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Konzert-Special

Hochsaison in Clubs, Sälen und Arenen


Nun ist er da, der Goldene Herbst. Die Konzerthallen sind voll, die Leute drängen nach dem erholsamen Sommer begeistert hinein. Schließlich ist bald Winter. Nie sind die einschlägigen Clubs, Säle und Arenen dichter gefüllt als im Oktober und November, jetzt wollen es alle wissen. Doch trotz des enorm breiten Angebots sind die Konzerte oft genug noch schneller ausverkauft als sonst: Also nicht lange zögern! Natürlich scheint es, als hätten wir in diesem Land momentan andere Sorgen, als uns auf Pop-Konzerten zu vergnügen. Doch wenn wir jetzt in Schockstarre verfallen und nicht den Kopf hoch- und an dem festhalten, was immer unseres war, wann dann?


Lena

Lena

Lena

Frau Meyer-Landrut heißt jetzt nur noch Lena und erinnert daher schon vom Namen her an das vor ihr größte Frolleinwunder der deutschen Pop-Geschichte: Tatsächlich ging Lena 2010 noch schneller an die absolute Spitze als knapp 30 Jahre vorher jene Band, die sich nach ihrer Sängerin Nena benannt hatte. Schließlich erwies sich das Anfangstempo doch als ein wenig zu schnell. Eine Debüt-Tournee in Zehntausender-Hallen lässt für eine gerade 20jährige kaum noch Luft nach oben. Gut für sie, dass der abklingende Hype und sie selbst ein wenig das Tempo gedrosselt haben und nun Zeit für eine künstlerische Entwicklung ist. Dann kann sie wie Nena auch mit 50 noch ganz oben stehen.

23.10. Leipzig, Werk 2


Heino

Heino

Heino

Die Verwandlung des haselnuss-schwarzbraunen Schlagervolksmusikbarden mit der markanten Brille zum blonden Scheitelhaar in einen Spaß-Rocker, der den Alternativen, deren liebstes Hänsel-objekt er war, den Stinkefinger zeigt und damit auch noch fett absahnt, ist das jüngste Pop-Wunder dieses Landes. An ihm haben sie sich fast alle abgearbeitet, es gehörte zu normalen Ton, ihm unappetitliche politische Ansichten zu unterstellen. Seit 2013 wird nun zurückparodiert und der alte Mann (er marschiert straff auf die 80 zu!) räumt mit den Stücken derer, die immer glaubten, ihn straflos verscheißern zu können, so richtig ab: The Empire strikes back!

30.10. Erfurt, Stadtgarten
31.10. Dresden, Alter Schlachthof


Betontod

Betontod

Betontod

"Punk's not dead!", schrien die Londoner Street Kids nach dem Ende der Sex Pistols. Heute, schlappe 35 Jahre später, wissen wir: Sie hatten recht. Ungefähr zehn Jahre nach dem Ende der Pistols gründete sich in Rheinberg, nahe der Toten-Hosen-Stadt Düsseldorf, jene Band, die heute Betontod heißt. Und nach zwei Jahrzehnten gnadenloser Muggerei in jedem dunklen Keller mit Steckdose haben sie auch endlich Erfolg. Sie haben ihren Punk-Sound inzwischen mit deftig krachigem Metal und fluffigem Ska ordentlich aufgeblasen. Doch die Botschaft ist noch immer die gleiche wie bei der Gründung: Punk's not dead!

05.11. Jena, F-Haus
06.11. Leipzig, Haus Auensee
20.11. Erfurt, Stadtgarten


Michael Patrick Kelly

Michael Patrick Kelly

Michael Patrick Kelly

Er war mal die zentrale Figur der legendären Kelly Family, der Vorzeigemusiker, der nicht weniger als 17 Instrumente beherrscht, der Songs und Sounds der Erfolgs-Band bestimmte. Er komponierte die großen Hits wie "Angel" oder "Fell In Love With An Alien". Als nach 20 Millionen Alben die Luft aus dem Konstrukt entwich und sich die Familien-mitglieder allmählich umorientierten, ging Paddy den mit Abstand konsequentesten Weg: Der tiefgläubige Katholik trat in ein Kloster im Burgund ein und lebte sechs Jahre als meditierender und studierender Mönch. Nach dieser langen Reise zu sich selbst fand er wieder zur Musik zurück.

05.11. Chemnitz, Stadthalle
06.11. Halle, Steintor-Varieté
07.11. Erfurt, Alte Oper


Kings Of Xtreme

Kings Of Xtreme

Kings Of Xtreme

Bereits die 7. spektakuläre Motorrad-Show auf der mit 75x100 Metern größten Indoor-Strecke des Kontinents! Die Veranstaltung wurde auf den November vorgezogen und markiert damit den offiziellen Beginn der deutschen Hallen-Saison für die Offroad-Bikes. An den ersten beiden Tagen werden Motocrosser mit teilweise über 20 Meter weiten Sprüngen für Action sorgen. Ein besonderes Highlight ist wieder im Programm: Ein echtes Schneemobil wird mitsamt seinen 250 Kilo Gewicht (ohne Fahrer!) einen Rückwärtssalto in zehn Metern Höhe vollführen. In der zweiten Nacht erfolgt ein Komplettumbau zum Enduro-Cross-Parcour. Dann werden verrückte Hindernisse wie Steine oder Traktorreifen in die Strecke eingebaut.

