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24 Wochen

24 Wochen


Viel wurde seit der Berlinale schon über den einzigen deutschen Wettbewerbsbeitrag geschrieben und diskutiert. Egal, was die teils doch recht unterschiedlichen Kritiken sagen: Es ist ein schwieriges Thema, früher wagte sich keiner davon zu sprechen. Die Zeiten sind anders geworden. Der Film lässt uns teilhaben an der Entscheidung eines in der Öffentlichkeit stehenden Paares, das ein zweites Kind erwartet, sich darauf freut und dann erfahren muss, dass das Baby nicht nur mit Down-Syndrom auf die Welt kommen wird, sondern auch noch mit einem irreparablen Herzfehler. Soll die Mutter (Julia Jentsch, mit einer herausragend guten schauspielerischen Leistung) das Kind austragen oder noch in der späten Schwangerschaftsphase abbrechen? Mutig: Hier treffen die Protagonisten eine Entscheidung. Kein weichgespültes Drama, sondern bewegendes Kino, harter Stoff und sehr zu empfehlen für jene, die sehbereit sind.
LenaLove

LenaLove


Ungern gibt man zu, dass man im Kinosaal saß und irgendwo keinen Faden fand zu dem, was da auf der Leinwand vor einem flimmerte. Da fängt man an, an sich und seinem Alter zu zweifeln. Es kann also sein, dass sich Jüngeren das Ganze erschließt, dass sie darin einen sinnvollen actionreichen Splatter-Film sehen, der ein Gesellschaftsbild der heutigen Jugend zeichnet. Bleibt die Frage: Macht das die heutige Jugend aus? Eigentlich geht es um Cyber-Mobbing: Lena ist sensibel, steckt tief in der Pubertät und ihre Freundin hängt jetzt mit einer Intrigantin ab. Lena fühlt sich ausgegrenzt, und als sich auch noch ihre ehemals beste Freundin Nicole an ihren neuen Freund Tim ranmacht, flieht sie in die anonymen Welten des www. und lernt dort jemanden kennen. Aber wer verbirgt sich hinter dem so charmanten Noah? Meint er es ehrlich? Oder ist es auch nur wieder einer, der sie noch weiter in die Isolation und den Schmerz treiben will?
Bild: Friede Clausz/Zero One Film Bild: Alpenrepublik
Die Insel der besonderen Kinder

Die Insel der besonderen Kinder


Tim Burton steht für meist düsteres Qualitätskino. Und so sind seine Fans schon gespannt auf seinen neuen Film. Diesmal wieder eine trickreiche Realverfilmung. Basierend auf dem Bestseller "Miss Peregrine's Home for Peculiar Children" begibt sich Burton erneut auf die Seite der Fantasy. Es geht um ein mysteriöses Waisenhaus, das auf einer verlassenen britischen Insel steht und in dem Kinder leben, die allesamt recht eigene Fähigkeiten besitzen. Eine von ihnen ist eigentlich schwerelos, ein anderer unsichtbar. Sie haben magische Kräfte, sind übernatürlich stark oder können prophetisch Voraussagen treffen. Aber sie haben auch einen Widersacher (Samuel L. Jackson), der Gefahr heraufbeschwört. Und auf diese Insel gerät nach einem Schicksalsschlag Jake, der sich nun erst einmal darüber im Klaren werden muss, ob das alles real oder nur ein Traum ist. Pflicht für alle Burton-Fans; die anderen werden garantiert noch welche.
Inferno

Inferno


Robert Langdon ist wieder da, der Mann, der alles entschlüsselt, der jeden Fall knackt und sich gern in düstere Gefilde und Verstrickungen begibt. Doch halt, diesmal gibt es ein besonderes Hindernis: Der geniale Professor verliert einen Teil seines Gedächtnisses, wacht im Krankenhaus auf und ist auf die Hilfe einer Ärztin angewiesen, um schnellstmöglich zu alter Form zu gelangen. Schließlich muss er diesen Schweizer stoppen, der eine Seuche gefunden haben will, um die Menschheit zu halbieren von wegen Überbevölkerung. Den Schlüssel zum Stop jenes Milliardärs und Wissenschaftlers sieht Langdon in Dantes "Göttlicher Komödie", Teil 1, dem berühmten "Inferno". Die in diesem weltliterarischen Ritt durch die Hölle enthaltenen Codes und Symbole gilt es zu entschlüsseln. Tom Hanks darf noch immer oder wieder agieren. Okay, der Typ ist inzwischen 60. Aber wozu gibt es denn Stuntmen und Tricktechnik?
Bild: Twentieth Century Fox Bild: Sony


Wort: Carola Kinzel