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Konzert-Special

Freundlich durch den Frühling


Jetzt sind die heißen Zeiten da. Der süße Frühling öffnet die Poren von Haut und Herzen, alle Hormone, die uns so zappelig machen, werden überreichlich ausgeschüttet ("süße, ahnungsvolle Triebe" nennt das der Dichter). Klar, Mutter Natur hat das am Ende alles bloß zur Arterhaltung, also zur Fortpflanzung eingerichtet. Wir aber haben schon lange herausgefunden: Der Weg ist das Ziel. Und wer auf diesem Weg zum Erfolg kommen will, muss freundlich sein. Gottlob haben die meisten das auch kapiert. Bei den folgenden Events wird es garantiert sehr freundlich zugehen! Da kann man miteinander tanzen, jubeln und schreien und sich Frühlingshaftes in die Ohren flüstern ...


Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-Treffen

Inzwischen zählt es zur kleinen, aber erlesenen Riege der europäischen Traditions-Festivals. Und es bleibt eines der ganz besonderen: Keine große Bühne auf der grünen Wiese, sondern Konzerte, Filme, Lesungen und Nächte verschlingende Parties in der ganzen Stadt. Keine Stars für Mehrheiten treten hier auf, dafür oft lange nicht erlebte Götter einer Szene, die sich immer ein wenig absondert. Es gibt ästhetische Genüsse angesichts von wundervollen Gewandungen - und natürlich die freundlich lächelnden Leipziger Bürger allerorten, die knipsen, als würde das morgen verboten. Im Heidnischen Dorf vermischt sich alles, der Geheimtipp für alle, die nur mal Atmosphäre und Patchouli schnuppern wollen.

22.-25.05. Leipzig, diverse Orte


Element of Crime

Element of Crime

Element of Crime

Die Ritter der gepflegt urbanen, lakonischen Melancholie, des Berlin-Chansons mit ganz spezieller, sehr poetischer, meist weitgehend hoffnungsfreier Lyrik. Es gibt kaum Schöneres, als sich an einem lauen Sommerabend in diese eigenartige Element-Stimmung hineinfallen zu lassen. Auch auf dem aktuellen Album zeigen Sven Regener und Mannen keinen Hauch von Müdig- oder gar Fröhlichkeit. "Lieblingsfarben und Tiere" heißt das Werk, das übrigens in Österreich direkt auf Eins in die Charts ging. Es strotzt vor schönen Melodien und bittersüßer Schwermut - so etwas will genuss-voll durchlitten sein.

30.05. Leipzig, Parkbühne
17.07. Dresden, Junge Garde
18.07. Jena, Kulturarena


Limp Bizkit

Limp Bizkit

Limp Bizkit

Sie haben ihn wahrscheinlich erfunden: Mit ihrem exzessiven Gemisch aus Heftig-Metal mit Wuchtig-Gitarren und HipHop-Elementen, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Funk und Punk, dürfen die Jungs aus Jacksonville/Florida als die Gründerväter des Nu Metal angesehen werden. Über 40 Millionen Alben sollen sie bisher verkauft haben. Der Dauerstreit zwischen Sänger und Bandkopf Fred Durst und dem eigenwilligen, stets maskierten Gitarristen Wes Borland hat der Sache eher genutzt als geschadet. Die Zeiten ihrer beiden Blockbuster-Alben von 1999 und 2000 sind inzwischen eine ganze Weile vorbei. Aber das stört überhaupt nicht, diese gestandenen Männer sind längst lebende Legende.

01.06. Leipzig, Haus Auensee


Rawk Attack

Rawk Attack - Papa Roach

Rawk Attack - Papa Roach

Endlich mal wieder ein Billing, das nicht ein halbes Dutzend Acts derselben Richtung aneinanderreiht, sondern auf musikalische Vielfalt und geschmackliche Offenheit bei den Fans setzt. Das Powerpaket bildet eine beträchtliche Spannbreite des modernen Metal ab, besteht aus Newcomern und Stars: Zu solchen gehören Papa Roach (Foto), die sich mit ihren Nu-Metal-Mitsing-Hymnen um die Jahrtausendwende in die Herzen der Gemeinde brüllten. Dazu Metalcore mit Asking Alexandria aus dem britischen York, Motionless In White aus Scranton/Philadelphia zelebrieren eine Mischung aus Industrial- und Gothic-Metal sowie Melodic Hardcore. Und die Kalifornier Hollywood Undead spielen echten Crossover.

10.06. Dresden, Alter Schlachthof


Toto

Toto

Toto

Eine Legende des AOR, des Adult Orientated Rock, entstanden in der zweiten Hälfte der 70er, als man sich das erste Mal ernsthaft fragen musste, ob Rock 'n Roll auch von Leuten über 30 gemacht und gehört werden dürfe. Gleich auf dem Debüt-Album von 1979: "Hold The Line". Die gehämmerten Klaviertriolen auf dem knackigen Riff wurden seither 1.000 Mal kopiert und sind trotzdem unerreicht. Auf "Toto 4" gab es 1982 dann die Über-Hits "Rosanna" und "Africa". Seitdem sind sie Teil der Musikgeschichte, thronen im Olymp und wachen über ihre Sammlung aus Platinalben und Grammies. Den meisten ist egal, was sie danach gemacht haben, dabei ist vieles davon sehr gut.

