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Konzert-Special

Kurze heiße Tage, lange laue Nächte


Kurze heiße Tage und lange laue Nächte, in denen viel passieren kann: Der Konzertsommer hat es auch in diesem Jahr wieder in sich. Es sind Legenden am Start, vor denen möchte man vor Ehrfurcht zu Boden sinken. Doch gottlob widerstehen die meisten dieser Versuchung und stellen sich doch lieber an den Kaltgetränkewagen an. Trotz des energisch heraufgesetzten Rockerrentenalters gastieren wieder Künstler, die unsererseits zum dezenten Hinweis herausfordern, dass Ihr Eurerseits nicht zu lange mit dem Kartenkauf zögern solltet. Wer weiß, ob die nächste Tournee nicht schon direkt in Walhall stattfindet - und da kommen wir noch früh genug hin. Wo doch dieser Sommer gerade so schön ist...


Udo Lindenberg

Udo Lindenberg

Udo Lindenberg

Wohl noch nie stieg ein Phoenix so direkt aus der Flasche ins grelle Rampenlicht. Uns' Udo, den vor zehn Jahren alle abgeschrieben hatten, ist wieder dazu übergangen, den Eierlikör aus Gläsern und nicht mehr aus Flaschen zu trinken. Er wird von den Medien und Massen geliebt wie noch nie - und entsprechend herumgereicht. Was er geleistet hat, lässt sich selbst von einem solch gewaltigen medialen Overkill nicht kaputt machen, das sind unsterbliche Denkmale deutschsprachiger Rock-Musik. Die Reihe der Hits ist endlos lang, Udo wird es nicht schaffen, alle abzuarbeiten, auch an zwei Abenden im frischen Leipziger Erstligastadion nicht. Verneigt Euch vor dem Meister in Ehrfurcht & Emphase!

25./26.06. Leipzig, Red-Bull-Arena


Rival Sons

Rival Sons

Rival Sons

Eine Karriere wie aus dem Bilderbuch. 2008 im kalifornischen Long Beach gegründet, spielte der Garagen-Blues-Rock-Vierer um den markanten Sänger Jay Buchanan schon zwei Jahre später im Vorprogramm von Acts wie AC/DC, Kid Rock und Alice Cooper. Bis heute kamen noch Judas Priest, Deep Purple und Black Sabbath hinzu. Offenbar sind ihre Live-Qualitäten überzeugend und offenbar verträgt sich das neue Material bestens mit den Evergreens der Legenden. Kein Wunder, dass sie auf beiden Seiten des Großen Teichs schnell bekannt wurden, derzeit werden sie als einer der heißesten neuen Acts gehandelt, dem jeder Auskenner den baldigen Durchbruch bis an die Decke prophezeit. Vielleicht das letzte Mal im Club!

27.06. Leipzig, Werk 2


With Full Force

With Full Force - Slayer

With Full Force - Slayer

Das 16. Full Force Festival präsentiert sich einmal mehr stilistisch breit aufgestellt: Vom typischen Ami-Metal der Five Finger Death Punch bis hin zum Wikinger-Schlachtschiff Amon Amarth, von den fröhlich-korrekten Kult-Punks Bad Religion bis zum finstren Black Metal der norwegischen Dunkelgötter Borknagar, von steingrauen bitterbösen Legenden wie Slayer (Foto) bis zu jeder Menge taufrischer Bands. Die Gäste betätigen sich gymnastisch in der Disziplin Headbanging und finden sich zu Gemeinschaft stiftenden Bewegungsspielen namens Wall Of Death oder Circle Pit zusammen. Gelegentlich wird dem einen oder anderen Becher schäumenden Gerstensafts gefrönt. Und ewig piept der Tinnitus!

01.-03.07. Roitzschjora bei Bad Düben, Flugplatz


Blackmore's Night

Blackmore's Night

Blackmore's Night

Es ist wohl einmalig in der Rock-Geschichte, dass einer der Größten, der Mann, der zusammen mit Zeppelins Jimmy Page und Sabbaths Tony Iommy das Prinzip des Heavy-Rock-Riffs erfand und mit jenem von "Smoke On The Water" dessen Urmeter formte, sich so einfach, aber künstlerisch gänzlich unbeschadet aus dem lärmenden Rock'n'Roll-Zirkus verabschiedete, um an der Seite seiner Gattin Candice nunmehr anmutig die Renaissancelaute zu schlagen. Kein temporärer Spleen eines abgedrehten Superstars, sondern gelebtes musikalisches Faible seit vielen Jahren. Und unglaublich faszinierend.

03.07. Magdeburg, Festung Mark
15.07. Creuzburg bei Eisenach, Burg
16.07. Leipzig, Parkbühne


ZZ Top

ZZ Top

ZZ Top

Der flotte Dreier aus Texas ist die kleinste Big Band der Welt, ihr wüstentrockener Kraft-Blues bollert wie der Zylinder einer Harley. Seit 1970 zelebrieren sie schon ihren Südstaaten-Rock mit Bart, liefern den coolen Soundtrack zu einem endlosen Roadmovie. In ihrer erfolgreichsten Phase, repräsentiert durch die Millionseller-Alben "Eliminator" und "Afterburner" von '83 und '85, finden sich ihre größten Hits wie wie "Gimme All Your Lovin'", "Sharped Dressed Man" oder "Got Me Under Pressure". Sie können auch richtig rührende Slowrocker wie das wunderbare "Rough Boy". Auf der Bühne zeigen die kernigen Typen neben endloser Lässigkeit einen ordentlichen Schuss texanischen Humors.

