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Konzert-Special

Strahlend blau und staubtrocken


Dieser Sommer hat sich bereits im Juni komplett abgeregnet, da kann einfach nichts mehr kommen. Es bleibt ihm also nichts weiter übrig, als sich nunmehr ausschließlich strahlend blau und staubtrocken zu präsentieren, mit heißen Badetagen und lauen Partynächten. Garantieren können wir das freilich nicht, den einschlägigen Vorhersagen ist bekanntlich nicht zu trauen. Es hilft also nicht, die Wetter-App zu befragen, die sagt sowieso komplett das Gegenteil von der des Nachbarn. Stattdessen solltet Ihr einfach Tickets kaufen und zu den Konzerten gehen, es wird schon nicht regnen. Vielleicht trefft Ihr am Bierstand ja den Nachbarn oder die schöne Nachbarin und fangt endlich mal ein Gespräch an?!


Neil Young

Neil Young

Neil Young

Für viele das Konzert des Jahres. Trotz Udo Lindenbergs letztens im Stadion. Die beiden Rock-Idole sind fast gleichen Alters, Young ist mit 71 eine Winzigkeit voraus. Beiden haben sich die Jahre im Rock-Biz tief ins Gesicht gekerbt, beide werden kultisch verehrt. Und trotzdem gibt es, bei allem Respekt, doch Unterschiede. Nichts gegen "Cello", "Mädchen aus Ostberlin" oder "Hinterm Horizont geht's weiter". Dafür wird des Landes beliebtester Nuschler hierzulande zu recht heiß geliebt. Aber Neil Youngs "Like A Hurricane", "Heart of Gold" oder "Rockin' In The Free World" kann die Mehrheit der Menschen auf der ganzen Welt mitsingen: Udo ist ein deutscher Heiliger. Aber Neil Young ist eine Religion.

20.07. Völkerschlachtdenkmal


In Extremo

In Extremo

In Extremo

Sie haben's erfunden. Sänger Michael Rhein tourte Anfang der 90er im Sommer mit seinem Mittelalterhaufen über die größer werdenden Märkte, im Winter zog er mit der Rockband Noah durch die Clubs. Eines Tages stellte er die Dudelsäcke von Sen Pusterbalg und Dr. Pymonte (die Band hieß damals schon In Extremo) vor die Verstärker der Rocker - und siehe, es funktionierte nicht nur, es knallte ganz außerordentlich. Der Rest ist Pop-Musik-Geschichte. Später waren sie auch die Ersten, die den Mediäval-Purismus in Richtung Steampunk verließen. Ein Großteil der Herde folgt wie immer getreulich …

22.07. Creuzburg, Burg
23.07. Görlitz, Kulturbrauerei
19.08. Leipzig, Parkbühne
20.08. Magdeburg, Festung Mark


Picknick Open Air

Picknick Open Air - Mark Forster

Picknick Open Air - Mark Forster

Das Ding, das uns gerade noch gefehlt hat: Ein korrektes Festival auf einer idyllischen Insel. Keine Wall of Death, keine Bierleichen, sondern relaxtes Hochsommer-Musik-Vergnügen, zu dem man auch die Kids mitnehmen kann. Auf der Bühne Charme und Message, ohne den Amp ständig auf der 10 zu quälen. Mark Forster (Foto), Johannes Oerding, Philipp Dittberner oder Lot aus Leipzig schaffen es auch so. Es gibt ein breites Angebot an Rundum-Unterhaltung, vor allem für Kinder, ebenso reichlich zu essen und zu trinken. Darüber hinaus ist es nicht nur nicht verboten, sondern ausdrücklich erwünscht, Picknickkörbe mitzubringen. Entspannt, freundlich und sieben Stunden Musik vom Feinsten: Das hat wirklich gefehlt!

23.07. Halle, Peißnitz


Simply Red

Simply Red

Simply Red

Es ist keine Band im üblichen Sinne: Simply Red ist seit 1984 in Grunde der Name für die in der Besetzung häufig wechselnde Begleitformation des Sängers und Songschreibers Mick Hucknall, dessen knallrotes Haar auch der Namensgebung diente. Hucknall wurde sofort zum Star, sein Aufstieg war kometengleich - aber keinem hohlen Hype geschuldet: Schon die erste Single, "Money's Too Tight (To Mention)", ging in die Top Ten, die nächste, "Holding Back The Years", auf Platz 1. Es folgten Hits hageldicht von "A New Flame" über "If You Don't Know Me By Now" bis zu "Stars": Nach fünf Karrierejahren war Hucknell schon ein Superstar, bis heute hat er 50 Millionen Alben verkauft.

27.07. Dresden, Elbufer
31.07. Erfurt, Messe


Sarah Connor

Sarah Connor

Sarah Connor

Was für ein Comeback einer Sängerin, die nie weg war. Das neue Jahrtausend hatte die Hamburgerin (die natürlich nicht Connor heißt) als neuen deutschen Star etabliert: Tolle Stimme, international orientiert, ein bissel auf Skandal gebürstet. Das Konzept schlug ein, schon das Debütalbum platzierte sich europaweit ganz vorn. Nach 15 Jahren erfand sie das Konzept neu: Deutsch, authentisch, rückhaltlos offen - erwachsen einfach. Geblieben ist die einzigartige Stimme. Connor gehört zu den Künstlern, die auf der Bühne eine ganz besondere Aura entfalten und den Songs im Konzert ganz persönliche Facetten hinzufügen, die nicht auf Tonträger zu bannen sind.

