch die sehen lediglich, dass jeder Tag mehr, an dem die Ölförderung nicht beginnt, den Konzern eine halbe Million Dollar kostet. Da werden die Warnungen der erfahrenen Crew der Deepwater Horizon in den Wind geschlagen. Der Druck auf das Bohrloch ist viel zu hoch. Es kommt zu einem sogenannten Blowout. Die Drehbuchautoren lassen es "menscheln" mit dem Cheftechniker Mike (Mark Wahlberg), Manager Jimmy (Kurt Russell) und der Technikerin Andrea (Gina Rodriguez), sie zeigen sie in ihrem familiären Umfeld und später als Helden nach der Explosion. Das ist eher holprig. Mit der Explosion wird es passables Action-Kino. Und unter dieser Prämisse sollte man das Ganze sehen oder sein lassen.
Bild: Kinescope Film/Farbfilm Bild: Studiocanal
Florence Foster Jenkins

Florence Foster Jenkins


"Köstlich, köstlich, köstlich", könnte man zusammenfassen. Eine gewohnt herausragende Meryl Streep in der namensgebenden Hauptrolle der reichen Erbin, deren Traum es ist, als Opernsängerin Erfolge zu feiern. Hugh Grant kann sogar gebändigt sauber spielen, wenn er entsprechend geführt wird, gibt den fürsorglichen Partner, der seiner geliebten Florence den Weg zum Ruhm bereiten will, aber darum weiß, dass nur sie ihren Gesang gut findet ... Doch nun steht er mit dem Pianisten Cosme (Simon Helberg spielt die Rolle umwerfend!) vor einer schier nicht zu bewältigenden Herausforderung: Florence will vor New Yorks High Society ein großes Konzert geben, in der Carnegie Hall. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und ist von Regisseur Stephen Frears wieder einmal wundervoll umgesetzt worden - zu einer bezaubernden Komödie der sensiblen Art, die keinen der Protagonisten verletzt.
Schubert in Love

Schubert in Love


Sachsens bundesweit wohl bekanntester Comedian wagt sich auf die Kinoleinwand, spielt natürlich wie gewohnt sein Alter Ego mit dem berühmten Westover und zeigt uns, wie sein Alltag so abläuft. Er hat einen sehr dominanten Vater (Mario Adorf gibt diesen gewohnt handwerklich sauber und profimäßig), der nun endlich Nachwuchs einfordert, wenn der letzte Spross der Schubert-Dynastie schon keine wissenschaftliche Karriere eingeschlagen hat. Für Nachwuchs braucht man bekanntlich eine Frau. Olaf findet nach so einigen Rückschlägen endlich Pamela (Marie Leuenberger, sie ist der eigentliche Star des Werks) und fällt mehr oder weniger mit der Tür ins Haus. Aber eine Frau möchte erobert werden, wenn er das nur könnte ... Das ist gewohnt schubertmäßig albern, eher etwas episodisch und kein ganzer Guss. Die Hardcore-Schubert-Fans werden sich freuen, ihren Dresdner Helden nun auch mal im Kino sehen zu dürfen.
Bild: Constantin Bild: Wild Bunch

Wort: Carola Kinzel