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Knight of Cups

Knight of Cups


Man sollte absoluter Terrence-Malick-Fan und gespannt darauf sein, was der Regisseur diesmal an Opulenz zu bieten hat. Sein Ruhm - vor allem unter dem jüngeren Publikum - fußt wohl nach wie vor auf seinem meisterlichen "Tree of Life", und irgendwie erwartet das Publikum auch wieder einen ähnlichen Film. Der eigenartige Malick wäre aber nicht er selbst, wenn dann nicht anderes käme. Das hier ist sehr kryptisch, eher die Innenschau eines Filmautoren auf der Suche nach dem Sinn des Lebens oder der wahren Liebe. Und dabei lässt er sich treiben, fühlt sich von verschiedenen Frauen angezogen, treibt sich auf Parties rum. Das Ganze eingehüllt in streckenweise richtig dick aufgetragene Symbolik, Schwelgen in gefühlt sämtlichen Schickimicki-Villen Hollywoods und eher ohne echte Handlung. Das Bild eines Zerrissenen, eines Streuners, der nicht in der Lage ist, das wahre Glück zu finden. Aber sehr schöne Bilder.
Sinister 2

Sinister 2


Es gibt sie doch, die von manchen totgesagten Horrorfans, und die warten bei Fortsetzungen schon immer auf den Kinostart. Von "Sinister" kommt nun eine solche, und natürlich ist Ex-Deputy So&So mit von der Party, um den Dämon Bughuul zu vernichten. Ob ihm das diesmal gelingt, verraten wir selbstredend nicht. Nur so viel: Eine Mutter und ihre Zwillinge suchen in dem abseits gelegenen alten Haus Schutz vor dem gewalttätigen Ehemann und Vater. Der Bughuul ist allerdings schneller als sein Jäger und hat seine Ghost Kids längst auf eines der beiden Kinder angesetzt. Sie zeigen ihm ihre schlimmen Taten per Super-8-Kurzfilmchen. Das ist eine jener Fortsetzungen, die leider nicht viel Neues zu bieten haben und deren Schauer-über-den-Rücken-Jagen eher zarte Gemüter erreichen wird als die Hartgesottenen unter den Genrefans. Dennoch, wer "Sinister 1" gesehen hat, wird sich den zweiten Teil nicht entgehen lassen.
Bild: Studiocanal Bild: Wild Bunch
Landraub

Landraub


Der österreichische Filmemacher Kurt Langbein ist bekannt für seine fundierten Dokumentationen und ob seiner kritischen Auseinandersetzung mit den Auswüchsen der heutigen Gesellschaft. Hier zieht er uns Zuschauer mit interessanten Fakten und Bildern zum Thema Landraub in der sogenannten Dritten Welt in seinen Bann, zeigt aber auch Lösungsansätze: mit eigentlich einfachen Methoden auch dort höhere Erträge ohne chemische Keule zu erzielen. Was das Ganze so spannend macht, sind nicht nur die teils unglaublichen Geschichten von einfachen Bauern, denen das Land weggenommen wird, sondern auch die Gegenüberstellung von reichen Investoren und ihren Argumentationen von wegen allgemeinem Wohlstand und der ihrer Lebensgrundlage beraubten Menschen. Die wohl unerwartetste Aussage ist die, dass in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft weitaus effektiver gearbeitet werden kann als mit den großen Maschinen. Spannend und interessant auch für Stadtmenschen.
The Program - Um jeden Preis

The Program - Um jeden Preis


Man kennt ja so halbwegs die Geschichte um den amerikanischen Radfahrprofi Lance Armstrong: Aufstieg, Krebserkrankung, Genesung, erneuter Aufstieg, schier unschlagbar mit seinem Team, mehrfacher - schier unschlagbarer - Gewinner der Tour de France, Gerüchte um Doping, Dementis, nie erfolgter Nachweis. Und hier spielt ein britischer Journalist eine entscheidende Rolle: Er sucht nach Beweisen für die Verwendung von unerlaubten Mitteln zur Leistungssteigerung. Armstrong reagiert gereizt, verklagt, streitet ab, siegt weiter. Doch der Journalist gibt nicht nach, bis gezeigt werden kann, dass über Jahre hin systematisch betrogen wurde. Das ist trotz aller Kenntnis der Geschehnisse teilweise so spannend wie ein Krimi, wenngleich Stephen Frears' Film auch dramaturgisch streckenweise an eine Dokumentation erinnert. Durchweg gute bis ausgezeichnete Darsteller runden das Ganze ab. Alles in allem: Sehenswert.
Bild: Movienet Bild: Studiocanal


Wort: Carola Kinzel