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Konzert-Special

Mitnehmen: Regencape & Sonnencreme


Jahr für Jahr wiederholt sich die Diskussion: Der Sommer will nicht so, wie wir ihn wollen. Entweder ist er uns zu kalt und zu nass - und wenn doch mal ein wenig die Sonne scheint, werden wir für die unverdiente Wohltat gleich mit einem Unwetter bestraft. Oder er ist zu heiß und zu trocken - und wenn doch mal eine schattenspendende Wolke aufzieht, sind wir schon rosarot und ausgedörrt. Immerhin gibt es Experten, die uns für die nächsten Wochen Hoffnungen machen. Es gibt jedoch auch andere, die raten, man solle auf so etwas besser nicht hören und stets ein Regencape mit sich führen. Und die Sonnencreme natürlich auch. Aber keine Angst, alles wird gut!


Puhdys

Puhdys

Puhdys

Alt wie der Wald, doch stark wie ein Baum: Diese Männer weht nichts mehr um. Als sie 1984 kühn verkündeten, bis zur Rockerrente zu spielen, hat wohl keiner geglaubt, dass sie mehr als 30 Jahre später noch immer auf der Bühne stehen würden. Doch warum nicht, solange die Fans es wollen und Herr Jagger auch noch mit dem Hintern wackelt?

18.07. Chemnitz, Wasserschloss Klaffenbach
01.08. Gera, Hofwiesenpark
15.08. Halle, Peißnitz
22.08. Zwickau, Freilichtbühne
28./29.08. Dresden, Junge Garde
04.09. Nordhausen, Gehege
05.09. Görlitz, Kulturbrauerei


Fantastische Vier

Fantastische Vier

Fantastische Vier

Zwei wichtige Dinge passierten in der zweiten Jahreshälfte des deutschen Schicksaljahres 1989: In Leipzig lief eine Menge Leute (eine sehr große Menge) einmal um den Innenstadtring und läutete damit dem Anfang vom Ende des Ostblocks ein. Zwei Monate vorher hatten vier Typen auf einer Bühne aus Europaletten in einem ehemaligen Kindergarten den Deutsch-Rap erfunden. Wir reden hier nicht von der platten Übernahme von (früheren) Bronx-Gangsta-Schemata mit schlechten Aggro-Reimen, sondern von deutschem Sprechgesang mitten aus dem kraftvoll pulsierenden Herzen dieser Nation: Aus Stuttgart in Schwaben, wo Rechtschaffenheit, Freundlichkeit, Mercedes und Porsche zu Hause sind.

25.07. Dresden, Elbufer


Jennifer Rostock

Jennifer Rostock

Jennifer Rostock

Wir wissen es längt: Jennifer heißt nicht Rostock und kommt auch nicht von da. Aber immerhin von der Ostseeküste und zwar aus dem noch schöneren Zinnowitz, wo sie und Keyboarder Joe Walter schon gemeinsam Sandkästen umwühlten. Wir wissen nicht, ob Frau Weist (so heißt sie nämlich richtig) eine Stelle am sehnigen Körper hat, die noch nicht gehackt ist; die Anzahl ihrer Piercing-Löcher kennt sie wahrscheinlich selbst nicht. Das wird alles nicht sehr appetitlich aussehen mit Mitte 50. Doch heute ist das völlig egal. Jennifer ist jung, sie zeigt alles, die Musik geht ab und auf der Bühne agiert sie sowieso, als gäbe es kein Morgen.

31.07. Dresden, Junge Garde
07.08. Erfurt, Zitadelle Petersberg
05.09. Magdeburg, Festung Mark


Anastacia

Anastacia - Kreator

Anastacia - Kreator

Sie ist ein ziemliche Ausnahme in der Popszene: Nicht weil sie bei "The Cut", einem Casting-Format des Clip-Senders MTV bekannt wurde und gleich im Anschluss die Majors Schlange standen. Das passiert im Umfeld dieser TV-Sendungen gelegentlich. Dass daraufhin gleich das erste Album im Gefolge des Hits "I'm Outta Love" zum Mega-Seller wurde, ist zwar selten, aber es kommt vor. Auch ihren tapferen Kampf mit einer heimtückischen Krebs-Erkrankung führt sie zwar allein, aber sie ist nicht die einzige. Wirklich selten ist, dass eine amerikanische Sängerin mit souliger Stimme und dem Talent zur großen Show weltweit Millionen Alben verkauft, aber im Heimatland kaum bekannt ist. Verrückt!

08.08. Leipzig, Parkbühne


Revolverheld

Revolverheld

Revolverheld

Diese vier Hamburger sind dicke Kumpels, die auch privat zusammen abhängen. Das heißt aber nicht, dass sie sich hängen lassen. Von Anfang an, also vor mehr als zehn Jahren, wussten sie ganz genau, was aus ihnen einmal werden sollte: Popstars nämlich. Sie sind heute der Beweis dafür, dass so ein paar richtige norddeutsche Dickschädel zusammen turmhohe Dünen verschieben können. Nachdem sie sich in den ersten Bands den Allerwertesten abgespielt hatten, leisteten sie sich ein 18monatiges intensives Rock'n'Roll-Coaching-Programm und danach einen richtig professionellen Manager. Der brachte den Plattendeal mit Sony Music, den Start beim BuViSoCo, den Song zur Fußball-EM ...

