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Ein Hologramm für den König

Ein Hologramm für den König


Auch wenn der Film bekannte Probleme im saudischen Königreich nur ganz marginal streift und die Situation im Lande nur demjenigen klar wird, der um die dortige Ausbeutung fremder Bauarbeiter, um Steinigungen von Ehebrecherinnen und Hinrichtungen Andersdenkender weiß, ist das ein sich gut wegsehender Film mit einer bezaubernden Geschichte. Tom Hanks unter der Regie von Tom Tykwer - da ist wohl ein Traum des Regisseurs in Erfüllung gegangen. Hanks stellt einen der Verlierer der Bankenkrise dar, dem sich nochmals eine letzte Chance bietet. Er soll König Abdullah eine neue Kommunikations-Software vorstellen, die mit Hologrammen arbeitet, und strandet in einer Art Potemkinschen Metropole, in der nichts wirklich vorwärts geht, und der König kommt und kommt nicht. Dafür macht unser Mann die Bekanntschaft einer einheimischen Ärztin, die in Scheidung liegt und ihm ein Geschwür entfernt - und damit wohl auch die Angespanntheit unserer westlichen Lebensweise.
Triple 9

Triple 9


Ziemlich viel Action. Und es ist nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Welcher Polizist ist nun auf der Seite des Gesetzes, welcher Zuträger der russisch-jüdischen Mafia? Wer wirkt mit den Latinos zusammen? Wer hier in Atlanta ist also korrupt und wer versucht dagegen anzukommen? Die Mafia-Chefin sucht unter der Polizei Ausführende für einen wahnsinnigen Raub, wird natürlich fündig - und derjenige meint, in einem Neuling im Dienst auch einen idealen "Partner" gefunden zu haben, den er umbringen will, um damit den Polizeinotruf mit dem Code 999 auslösen zu können. Im allgemeinen Chaos danach kann er dann fast in aller Seelenruhe das Ding durchziehen. Das ist alles nicht ganz neu, wirkt ein wenig wie zusammengewürfelte Versatzstücke aus diversen anderen Filmen, allerdings mit guten Darstellern. Achtung: Da spielt u.a. auch Kate Winslet mit, sie ist fast nicht zu erkennen...
Bild: X-Verleih/Warner Bild: Wild Bunch/Central
A War

A War


Krieg und Moral sind zwei Dinge, die für die meisten Menschen einfach nicht zusammengehen. Und auch im Kleinen ist das so - im Sinne von Schicksalsträgern, die Entscheidungen treffen müssen in kriegerisch hektischen Situationen. So wie der dänische Offizier einer Wacheinheit, der nach einem Angriff auf seine Soldaten einen schwer verletzen Kameraden ausfliegen lassen muss. Die Angreifer vermutet man in einem Gebäude. Der Offizier muss eine schnelle Entscheidung treffen, lässt es sprengen. Dabei kommen jedoch auch elf Zivilisten ums Leben. In der Heimat wird ihm deswegen der Prozess gemacht. Gut, zum Ende zieht sich der Film etwas hin, das kann aber das gute Gesamtbild der inneren Zerrissenheit von Menschen im Krieg nicht schmälern. Ein berührendes Werk mit hervorragenden Darstellern. Die Dänen haben erneut bewiesen, dass sie uns emotional bewegen können. Und das unter einem wirklich mal sehr angenehm sparsamen Einsatz von Musik!
Die Kommune

Die Kommune


Thomas Vinterberg (u.a. "Das Fest") verarbeitet in diesem Film mehr oder weniger seine eigene Jugend, die er in einer Kommune verbrachte. Es beginnt ziemlich komödiantisch und steigert sich immer mehr zu einer Familientragödie. Erst erbt ein Architekt eine große Villa, die er eigentlich verkaufen will. Seine Lebensgefährtin, eine Fernsehmoderatorin, kann ihn allerdings davon überzeugen, eine Kommune dort leben zu lassen - einschließlich der Beiden und ihrer 14jährigen Tochter. Eine fröhliche Truppe, leicht chaotisch, aber in gewisser Harmonie läuft das so eine ganze Weile, bis der Architekt mit einer seiner Studentinnen fremdgeht. Seine Partnerin schaut erst weg, versucht sich dann zu arrangieren und kommt schließlich auf die nicht ganz clevere Idee, die Geliebte auch einziehen zu lassen. Leider gelingt es Vinterberg nicht, die Spannung aufzubauen, die andere seiner Filme auszeichnet. Aber tolle Darsteller!
Bild: Studiocanal Bild: Prokino

Wort: Carola Kinzel