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Sarai Meyron

Sarai Meyron

Sarai Meyron

Untypisch ist typisch


Dein Vater stammt aus dem Irak, Deine Mutter aus der Schweiz, Du lebtest in den USA und in Israel. Seit letztem Jahr bist Du in Leipzig. Wie kam es dazu?
Wir sind eine Familie von unternehmungslustigen Frauen. Die Mutter meines Vaters hat ihre Familie vom Irak nach Israel gebracht, meine Mutter ist von der Schweiz nach Israel gezogen und wir sind in die USA umgezogen, weil meine Mutter dort eine Position erhielt. Letztendlich wollte meine Mutter in ihre Wahlheimat Israel zurückkehren. Also, wie kam es dazu? Auch ich bin eine unternehmungslustige Frau. Und warum gerade Leipzig? Ich habe mich an vielen Kunstschulen in Europa beworben und die HGB in Leipzig gefiel mir am besten. Dazu empfinde ich Leipzig als wunderschöne Stadt.

Was genau studierst Du an der Hochschule für Grafik und Buchkunst?
Das Studium ist sehr frei und breit. Ich bin selbst verantwortlich für die Fragen, die ich stelle und was ich daraus lerne. Wir lernen Kunst durch das Medium der Fotografie und versuchen, selber Kunst zu schaffen. Ich lerne unter anderem, wie deutsche Fotografie ganz anders ist als die israelische und was hier die Haupteinflüsse, wie zum Beispiel die Becher-Schule, sind.

Bild von Sarai Meyron

© Sarai Meyron

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In Israel hast Du schon einen Preis gewonnen für eine Fotoserie. Was war der Inhalt dieser Serie?
Ich nehme an, dass Du nach meiner Solo-Ausstellung in der Neri Bloomfield Galerie fragst. Diese Galerie ist der Hochschule angeschlossen, an der ich in Israel für ein Jahr Fotografie studiert habe. Das war eine große Ehre, aber kein Preis. Nach dem ersten Studienjahr habe ich beschlossen, in ein anderes Land zu ziehen. Die Ausstellung war eine Auszeichnung meiner israelischen Hochschule und eine Anerkennung meiner Arbeit. Es war das erste Mal in der Geschichte der Hochschule, dass jemand nach einem Jahr Studium eine Solo-Ausstellung in dieser Galerie bekam. In meiner Serie sind drei Leute zu sehen, zwei behinderte Freunde und ich. Ich lasse den Zuschauer einen Blick in die Gedanken, Gefühle und Beziehungen werfen, die diese Menschen miteinander verbindet und auch in ihre individuellen Eigenheiten. Das Projekt berührt Motive wie Schönheit, Humor, Sex, Verzweiflung und vieles mehr. Ich glaube, dass ich den Inhalt der Serie am liebsten "menschlich" nennen möchte.

Du wohnst im Neubaugebiet Grünau, eher untypisch für eine Künstlerin und Studentin. Wie kam es dazu?
Es war ein Zufall. Ich bin neu in Leipzig und in Europa und habe mich deshalb beim Studentenwerk gemeldet. Ich habe die Wohnung in Grünau bekommen, ohne viel über die Gegend zu wissen, und war froh, ein Dach über meinem Kopf zu haben. Jetzt wohne ich in der Nähe des Kulkwitzer Sees. Ich finde das fantastisch und kann den Sommer kaum erwarten! Und ist nicht untypisch das Typischste für eine Künstlerin?


Internet:

saraimeyron.weebly.com

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