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Mario Thiel

Mario Thiel

Vorsicht, Thiel!

Ein heißes Teil


Ein Toaster ist ein oft kastenförmiges Gerät mit meist zwei Schlitzen zum Erwärmen von Brotscheiben. Da man die erhitzten Brotscheiben relativ zeitnah verzehren sollte, praktisch bevor sie hart werden und ich zu faul bin, diese jedes Mal aus dem Keller zu holen, steht der Toaster bei uns in der Küche am Frühstückstisch. Das klingt gefährlich, aber Toaster werden nur im Toastschlitz heiß und sind sonst harmlos, selbst, wenn man sie am Gehäuse berührt. Dachte ich. Nach vielen Jahren war der alte Toaster defekt, also suchte ich ein neues Gerät. Ich sah darin kein Problem, da ich bisher noch keinen Toaster besaß, den man nicht auch schmerzfrei hätte berühren können. Vielleicht hätte ich das im Elektronik-Fachhandel erwähnen sollen?
Der, den ich gekauft habe, wurde nämlich außen am Gehäuse schweineheiß, weshalb ich ihn dem Fachhändler am nächsten Tag zurückbrachte. Ich war irritiert, dass man mich vor krummen Gurken, Glühlampen und leistungsstarken Staubsaugern schützen wollte, aber nicht vor heißen Toastern! Wer stellt so was her? Ich begab mich also zum Kundenserviceschalter und sagte dem Kollegen, dass ich das Gerät für gefährlich halte, weil zum Beispiel mein Kind kurz aufschrie, als es aus Versehen außen ans Gehäuse kam. Nun kann das in einer Schreitherapie durchaus gewollt sein, aber beim Frühstück empfinde ich das als störend. So sagte ich das dem Fachmann nicht, sondern erwähnte nur die stark erhöhte Temperatur. Darauf bekam ich den Hinweis, dass es ein Toaster sei, aus Metall und der natürlich warm wird. Wobei sein Blick fragte, wie doof man sein kann. Er hatte mich also falsch verstanden: "Ich sagte auch nicht warm, sondern heiß!", entgegnete ich. Sicherheitshalber schob ich nach: "Und meine Hände waren auch nicht im Toastschlitz, sondern außen am Gehäuse!", ehe er mir sagen konnte, ich dürfte nicht reinfassen. Um ganz sicher zu gehen, erwähnte ich noch: "Ich bin doch nicht blöd!"
Beim Nichtzuhören blätterte er in der Bedienungsanleitung, um mir dann triumphierend vorzulesen, dass "das Gerät bei Benutzung warm werden kann!" Meine Frage, warum nicht draufsteht: "Gerät wird außen heiß, bitte nicht anfassen!", quittierte er mit dem Argument, auch eine Pfanne wird beim Braten heiß, was auf deren Verpackung auch nicht draufsteht. Ich erwog kurz, ihn zu fragen, ob er beim Essen am Herd sitze und statt des Tellers die Pfanne benutzt, beließ es aber bei dem Hinweis, dass bei der Pfanne im Unterschied zum Toaster quasi das Gehäuse von außen erwärmt wird. Das hörte er aber schon nicht mehr, denn er war wegen meines fehlenden Verständnisses für sein Produkt ziemlich sauer. Auf mich, nicht auf das Produkt. Und so hörte ich noch ein paar sachdienliche Hinweise aus seinem Gesicht purzeln: "Bei Nüssen müssen wir draufschreiben: Kann Spuren von Nüssen enthalten! Beim Wasser: Vorsicht nass! Beim Eis: Achtung gefroren! Oder was?"
Ich glaube, ich hatte ihn geöffnet. Er war sauer, weil ich keine Lust hatte, seinen heißen Toaster geil zu finden. Außerdem würde er das Ding ja zurücknehmen, also was soll das alles? Und wenn ich mir einen anderen aussuche, solle ich gezielt nach einem Toaster aus Plaste fragen oder mit Cool-Touch-Gehäuse, damit ich den Toaster beim Toasten anfassen kann oder was auch immer ich damit tun möchte, wobei er süffisant zwinkerte. Da er sich für witzig hielt, konterte ich damit, dass Sex mit Toastern nicht verboten sei! Wo-rauf ich ging und dabei rief: "Hauptsache, ihr habt Spaß!" S isso!
Ciao, Euer Mario


Thiels Treffen - Der Promitalk:

17.03. Putjatinhaus, Gast: Gerd Kastenmeier


Internet:

www.vorsicht-thiel.de


Wort: Mario Thiel / Bild: Angela Thiel