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Mission: Impossible - Rogue Nation

Mission: Impossible - Rogue Nation


Es gibt Selbstläufer, die dazu verführen, die Gelddruckmaschine immer wieder anzuwerfen. Der fünfte Aufguss innerhalb von fast zwanzig Jahren der "Unmöglichen Mission" mit dem ewig knabenhaft scheinenden Tom Cruise als nach wie vor rastlosem Agenten, der die unmöglichen Sachen mit spielerischer Leichtigkeit löst und der nichts nicht kann: Fahren, rennen, sich tarzanartig in die Lüfte schwingen oder ein Flugzeug benutzen, was er selbstredend nicht wie ein normaler Mensch von innen sieht. Er reist auf der Außenhaut. Schließlich ist er wieder mal in Europa auf Rettungstour. Der Titel verrät ja, dass es sich um eine schurkige Nation handelt. Aber welche ist es? Österreich oder England? Oder gar das eigene Vaterland? Gemein ist, dass seine Impossible Mission Force abgeschafft werden soll. Das macht man nicht mit Ethan Hunt, der geht nicht freiwillig in Rente. Noch spielt er genug Knete in die Kassen.
About A Girl

About A Girl


"Von einem Mädchen" hätte man den Film ja nennen können, schließlich handelt es sich um eine deutsche Produktion. Was inzwischen in der Musik zu klappen scheint, wieder der eigenen Sprache zu vertrauen, hat sich in Filmkreisen noch nicht rumgesprochen. Dabei braucht sich dieser Streifen nicht zu verstecken, ein Film über die Pubertät und das Sterben, eine gelungene Mischung aus Komödie und Drama mit guten Darstellern. Mit der Welt nicht zurechtkommend, will sich die 15jährige Charleen umbringen. Das klappt nicht und nun läuft das ganze Programm mit Psychiater und Sozialarbeiterin und anstrengenden Schulkameraden und einem, der zwar ein Streber ist und unbeholfen, aber im Stande, in ihr ganz neue Gefühle zu wecken, mit seiner Art. Und so nebenbei wird auch die nervende Familie erträglicher. Ebenso, wie jeder, der die Pubertät schon hinter sich hat, es kennt. Generationsübergreifend empfehlenswert.
Bild: Paramount Picture Bild: NFP/Imbissfilm
Amy

Amy


Wenn man glaubt, viel über Amy Winehouse zu wissen, mag das in gewisser Weise stimmen. Man findet in dieser post mortem erzählten Lebensgeschichte der Ausnahmesängerin bekanntes Material, das, spannend verbunden mit bis dato unbekannten Privataufnahmen, eine packende Dokumentation ergibt. Die ist durchaus konventionell gemacht, was beweist, dass in dieser Form nach wie vor das Potenzial für packende Geschichten steckt. Und das ist nicht nur die ihrer Karriere, sondern auch die ihres wohl schon früh chaotisch laufenden Lebens. Dass sich die Familie von Amy nun düpiert fühlt, ist verständlich. Es ist keine Lobeshymne auf sie; außer der geliebten Großmutter kommen einzelne Familienmitglieder durchaus unangenehm rüber. Dieser sehenswerte Film macht vieles deutlich, setzt bekannte Dinge in überlegenswerte Zusammenhänge, aus denen heraus man zu verstehen beginnt, was man über A.W. schon mal gehört hat.
Heil

Heil


Mit deutscher Satire ist es leider oft so eine Sache: Gut gemeint, aber selten eine runde Angelegenheit. Das hier ist leider nicht bitter beißend, eher eine stumpfe Aneinanderreihung von Blödeleien im Hau-auf-die-Nazis-Stil. Ein farbiger linksliberaler Schriftsteller wird von Nazis in der (natürlich) ostdeutschen Provinz verprügelt und wechselt auf Grund des Schlages auf den Kopf die Seiten. Der Anstifter der Attacke muss dann auch noch in Polen einmarschieren, um das Herz der geliebten Doreen zu erobern ... Irgendwie kommt einem das Ganze vor wie die zahnlose Aneinanderreihung schlichter Witze ohne roten Faden. Gespannt darf man sein auf das Leipziger Gegenstück von Cinemabstruso, eine wirkliche Independent-Produktion, die keine finanzstarken Partner an ihrer Seite hat und deren Geschichte verdammt ähnlich klingt. Nur: Die arbeiten schon länger daran. Und: Deren Filminhalt wurde bereits bekannt gegeben, als "Heil" vermutlich noch in Planung war.
Bild: Prokino Bild: X-Verleih


Wort: Carola Kinzel