Film 160x600_content
Mängelexemplar

Mängelexemplar


Es soll sie ja angeblich geben, die nicht ganz so gelungenen menschlichen Wesen, die sich vor allem über ihre Probleme definieren. Hier haben wir so ein Exemplar weiblichen Geschlechts, das übereifrig ist und damit mehr kaputt als gut macht. Die Frau merkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt und übertreibt es in der anschließenden Therapie dennoch wieder. Sie steht sich eben irgendwie selbst im Wege. Sarah Kuttner schrieb den erfolgreichen Roman über jene Karo, der als Vorlage diente, und Claudia Eisinger spielt diese junge Frau. Das macht sie gut, sie ist glaubhaft nervig und uneitel genug, sich auch herrlich gehen zu lassen. An ihrer Seite ein gut geführtes Ensemble von Darstellerinnen, wie Katja Riemann als Mutter und Barbara Schöne in der Rolle der charmanten Großmutter. Herausgekommen ist ein gelungenes Regiedebüt mit kleinen Mängeln in der Dramaturgie, wobei die Betonung auf klein liegt. Das ist sehenswert, auch wenn man das Buch nicht kennt.
X-Man: Apocalypse

X-Man: Apocalypse


Marvel ist der Comic-Verlag, der für Hollywood wohl der Lieferant für Filmstoffe zu sein scheint. Diesmal ist es der X-Man, der nun schon zum zweiten Mal als Vorlage dient für eine apokalyptische Geschichte. Der dritte Teil ist bereits in Arbeit. Eine der teuersten Produktionen ever. Mit 250 Millionen US-Dollar wurde bei der Realverfilmung eher geklotzt. Und das geht schon bei den Kostümen los, die denen des Comic-Originals ziemlich nahe kommen. Es geht um die Anfänge der Superheldentruppe und der Mutanten. Schließlich ist Apocalypse ja der erste Mutant, der nicht nur mächtig ist, sondern auch noch nach Jahrtausenden wieder erwacht. Da kann man dann schon mal enttäuscht sein von dem, was man so vorfindet auf der Erde und den Gedankengang entwickeln, alles neu zu ordnen. Also rasch eine starke Truppe um sich scharen und schon geht es los. Man darf gespannt sein, wann der Film seine Kosten wieder reingeholt hat ...
Bild: X-Verleih Bild: Twentieth Century Fox
Nur Fliegen ist schöner

Nur Fliegen ist schöner


Ein Tipp für alle, die es etwas ruhiger, filmisch französisch, leicht humorig und durchaus auch philosophisch mögen. Da ist Michel, ein Mann um die Fünfzig, in einer der alterstypischen Lebenskrise steckend. Ein Träumer, den sein Job gerade weniger begeistert, der lieber fliegen würde als arbeiten. Also nimmt er sich eine Auszeit und kauft sich ein Kajak, mit dem er eine große Reise vorhat. Irgendwann genug auf dem Trockenen geübt und ausgesetzt von seiner Frau auf dem Kanal, kommt er erst einmal nicht sonderlich weit. Und dann dreht sich alles mehr oder weniger um ein Ausflugslokal, in dem er immer wieder strandet und wo er Laetitia begegnet, unterm Kirschbaum liegt, Absinth genießt und ein paar weitere verrückte Typen trifft. Auch so kann man aus seiner gewohnten Welt geraten und vielleicht auch wieder zurückgelangen in den gewohnten Alltag. Oder auch nicht. Irgendwie liebenswert und charmant.
Doktor Proktors Zeitbadewanne

Doktor Proktors Zeitbadewanne


Das Pupspulver erfand Dr. Proktor bereits vor einiger Zeit, und dabei konnte man ihn auch schon filmisch begleiten. Wer sich das seinerzeit gegönnt hat, wird wissen, dass der arme Wissenschaftler unter dem Verlust seiner geliebten Margarine leidet. Und um sie endlich wiedersehen zu können, nutzt er mit Hilfe der beiden befreundeten Kinder Lise und Bulle seine neueste Erfindung, die Zeitbadewanne. Ordentlich die dazu benötigte Seife aufschäumen und schon ist man in der Vergangenheit. Und was ihnen dort bei Napoleon, während der französischen Revolution sowie gemeinsam mit Jeanne d'Arc passiert und ob sie die Geliebte finden, können wir nun auch im Kino verfolgen. Auf alle Fälle läuft mal wieder nicht alles so reibungslos, wie es sich der verrückte Wissenschaftler und seine Freunde vorgestellt haben. Egal, ob man das Kinderbuch von Jo Nesbø kennt oder nicht, das ist erneut ein Kinospaß für die ganze Familie.
Bild: Prokino Bild: Anke Neugebauer/Wild Bunch

Wort: Carola Kinzel