06.-08.11. Leipzig, Messe


5FDP, Papa Roach

5FDP, Papa Roach

5FDP, Papa Roach

Was für ein Kraftpaket! In Amiland haben sich zwei der wildesten, lautesten Direkt-auf-die-Fresse-Bands zu einem Dipol kurzgeschlossen, in dessen Kraftfeld enorme Energien frei gelassen werden. Der Schweiß wird in Bächen fließen, Todesmauern werden aufeinanderrasen, junge Leute wie angestochen im Kreis herumrennen. Kurz: Es bleibt kein Trommelfell trocken! Und weil die Ami-Rocker den Spaß wirklich bis an die Grenze ausfahren wollen, haben sie noch ihre Kumpels und höchstgehandelten Newcomer Devil You Know sowie die deutschen Senkrechtstarter Eskimo Callboy angeheuert. Besucht die Arena in Leipzig, Brüder und Schwestern! Wer weiß, ob sie nach dieser Lärm-Eruption noch steht.

09.11. Leipzig, Arena


Söhne Mannheims

Söhne Mannheims

Söhne Mannheims

20 Jahre ist es jetzt her, als Mannheim seine durch die jahrelang präsente Pop-Kultur der dortigen großen Ami-Basis geprägten Söhne auf die deutsche Szene losließ. Aus der damals gerade boomenden deutschen Variante des HipHop und viel Blue Eyed Soul in den Adern kreierten sie eine Art weißen R&B mit deutschen Texten und waren damit Initialzündung für eine Welle des NDG: Neuer Deutscher Gefühls-Pop. Zum Jubiläum sind neben dem unverzichtbaren Xavier Naidoo wieder Kämpen der allerersten Stunde wie Rolf Stahlhofen und Claus Eisenmann dabei. Es war genau diese Besetzung, die den heute legendären Ruf der Söhne als unschlagbare Live-Band begründet hat. Und sie können's noch immer!

12.11. Leipzig, Arena


Deep Purple

Deep Purple

Deep Purple

Sie sind die letzten der großen Rock-Dinosaurier der glorreichen Siebziger. Mit Roger Glover am Bass und Ian Paice am Schlagzeug ist die wohl beste Rhythmusgruppe des Hard Rock noch immer am Start. Sänger Ian Gillan ist eine Legende für sich. "Child in Time" bringen sie inzwischen freilich nicht mehr. Gillan ist gerade 70 geworden. Alt genug für Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und den Fans: Er versucht sich nicht mehr an stimmakrobatischen Übungen, bei denen er sich inzwischen verheben würde. Es gibt genug andere unsterbliche Hits, welche diese Band in den vergangenen 47 Jahren abgeliefert hat. Um Himmels Willen, was für einen stolze Zahl!

14.11. Magdeburg, Getec-Arena
17.11. Leipzig, Arena


Alexa Feser

Alexa Feser

Alexa Feser

Der Erfolg ihres Debütalbums "Gold von Morgen" ist noch ziemlich frisch. Doch die schöne blonde Berlinerin hat schon etliche Jahre Bühnenerfahrung gesammelt. Einige kennen sie vielleicht noch unter ihrem Künstlernamen Alexa Phazer (auch da gab es bereits ein Album). Der jetzige ist der echte. Klavier spielt sie, seit sie vier ist, sie sang im Background von No Angels oder Ricky Martin. Nunmehr führt sie ihre beiden Talente in einem gefühlvollen Piano-Pop zusammen. Mit schönen, tiefgehenden Texten und perfekt auf den Punkt produziert von den Profis Ingo Politz und Rainer Oleak. Charisma und Pop-Appeal treffen auf inhaltliche Substanz.

16.11. Erfurt, Alte Oper
02.12. Leipzig, Täubchenthal


Ryan Sheridan

Ryan Sheridan

Ryan Sheridan

Es gibt jene magischen Momente, die einem Künstlerleben die entscheidenden Wendungen geben können. Mit gerade 16 wurde Ryan Sheridan als Tänzer entdeckt und verließ seine irische Heimat Richtung Broadway. In New York lernte er Gitarre und begann eigene Songs zu schreiben. Zurück in Dublin und auf der Straße musizierend, sah er einen Mann zehn Minuten lang fasziniert vor ihm stehen und ihm schließlich eine Visitenkarte in den Gitarrenkoffer werfen: Sein baldiger Manager vermittelte den Kontakt zu einem der bekanntesten Iren hierzulande - und Rea Garvey nahm Sheridan vor zwei Jahren ins Vorprogramm.

19.11. Leipzig, Täubchenthal
20.11. Dresden, Beatpol
26.11. Erfurt, Centrum



Wort: FW / Bild: Mathias Bothor, Boris Breuer, Gregor Hohenberg, Nicolas Kantor, Tommy Mardo, Michael Petersohn, Jim Rakete, Safitar GmbH, Straight 8 Custom Photography, P.D.