12.06. Leipzig, Parkbühne
13.06. Dresden, Junge Garde


The Hooters

The Hooters

The Hooters

Rock für Erwachsene aus Amerika. Ähnlich wie Toto sind die Hooters dem qualitativ hochwertigen Mainstream-Rock zuzurechnen. Zwei Alben in den 80ern waren es, die sie unsterblich machten: Auf dem Debüt war 1985 ihr erster Hit "All You Zombies", der Nachfolger enthielt zwei Jahre später "Johnny B.". Schon die halbe Miete für ein ordentliches Appartement in der Ewigkeit, dabei gab es noch weitere schöne Nummern wie "And We Danced" oder "Satellite": Die Hooters aus Philadelphia machen ehrlichen, eher unaufgeregten Rock für die ganze Familie, Konsensmugge in des Wortes allerpositivster Bedeutung.

24.06. Erfurt, HsD
25.06. Leipzig, Parkbühne
26.06. Löbau, Messehalle


Roxette

Roxette

Roxette

Sie sollen weltweit über 70 Millionen Alben verkauft haben. Das liegt einige Lichtjahre jenseits von Gut & Böse. Dabei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass es in der ersten Hälfte der 90er einfach in war, sich die Tonträger selbst zu kaufen: Die CD war neu und hip, sie war unkopierbar, jedenfalls dem damaligen Kopiermedium, der Kassette, qualitativ turmhoch überlegen. Die goldenen Zeiten der Tonträgerindustrie. Aber das soll keineswegs die Qualitäten der Schweden mit solchen Evergreens wie "The Look", "Listen To Your Heart", "It Must Have Been Love", "Joyride" "How Do You Do" oder "Crash! Boom! Bang!" schmälern. Alles von 1989 bis '94. Und die Aufzählung ist sehr unvollständig.

28.06. Dresden, Elbufer


Elton John

Elton John

Elton John

Wenn es irgendwann einen Star gab, auf den sich wirklich alle einige können, dann ist es dieser. Anfang der 70er liebten die Kids den schrägen Vogel mit den verrückten Brillen am Klavier, sie liebten ihn immer noch, als er und sie erwachsen wurden. Fast jeder Mensch auf der Erde kann einige der unsterblichen Melodien aus seiner Feder mitsingen, keiner hat so viele davon geschrieben. Die Schwulen lieben ihn, weil er so schön und offen schwul ist, den konservativen Royalisten hat er Lady Di zurückgegeben, die Kinder lieben die Musik der Disney-Blockbuster und sogar Fußballfans wissen, dass er lange einen Verein der englischen Liga massiv gefördert hat. Naja: Eigentlich besessen.

28.06. Leipzig, Messehalle 1


Melissa Etheridge

Melissa Etheridge

Melissa Etheridge

Eine Künstlerin der besonderen Art. Sie war schon nach ihrem Debütalbum 1988 in den Staaten ein echter Star (da kannte man sie hier noch nicht so), hat sich in die Politik gemischt (natürlich auf der correcten Seite) und sich bei einer Wahlveranstaltung für Bill Clinton als Lesbe geoutet. Das war seinerzeit alles andere als selbstverständlich. Inzwischen läuft es wie bei den Stinos: Drei Ehen, vier Kinder. Für zwei davon hat kein Geringerer als David Crosby (von Crosby, Stills, Nash & Young) das Sperma gespendet. Wenn man berühmt ist, geht sowas. Sie ist während ihrer Brustkrebs-Chemo gnadenlos mit Glatze aufgetreten. Und da sind dann noch Song wie "Ain't It Heavy" oder "Bring Me Some Water".

13.07. Leipzig, Parkbühne


Highfield Festival

Highfield Festival - KIZ

Highfield Festival - KIZ

Nun ist der Sack zu, das Billing komplett und das Highfield präsentiert sich mit einem seiner stärksten Jahrgänge. Zu Kultrapper Marteria, den Ami-Emo-Punkern The Offspring und den Rudeboy-Punks Broilers kommen die Deutschrapper K.I.Z. (Foto), die abgefahrenen bayerischen Blaskapellen-Popper La Brass Banda und die britischen Indie-Rocker The Subways. Schon hier wird die Stärke des Highfield deutlich: Alles, was sich irgendwie Indie nennen darf, ist hier mit Topacts vertreten, die Zusammenstellung geht von Rap bis Rock, von bitterböser Wut bis hin zu ausgesprochenem Spaß. Und das Ganze vor der Kulisse des immer schöner werdenden Störmthaler Sees, der zum Chillen beim Bade lädt.

14.-16.08. Großpösna (bei Leipzig), Störmthaler See



Wort: FW / Bild: Jennifer Hoffert (www.jenly.de), Charlotte Goltermann, Dave Jackson, Stefan Kaiser, Fredrik Etoall, Tarina Doolittle, P.D.