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Ein Atem

Ein Atem


Ein durchaus aktueller Film, in dem es um die junge Griechin Elena geht, die in Deutschland der Arbeitslosigkeit ihrer Heimat entfliehen will, doch dann erfährt sie, dass sie schwanger ist. Sie jobbt in Frankfurt am Main als Kindermädchen bei einem reichen Paar, das eine anderthalbjährige Tochter hat. Man versteht sich gut, das Kind fühlt sich wohl bei ihr. Aber eines Tages lässt sie die Kleine einen kurzen Moment aus den Augen und das Kind bleibt verschwunden. Elena flüchtet panisch nach Athen. Das verzweifelte Elternpaar gerät aneinander, lange Verborgenes bricht auf. Dann entschließt sich die Mutter, dem Kindermädchen nachzureisen, in der Hoffnung, ihre Tochter doch noch finden zu können. Ein nervenaufreibender und fesselnder Film, in dem vor allem Hauptdarstellerin Jördis Triebel zu überzeugen weiß - erzählt mit einem Perspektivwechsel, der vielleicht nicht hätte sein müssen.
Sebastian und die Feuerretter

Sebastian und die Feuerretter


Die Familienfilmempfehlung des Monats. Wer sich noch an "Belle & Sebastian" erinnert, weiß um die Geschichte des französischen Waisenjungen Sebastian, der einen verwilderten Hund findet und ihn gegen die Widerstände der Dorfbewohner behält, und diese Belle erweist sich als bester Freund. Jetzt eine Art Fortsetzung im Jahr 1946: Ein Flugzeugabsturz in den italienischen Alpen, Sebastians Tante ist an Bord. Er glaubt, dass sie es überlebt hat und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, bei der er auf die Feuerwehrleute stößt, die den Waldbrand nach dem Absturz zu löschen versuchen. Außer einem italienischen Mädchen glaubt keiner daran, dass Angelina noch lebt - und das hilft bei der Suche. Und dann ist da noch Pilot Pierre, der unfreiwillig in die Suche hineingezogen und noch etwas erfahren wird, was hier nicht verraten sei. Wieder tolle Darsteller. Kitschfrei wird es dennoch emotional.
Bild: Wild Bunch Bild: Neue Visionen
Point Break

Point Break


Das gab es doch schon mal, oder? Im Prinzip ja! 1991 verfilmte äußerst erfolgreich Kathryn Bigelow die "Gefährliche Brandung" und jetzt kommt ein eher mäßiges als voll überzeugendes Remake in unsere Kinos. Tolle Bilder, die da über die Leinwand flimmern, irre Aufnahmen in atemberaubenden Landschaften rund um den Globus, tolle Stunts zu Land, zu Berge, zu Wasser und in der Luft. Irgendwie kommt einem das aber eher wie einer der atemberaubenden Filme von Extremsportlern vor, die von einer gewissen Aufmunterungsbrausefirma produziert werden. Der Inhalt geht dabei leider verloren, wenn ein FBI-Agent undercover sich einer Truppe nähert, die Gutes vorgibt, wenn sie die Finanzmärkte mit spektakulären Überfällen zu erschüttern versucht, dafür aber über Leichen geht. Jenen empfohlen, die gern Surfer sehen, Freeclimber bewundern, Snowboarder bestaunen und gern mal durch Schluchten per Wingsuit fliegen würden.
69 Tage Hoffnung

69 Tage Hoffnung


Reale Ereignisse liefern ab und an hervorragende und spannende Vorlagen für Hollywood und Co. Es war im Jahr 2010, als fast die ganze Welt mitbangte um die 33 Männer, die nach einer Explosion in einem chilenischen Bergwerk eingeschlossen waren. Im Film stehen drei Verschüttete (die werden von Antonio Banderas, Rodrigo Santoro und James Brolin dargestellt) im Fokus des Geschehens. Unter Tage ohne Wasser, Essen und genügend Sauerstoff verlieren sie nicht den Mut und schaffen es irgendwie, Videos von ihrer Lage an die Oberfläche zu schicken. So können ihre Angehörigen (unter ihnen als Schwester eines Kumpels Juliette Binoche) verfolgen, wie sich die Lage zuspitzt. Ein internationales Team versucht parallel dazu, die Eingeschlossenen zu retten. 69 Tage lang Hoffen und Bangen. Leider kratzt der visuell sehr überzeugende Film der mexikanischen Regisseurin Patricia Riggen inhaltlich eher nur an der Oberfläche.
Bild: Concorde Bild: Warner Bros.


Wort: Carola Kinzel