09.07. Dresden, Elbufer


Christopher Cross

Christopher Cross

Christopher Cross

Ein seltener Gast hierzulande und bei der Generation "Junge Hüpfer" kaum noch bekannt. Es war Anfang der 80er Jahre, als dem sympathischen Soft-Rocker oder (wem das lieber ist) Singer/Songwriter aus San Antonio in Texas einige ganz große Hits gelangen: Gleich die erste Single "Ride Like The Wind" war ein solcher. Es folgten "Sailing", das wunderschöne "All Right (I Think We're Gonna Make It)" und ein paar weitere Ohrwürmer. Nach der Mitte der 80er wurde es stiller um ihn. Heute sind die Nummern aus den frühen Jahren Teil des Pop-Kanons. Erinnerungen an die guten alten Zeiten werden wach. Was waren wir jung und verliebt damals! Wenigstens den Soundtrack dazu können wir uns heute noch gönnen.

17.07. Leipzig, Parkbühne


Deep Purple

Deep Purple

Deep Purple

Noch immer donnern sie durch die Landschaft. Von der ersten Besetzung der Band, die im Jahre 1967 (vor einem halben Jahrhundert also!) auf Initiative zweier Geschäftsleute ins Leben gerufen wurde, die mal probieren wollten, ob mit einer Rock-Band Geld zu verdienen sei (sie verdienten ordentlich), ist nur noch Schlagzeuger Ian Paice übrig. Dessen energisches Drumming indes lohnt allein den Konzertbesuch. Aber immerhin war auch Bassist Roger Glover bei den allermeisten der vielen Purple-Besetzungen dabei und mit Sänger Ian Gillan haben sie den bekanntesten ihrer Schreihälse am Start. Es darf also auch ohne die legendären Streithähne Blackmore und Lord ein authentisches Erlebnis erwartet werden!

22.07. Dresden, Junge Garde


Picknick Open Air

Picknick Open Air - Mark Forster

Picknick Open Air - Mark Forster

Das ganz besondere Open Air: Auf die schöne Peißnitzinsel dürfen Kinder und Picknickkörbe mitgebracht werden. Es gibt sehr preiswerte Familien- und Kids-Tickets sowie viele Betreuungsangebote. Für die Eltern wird zeitgemäßer, freundlicher, intelligenter, deutscher Singer/Songwriter-Pop angeboten, in diesem Jahr mit Philipp Dittberner, Johannes Oerding und anderen. Headliner ist der letztjährige BuViSoCo-Gewinner Mark Forster (Foto), dessen Album "Bauch und Kopf" 2015 alle Rekorde gebrochen hat. Der Mann hat 350.000 ungeschummelte Likes im Gesichtsbuch! Um 15 Uhr geht es los, den ganzen Tag gibt's entspannten Genuss ganz in Familie und am Schluss ein schönes Feuerwerk.

23.07. Halle, Peißnitz


Katie Melua

Katie Melua

Katie Melua

Nicht nur bei uns machen Künstlerimporte aus dem Osten, aufgewachsen und geschult noch zu Zeiten der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Furore: Was in Deutschland Helene Fischer, die in Sibirien geboren wurde, ist in England Katie (eigentlich: Ketevan) Melua, deren Wiege 1984 in Tbilissi, der Haupstadt der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik, stand. Als sie zehn war, wanderte die Familie nach Irland aus - man fasste rasch Fuß auf hohem Niveau, denn der Vater ist Herzchirurg. Ein Auftritt bei einer britischen Talenteshow wurde dann zum Start einer rasanten Karriere. Heute führen Katies Tourneen um den gesamten Globus, die Abverkäufe ihrer Alben zählen nach Millionen.

30.07. Leipzig, Parkbühne


17 Hippies

17 Hippies

17 Hippies

Alle reden von Offenheit, von der Verschmelzung von Kulturen, von Integration, die auch Spaß machen kann. Die 17 Hippies machen das seit vielen Jahren. Seit sie in dem wunderbaren Andreas-Dresen-Film "Halbe Treppe" 2002 einen unvergesslichen Auftritt auf eben dieser hatten, sind sie das Urmodell des fröhlich-balkanesken Musizierens mit hohem musikalischem Anspruch bei mindestens ebenso hohem Spaßfaktor. Das hat nicht vordergründig eine politische Botschaft, aber eine sehr mächtige zwischen den Tönen. Die lautet: Wir könnten es alle bedeutend stressfreier haben, wenn wir ein wenig netter miteinander umgingen. Das Schöne daran ist, dass man diese Message auch wunderbar tanzen kann!

19.08. Halle, Galopprennbahn


Wort: FW / Bild: Tine Acke, E-Canto, David Koenigsmann, Jim Rakete, Schmidt-Schliebener, Andrew Stuart, Veranstalter, P.D.