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Mario Thiel

Mario Thiel

Vorsicht, Thiel!

Jetzt kommen Bodenampeln


Endlich! Deutschland testet Bodenampeln, um Menschen, die beim Gehen in ihr Smartphone vertieft sind, an gefährlichen Straßenbahnübergängen zu zeigen, dass da ein gefährlicher Straßenbahnübergang ist. Gibt es etwa auch ungefährliche? Fahren da Soft-Bahnen, die beim Aufprall nicht so wehtun? Aber ich will nicht kleingeistern oder rumspießen, es geht ja um eine tolle Sache: Die Ampel im Fußweg, die es dem Smartphonisten ermöglicht, seinen Blick nach unten auf das Gerät gerichtet zu lassen und diesen nicht wegen einer Bahn, eines Busses oder anderer Nebensächlichkeiten des Straßenverkehrs heben zu müssen. Zumal es unverzeihlich wäre, wenn man seinem Kumpel schreibt, dass die "Alte abging wie eine Sau" und dann wegen des Verkehrs die Antwort des Kumpels verpasst. Oder die Cheyenne schreibt der Dakota, dass der "Typ gestern so was von, na Du weißt schon …" und beim sehnsüchtigen Warten auf die Antwort der Dakota, muss sie kurz hochschauen, bloß weil der Bus auf derselben Straße fährt, auf der sie gerade was eintippt. Das lenkt doch ab! Außerdem gibt es dann Stress, wenn der Scheiß-Bus die Cheyenne umfährt und Anwälte herausfinden müssen, warum der Busfahrer nicht aufgepasst hat. Tatsache ist, dass mit der Bodenampel der richtige Weg, weg von der Eigenverantwortung, eingeschlagen wurde, den übrigens Sachsen geebnet hatte.
Als zu wenige Schüler auf Grund der Bildungsempfehlung das Gymnasium besuchten, ist man nicht dem Irrglauben aufgesessen und hat die Schüler besser gemacht. Nein, man hat die Kriterien geändert, damit man mit einer gefühlten 4+ immer noch aufs Gymnasium konnte. Das ist aber auch ein Druck, der auf den Schülern lastet. Sie sollen früh zu einer festgelegten Zeit erscheinen, müssen dann vor acht Uhr schon denken, sollen dabei sitzen, können nicht talken, dürfen in den Pausen nicht rauchen oder kiffen und müssen sich dann auch noch einem bescheuerten Bewertungssystem stellen. Krass! Das geht später weiter!
Immer noch wird von Autofahrern eine abgelegte Fahrprüfung verlangt. Warum gibt es keine Fahrspuren, für die, die dazu keine Zeit oder es schlicht vergessen hatten? So genannte Reuss-Spuren. Am Ende fahren die besser als die Typen mit Fahrerlaubnis, die auf der linken Spur bei etwa 200 Sachen so viele Leben gefährden, dass selbst Terroristen neidisch werden. Okay, sie warnen die anderen Teilnehmer immer durch optische oder akustische Signale. Allerdings manchmal erst, wenn man schon fünf Sekunden vor ihnen fährt und sie darum auf 180 Sachen abbremsen mussten. Bloß weil man auch mal einen LKW überholen wollte. Da wünsche ich mir manchmal ein offensiveres Auftreten. Vielleicht könnten die Rundumleuchten und Sirenen bekommen, damit man schon an der Auffahrt weiß: Da hat es einer eilig.
Aber zurück zu den Smartphonisten: Ich denke, da ist erst ein Anfang gemacht worden, denn diese müssen immer noch gelegentlich hochschauen, wegen der Realität und so. Wie wäre es mit einer Reality-App? Auf der könnten sie ihr Umfeld live auf das Gerät holen. Zum Beispiel bei der Trauung. Sie müssten nicht den doofen Standesbeamten oder die Zukünftige anglotzen. Allerdings sollte man vorher die Zukünftige mal ranzoomen und kann nur hoffen, dass ihre virtuelle nicht von der realen Erscheinung abweicht, sonst erschrickt man fürchterlich, nur weil man einmal nicht hochgeschaut hat … S isso!
Ciao, Euer Mario


Internet:

www.vorsicht-thiel.de


Wort: Mario Thiel / Bild: Tobias Kade