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Konzert-Special

Herrliche gemeinsame Abende


Der Winter, der nie einer war, macht sich wohl hoffentlich bald vom kaum je weiß gewesenen Acker. Wir freuen uns trotzdem auf den Frühling, der bald wieder sein blaues Band durch die Lüfte flattern lassen und in uns allen jene bekannten und ersehnten Gefühle wachkitzeln wird, denen unsere Gattung ihre Fortpflanzung verdankt. Daher seien an dieser Stelle nicht nur ganz große Sommerhöhepunkte empfohlen, sondern echte Schmeckerchen, die uns in den kommenden Wochen erwarten und zum gemeinsamen Besuch animieren sollten. Einladungen zum Konzert werden selten ausgeschlagen und sind oft Grundlage für herrliche gemeinsame Abende. Den Rest erledigt dann der Frühling.


Revolverheld

Revolverheld

Revolverheld

Sie sind so etwas wie die norddeutsche Antwort auf die Sportfreunde Stiller und haben bisher alles richtig gemacht. 2005 war ihr Schlüsseljahr: Support für Die Happy (die sie längst hinter sich gelassen haben) und Silbermond (heute locker auf Augenhöhe). Erste Single, erstes Album - beide kamen in die Charts. Heute haben sie fast alles erreicht, was hierzulande abgeräumt werden kann: Das MTV-Unplugged-Album ist dran. Und diesem schönen Teil widmen sie die kommenden Konzerte mit großem Orchester. In jeder Show wird es prominente Gäste geben.

21.03. Leipzig, Arena
31.03. Magdeburg, GETEC-Arena
30.07. Dresden, Junge Garde
11.11. Erfurt, Messehalle


A-ha

A-ha

A-ha

Sie wollten aufhören, als es am schönsten war: Die letzte Tournee von Pål Waaktaar-Savoy, Magne Furuholmen und Morten Harket hieß "Ending On A High Note". Doch nun haben sie freudvoll Abschied vom tränenreichen Abschied genommen. Anderseits: Im Unterschied zu vielen Kollegen war man bei ihnen allgemein der Meinung, dass dieser Abgang viel zu früh erfolgt sei. Und tatsächlich haben sie's ja auch nur fünf Jahre ausgehalten, bevor sie drei Jahrzehnte nach ihrer aufregenden Debütsingle "Take On Me" (unvergesslich der seinerzeit revolutionäre Videoclip - es war die hohe Zeit von MTV) mit dem zehnten Studioalbum spektakulär auf Tour gehen. Achtung: Nur ein einziger Termin in Mitteldeutschland!

07.04. Leipzig, Arena


The BossHoss

The BossHoss

The BossHoss

Sie heißen Boss, Hoss, Russ, Guss, Hank, Frank und Ernesto und sie rocken die staubigen Arenen der Hauptstadt mit ihren Blue-Grass-Country-Rock and Roll und "Internashville Urban Hymns" (so der treffende Titel ihres ersten Albums) seit über zehn Jahren. Irgendwie schlug die brandenburgische Rodeo-Cowboy-Nummer mächtig ein in der weiten Prärie zwischen Kreuzberg und Wanne-Eickel. Warum auch nicht, wenn's Freude macht. Eines muss aber mal richtig gestellt werden: Die Dos Bros an der Spitze heißen gar nicht wirklich Boss & Hoss. Vielmehr ist BossHoss der Name einer extrem kultigen Motorrad-Manufaktur in Dyersburg/ Tennessee, wo überschwere Bikes mit 8-Zylinder-Chevy-Motoren geschmiedet werden.

08.04. Leipzig, Arena


Konstantin Wecker

Konstantin Wecker

Konstantin Wecker

Es ist nahezu unheimlich, wie der erste große Hit dieses Münchner Liedermachers, zweifellos einer der letzten ganz Großen dieser Zunft in diesem Land, noch heute mit einer unerhörten Aktualität frappiert. "Gestern habns an Willy daschlogn", Konstantin Wecker besang 1977 den Tod eines Aufrechten, der dumpfen Hassparolen zu widersprechen wagte. Fast 40 Jahre später heißt sein Konzertprogramm "Ohne Warum" und ist wie sein neues Album eine zarte, aufwühlende und bisweilen mystische Suche nach dem Wunderbaren. Doch keine Angst: Unpolitisch ist er nicht geworden.

08.04. Erfurt, Alte Oper
23.04. Dresden, Alter Schlachthof
24.04. Halle, Steintor-Varieté
26.04. Leipzig, Gewandhaus


Fiddler's Green

Fiddler's Green

Fiddler's Green

"Wissenswertes über Erlangen" hieß 1982 ein genialer Song der Foyer des Arts. Keiner wusste damals, was eigentlich zu besingen sei (auch nicht die Macher des Werks). Denn Fiddler's Green wurden erst 1990 gegründet. Die irren "Iren" haben mit ihrem halsbrecherischen Speedfolk (Verbrauch: Fünf Liter Guinness pro Konzertstunde) das beschauliche Städtchen zu einer Art Exklave der Grünen Insel gemacht. Zum 25-jährigen haben sie sich selbst mit einem besonderen Programm beschenkt: Beim "Acoustic Pub Crawl" verlagern sie das Geschehen in die freundlich-intime Atmo einer Küche. Doch am Ende wird's chaotisch und schweißtreibend wie immer!