10.08. Halle, Peißnitz
11.08. Dresden, Junge Garde


Boy

Boy

Boy

Kein Junge, sondern ein Duo aus zwei sympathischen Mädels, der Sängerin Valeska Steiner aus Zürich und der Hamburgerin Sonja Glass (diese Mischung führte dazu, dass sie von Anfang an auch in der Schweiz Erfolg hatten). Live steht eine richtige Band auf der Bühne, da sind dann auch Herren vertreten. Zu verdanken haben wir diesen charismatischen Pop-Entwurf unserem Herbert "Hörbi" Grönemeyer, der die Band entdeckte und für sein Label Grönland unter Vertrag nahm. Das sorgte von sich aus für einige Aufmerksamkeit - tatsächlich fand sich das erste Album "Mutual Friends" auch in den Top Ten wieder und verließ die Charts fast ein Jahr lang nicht. Ein optimaler Start und ein verdienter Erfolg.

11.08. Jena, Kulturarena
02.09. Leipzig, Parkbühne


Highfield Festival

Highfield Festival

Highfield Festival

Mit Rammstein haben sie den Festival-Coup des Sommers gelandet. Diese Band zieht allein so viel Leute, wie das Highfield-Gelände fasst. Und sie haben darüber hinaus ein wie immer superrundes, ausgewogenes Programm mit Highlights aller alternativen Szenen gebaut. Das gibt's in dieser verrückten Mischung wohl nirgends sonst: Paatie-Tekkno von Scooter neben schwerst korrektem Metalcore von Heaven Shall Burn, große alte Helden wie Skunk Anansie neben topaktuellen Überfliegern wie Annenmaykantereit, dazu jede Menge Schmeckerchen à la Wanda oder die Eagles Of Death Metal. Da wird jeder nach seiner Facon selig, man bekommt ein perfektes Festival-Billing und des Landes seit langem international wichtigste Band obendrein: Ein tonnenschweres Sahnehäubchen auf einer an sich schon fetten Torte. Dazu eines der schönsten Festival-Areale in einer Seenlandschaft, die erst richtig im Entstehen ist und von Jahr zu Jahr schöner wird. Es gibt jede Menge Fun und Action im Umfeld, das Festival hat einen eigenen Strand. Hut ab, Highfield-Macher, Ihr habt wirklich alles richtig gemacht, dieses Ding ist in diesem Sommer schlicht nicht zu toppen. Es war darum auch relativ ausrechenbar, dass dieses Kraftpaket vorher ausverkauft sein würde. Glück für die wachen Kümmerer. Die anderen müssen nun das Netz checken. Doch Vorsicht vor Abzockern und Neppern! Und das nächste Mal früher zuschlagen!

19.-21.08. Großpösna bei Leipzig, Störmthaler See

Highfield Festival - Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Highfield Festival

Highfield Festival

Highfield Festival - Rammstein

Rammstein



 

BossHoss

BossHoss

BossHoss

Die urbanen Cowboys aus der hundereichen Prärie zwischen Prenzelberg und Wedding haben wieder ihren stählernen Rosse gesattelt (BossHoss ist der Name eines Herstellers von überschweren Motorrädern in Dyers, Tennessee) und nehmen uns mit in das endlose Outback um den Alexanderplatz. Dos Bros, zwei Brüder mit Namen Boss Burns (Gesang, Waschbrett) und Hoss Power (Gesang, Gitarre) führen diese glorreichen Sieben an, mit ihnen reiten Hank Williamson (Mandoline, Banjo, Harmonika), Russ T. Rocket (Gitarre), Guss Brooks (Kontrabass), Frank Doe (Schlagzeug) und Ernesto Escobar de Tijuana (Percussion): Staubig und heiß wie die Wüste, doch es bleibt kein Auge trocken.

02.09. Erfurt, Messe
09.09. Dresden, Junge Garde


Van Morrison

Van Morrison

Van Morrison

Man kann den 1945 (!) geborenen nordirischen Singer/Songwriter durchaus mit Bob Dylan vergleichen. Allerdings hat er seine Karriere gleich mit verstärkter Gitarre begonnen und die ersten Hits wie "Gloria" mit der Rockband Them aufgenommen. Seit Mitte der 60er ist er solo unterwegs (bei Konzerten natürlich mit Backing Band) und fühlt sich in Folk, Blues und Rock gleichermaßen zu Hause. Mit Dylans "It's All Over Now, Baby Blue" hatte er einen weiteren Riesen-Hit. Ähnlich wie beim Amerikaner ist sein Live-Gebaren: Er betritt in der Regel grußlos die Bühne und verlässt sie ebenso danach. Dafür verzichtet er dazwischen komplett auf Ansagen.

08.09. Dresden, Junge Garde
09.09. Erfurt, Messe


Wort: FW / Bild: Bryan Adams, Jay Blakesberg, Dean Chalkley, Christoph Eisenmenger, Debora Mittelstaedt, Robin Schmiedebach, Christian Thiele, Robert Winter, Veranstalter