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Holm Krieger von den  Chemnitzer Brühl-Pionieren

Holm Krieger von den Chemnitzer Brühl-Pionieren

Guerilla-Stricken am Brühl

Guerilla-Stricken am Brühl

Straßenkunst im Viertel

Straßenkunst im Viertel

Saniertes Haus der Genossenschaft

Saniertes Haus der Genossenschaft

Belebende Brühlpioniere

Es tut sich was

Holm Krieger lacht gerne und viel. Er gehört zu den "Brühlpionieren", einer Genossenschaft, die in der unendlichen Geschichte der Brühl-Belebung eine tragende Rolle spielt.

Der Brühl wiederum, ist eine Fußgängerzone inmitten von Chemnitz, die sich trotz zentraler Lage vor allem durch Leerstand auszeichnet. Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten soll sie belebt werden - seit gut einem Jahr ist für Holm und die anderen Genossenschaftler der Baustress vorbei und der bis dahin ungenutzte Altbau erstrahlt in neuem Glanz.
Geduld, Geld und Gemeinschaftssinn mussten sie mitbringen, um das zu erreichen. Die entspannten 30- bis 40-jährigen machten mit Learning-bydoing-Bereitschaft, Eigenleistungen, aber auch mit Hilfe eines "Baudompteurs", der die Arbeiten koordinierte und kontrollierte, ihren Traum wahr. Mitte 2013 hatten sie ihr Stückchen Brühl erworben, ein Jahr später waren die Bauarbeiten abgeschlossen und die zehn Wohnungen bezugsfertig.
Und es scheint tatsächlich Leben ins angestrebte Kreativviertel zu kommen. Umstrickte Baumstämme und Laternenpfähle prägen das Bild, großflächige Graffitis ebenso wie Flohmärkte und andere Straßenaktivitäten. Nur die Kneipen fehlen - noch. Dafür gibt es mittlerweile eine weitere Genossenschaft im Karree!
Holm kommt aus dem Kulturbereich, arbeitet in einem soziokulturellen Zentrum. Er hat das Gefühl, dass sich in den Verwaltungsapparaten derzeit etwas ändert - hin zum Positiven. "Die Stadt will uns tatsächlich unterstützen", schätzt der Brühlpionier ein. Sich und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter sieht er auf einer Gratwanderung zwischen der Verwirklichung eigener Jugendideale und einer vermeintlich (spieß-)bürgerlichen Realität.
Im ehemaligen Speisesaal der benachbarten Rosa-Luxemburg-Schule, den Holm und Familie nun als Wohnzimmer und Küche ausgebaut haben, sieht es allerdings überhaupt nicht spießig aus. Aus einem der vielen Fenster blickt man auf eine weitere Schule. In der probt Holm mit seiner Band Solche (mit der er schon bis nach Wladiwostok gekommen ist!), auch Chemnitzer Aushängeschilder wie Kraftklub, Calaveras und Suralin sowie das Bandbüro Chemnitz sind dort aktiv.

Alle haben sie Worten Taten folgen lassen, losgelegt, angepackt, nicht locker gelassen. Offensichtlich mit Erfolg.


Internet:

www.bandbuero-chemnitz.de
www.chemnitz-bruehl.de


Wort: P.D. / Bild: Torsten Reineck