15.04. Halle, Schorre
16.04. Glauchau, Alte Spinnerei


Kollegah

Kollegah

Kollegah

Eine Bio, wie sie für den Boss des deutschen Gangsta-Rap Vol. 2 (er selbst sagt: Zuhälter-Rap) wie gemacht scheint: Mutter Deutsche, Vater Kanadier, Stiefvater Algerier. Noch vor dem Abi Konvertierung zum Islam. Fanatischer Muckibudengänger. Strafprozesse wegen gefährlicher Körperverletzung und Besitz von harten Drogen. Intelligente, gewitzte Reime, doch nicht selten offen frauenverachtend und latent schwulenfeindlich. Der Soundtrack zur Silvesterparty am Kölner Hauptbahnhof. Deutschlands meistverkaufter Rap-Act derzeit. Dies ist eben ein freies Land, auch für jene, die es verachten.

16.04. Magdeburg, AMO
05.05. Dresden, Alter Schlachthof
06.05. Leipzig, Haus Auensee


Sarah Connor

Sarah Connor

Sarah Connor

Was für eine Geschichte: Das perfekte Comeback einer Künstlerin, die trotz unbestritten großer Stimme immer recht nahe am sinnfreien Boulevard-Gewusel um diverse It-People (sie war mal mit einem verheiratet) und deren Skandälchen stand, als reife, umso attraktivere Frau, als Mutter und gestandene Künstlerin, die es erstmals wagte, sich nur über ihre Lieder zu definieren. Und siehe, was sie musikalisch kann, reicht völlig aus - kein Mensch fragt mehr danach, was sie anhat, und vor allem, was nicht. Tolles Album in ihrer "Muttersprache", regelmäßige Gänsehautkonzerte: Unverpassbar!

19.04. Erfurt, Messe
10.08. Halle, Peißnitz
11.08. Dresden, Junge Garde


Max Prosa

Max Prosa

Max Prosa

Hier kommt einer, der das Zeug hat, sich dauerhaft ganz weit oben zu etablieren. Denn "Die Fantasie wird siegen"! So jedenfalls der Titel seines Debütalbums bei einem Major. Verholfen hat ihm dazu der Erfurter Clueso, in dessen weitläufigem Umfeld der blutjunge Berliner Abiturient Raum zur Entfaltung fand. 2011 nahm ihn Clueso mit auf Hallentour - und sofort waren alle interessiert an dem fantastisch ursprünglichen Liedermacher mit seiner grüblerischen, bildreichen Sprache, die unweigerlich im Kopf hängen bleibt. Manchmal scheint es, als sei der Anfangszwanziger von einer tiefen warmen Weisheit beseelt.

19.04. Jena, Café Wagner
02.05. Leipzig, Täubchenthal
03.05. Dresden, Groovestation


Gleis 8

Gleis 8

Gleis 8

"Endlich" heißt das zweite Album der Band um die ehemalige Rosenstolz-Sängerin Anna R. Für viele Fans beschrieb das Wort auch den Stoßseufzer, den sie bei der Veröffentlichung ausstießen. Die Verzögerung hatte allerdings allzu ernsthafte Ursachen: Saxofonist Lorenz Allacher, jener Musiker aus der Rosenstolz-Begleitband, mit dem Anna nach dem Split als erste anfing, über einen musikalischen Neuanfang nachzudenken, ist im vorigen Jahr an Krebs gestorben. Sie machen nun zu dritt weiter, das ist sicher ganz im Sinne dieses großartigen Musikers.

26.04. Leipzig, Werk 2
27.04. Dresden, Alter Schlachthof
29.04. Zwickau, Neue Welt
30.04. Erfurt, Stadtgarten


Gregor Meyle

Gregor Meyle

Gregor Meyle

Der absolute Gewinner von Xavier Naidoos Show "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert". Seit dieser Staffel kennt ihn jeder, wozu auch Sarah Connor mit ihrer Interpretation von Meyles "Keine/r ist wie Du" beitrug. Meyle ist aber kein blutiger Anfänger und sein Erfolg kein Zufall über Nacht. Er hat bereits vier Alben gemacht und Talentscout Nummer 1, Stefan Raab, hatte ihn schon vor Jahren fürs Fernsehen entdeckt. Nun ist er ganz oben und nennt eine Festplatte voller potenzieller Hits sein eigen.

19.05. Zwickau, Neue Welt
20.05. Erfurt, Stadtgarten
21.05. Halle, Steintor-Varieté
18.08. Magdeburg, Festung Mark
20.08. Leipzig, Parkbühne Geyserhaus



Wort: FW / Bild: Ufuk Arslan, Carsten Bunnemann, Caren Detje, Denis Ignatov, Nina Kuhn, Sandra Ludewig, Sebastian Sach, Tremark/Tim Kramer, P.D.