08.08. Erfurt, Zitadelle Petersberg
29.08. Wernigerode, Bürgerpark


Highfield Festival

Highfield Festival

Highfield Festival

Gute Gründe, auf das Highfield zu fahren:
  1. Der Störmthaler See ist unter den vielen schönen Wassern des Leipziger Neuseenlandes das mit Abstand schönste - und beginnt erst, sich richtig schick zu machen. Man kann jetzt mit dem Fahrrad komplett rundherumfahren. Der Bergbautechnikpark ist Hammer! Baden satt an vielen Stellen!! Es gibt jetzt einen regulären Linienbus von Markkleeberg (S-Bahnhof) bis fast vor die Bühne!
  2. Die Macher haben ein einmaliges Foodsharing-Projekt ins Leben gerufen: Wenn Ihr von irgendetwas zu viel im Rucksack habt und keiner will's essen, dann gebt es ab - und nehmt dafür von den Fressalien, die andere abgegeben haben, die aber für Euch genau das Richtige sind.
  3. Das Festival mit dem grünen Punkt: Hier wird der Müll konsequent getrennt!
  4. Highfield kümmert sich um die Bands der Region: Den diesjährigen Highfield-Bandcontest und damit einen Freifahrtschein mitten auf die großen Festivalbühne haben Congoroo aus Halle gewonnen. Support your local scene!
  5. Die enorm hohe Dichte an extremen Partybands sorgt für den kompletten Workout: Dropkick Murphys, Marteria, Flogging Molly, La Brass Banda, Broilers, The Offpring - hier können mehr Kalorien abgetobt werden als bei einem Marathon!
  6. Last but not least sind auch alle anderen Bands des sehr sorgsam zusammengestellten Billings Gründe über Gründe!
14.-16.08. Großpösna (bei Leipzig), Störmthaler See


Tote Hosen

Tote Hosen

Tote Hosen

Ja, was soll zu den Toten Hosen aus Düsseldorf noch geschrieben werden? Deutschlands Vorzeige- Punks, gegründet standesgemäß im Ratinger Hof, haben in ihren etwa 35 Karrierejahren alles abgeräumt, was abzuräumen war. Seit 1990 ging jedes ihrer Alben sofort auf Eins in die Charts, sie sind aber (natürlich!) immer noch die alten Jungs von nebenan geblieben. Musikalisch haben sie sich auch nicht verändert. Was also noch schreiben?! Doch da, ein kleiner unscheinbarer Satz in der langen Autobiografie der Band: "Die Mitglieder der Band Die Toten Hosen haben auf dem Südfriedhof eine Grabstätte für 17 Personen gemietet, in der sie beerdigt werden wollen." Mal ehrlich, ist das nicht obercool?

22.08. Leipzig, Festwiese (ausverkauft)


Sean Paul

Sean Paul

Sean Paul

"Dancehall ist der Sohn des Reggae und der Bruder des HipHop." Sagt einer, der's wissen muss: Sean Paul ist Jamaikaner mit portugiesischen (väterlicherseits) und afrikanisch-chinesischen Vorfahren (mütterlicherseits). Schon im vorigen Jahrtausend gelingt ihm auf der Heimatinsel mit "Baby Girl" der erste Riesenhit. Weitere folgen, rasch kommen seine Stücke - zu diesem Zweck ein wenig glattgebügelt - auch jenseits vom großen Teich an. Das zweite Album "Dutty Rock" bringt Anfang der Nuller den Durchbruch. Der Titel ist nicht etwa Schweinskram: Eine Dutty ist eine stark benutzte Hasch-Pfeife. Das aktuelle Album heißt "Full Frequency" und ist der beste Stoff für die heiße Sommernacht.

24.08. Leipzig, Parkbühne


Unheilig

Unheilig

Unheilig

Vom 12. Februar 2010 bis zum 25. November 2011 war der Song "Geboren, um zu leben" 94 Wochen lang ununterbrochen in den deutschen Singlecharts notiert. Das hatte bis dahin kein Lied in deutscher Sprache je geschafft und seitdem gab es auch keines mehr. Unheilig waren bis dahin eine deutsche Gothic-Band. Düster, hart und theatralisch, ein bissel Klischee hie, ein wenig zuviel Pathos da - doch es war die ehrlich-hoffnungslose Art, mit der ein Schwarzromantiker die Welt eben sieht. Nach dieser Single war es plötzlich anders. Dem Grafen warfen frühere Brüder im düsteren Geiste plötzlich vor, das alles nur inszeniert zu haben. Kein Wunder, dass er das Handtuch wirft.

28./29.08. Leipzig, Völkerschlachtdenkmal
24.10. Chemnitz, Messe



Wort: FW / Bild: Per Florian Appelgren, Dario Dumancic, Frank Embacher, Gregor Fischer, Paul Ripke, Benedikt Schnermann, Erik Weiss, P.D.