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Konzert-Special

Legenden, Hits und schräge Vögel


Achtung, Freunde der Musik: Jetzt geht sie wieder los, jene Zeit, in der in der Natur und in den Herzen alle Knospen wie wild zu sprießen beginnen, wo zwischenmenschlich Dinge passieren, die vorher keiner für möglich gehalten hätte. Doch man muss es den Dingen auch gestatten zu geschehen. Also vergesst einfach mal "Fantastic Slaughter VII" und fahrt die Kiste runter. Wechselt die Hausschuhe gegen die schicken Schaukelschuhe, informiert Euch kurz, was im letzten Vierteljahr so los war und gebt dem Nerd in Euch mal Urlaub. Geht auf ein Konzert! Nehmt einfach eines von denen auf diesen Seiten. Ihr werdet staunen, wer da ist und was geht!


Blutengel

Blutengel

Blutengel

Er ist ein echt schwarzbunter Vogel, der Chris Pohl aus Berlin, der schon eineinhalb Jahrzehnte mit seinem techno-affinen Elektro-Projekt Blutengel, das ihn an der Seite von immer neuen weiblichen Gesangsschönheiten präsentiert, durch die Dunkelszene geistert. In der Gothic Community ist er heftig umstritten, sie nennen ihn den schwarzen Dieter Bohlen. Die einen sehen dabei den Titan des Dunkelpop, die anderen ein auf Mehrheiten zugeschnittenes, seelenfreies Reißbrettprodukt. Egal, wofür man sich entscheidet, an Chris Pohls Blutengel führt kein Weg vorbei: Wer sich Grufti nennt, kann ihn lieben oder hassen, aber nun mal nicht ignorieren.

18.04. Dresden, Alter Schlachthof
25.04. Erfurt, HsD


Chris de Burgh

Chris de Burgh

Chris de Burgh

Nun ja, sie kommen in die Jahre. Auch Chris de Burgh, der irische Sänger mit dem bodenständigen Charme und den durchaus anspruchsvollen Liedern, die es trotzdem schafften, weltweit Hits zu werden, geht nun schon auf die Siebzig zu. Egal, Songs wie "Lady In Red", "Don't Pay The Ferryman", "Where Peaceful Waters Flow", "Missing You" und "High On Emotion" sind definitiv zeitlos. Und de Burgh ist ein Kumpeltyp. Ein Zuschauer schwärmte: "Es war eine ganz familiäre Stimmung. Und man hat ihm sogar noch ein Fass Bier auf die Bühne gestellt!"

24.04. Halle, Händel-Halle
25.04. Leipzig, Haus Auensee
24.06. Halle, Händel-Halle
26.06. Zwickau, Stadthalle
27.06. Pößneck, Lutschgenpark


Blind Guardian

Blind Guardian

Blind Guardian

Über 30 Jahre gibt es diese Legende des deutschen Heavy Metal aus Krefeld nun schon. Begonnen haben sie mit jenem typisch deutschen melodischen Speed Metal, den kurz zuvor Helloween erfunden hatten. Bald schon mischten sie immer mehr klassische Elemente und gekonnten Bombast in die Songs. Das heute legendäre Album "Somewhere Far Beyond" war das erste dieser Art, lange vor dem skandinavischen Classic oder Opera Metal. Und genau dort setzen sie wieder an: Im Zentrum des aktuellen Opus "Beyond The Red Mirror" stehen zwei neuneinhalbminütige Wuchtbrummen, "Grand Parade" ist laut Gitarrist André Olbrich der "beste Song, den wir je geschrieben haben".

30.04. Leipzig, Haus Auensee


Hubert von Goisern

Hubert von Goisern

Hubert von Goisern

Vergesst Gabalier und all diese Burschen aus einem der Millionen Alpentäler, die sich neuerdings E-Gitarren umhängen und die wilde Sau rauslassen: Den Alpenrock hat ganz klar Hubert Achleitner, der sich "von Goisern" nennt (aber nicht, weil er auf adlig machen will, sondern weil er aus Goisern in Oberösterreich stammt), erfunden. Der machte schon in den 80ern mit seinen Original Alpinkatzen Rock 'n Roll, reichlich gemixt mit heimatmusikalischen Zutaten. Die Volksmusikfraktion hat damals die Nasen gerümpft. Goisern schaut bis heute musikalisch über den Alpenrand hinaus und verwurstet alles, was sich in den Blasebalg seines Akkordeons verirrt.

15.05. Zwickau, Neue Welt
16.05. Leipzig, Haus Auensee


Räuberzivil

Räuberzivil - Heinz Rudolf Kunze

Räuberzivil - Kunze

Er geht jetzt ins volle Risiko: Hat Heinz Rudolf Kunze bei den bisherigen Tourneen seines Projektes Räuberzivil in den Ankündigungen immer dafür gesorgt, dass sein Name auch an unübersehbarer Stelle die Richtung vorgegeben hat, so baut er diesmal ganz darauf, dass sich seine hochgelobte Spielwiese inzwischen rumgesprochen hat und den Fans genauso viel Spaß macht wie ohrenscheinlich ihm selbst. Der Name deutet es an: Hier krempelt der Meister mal die Ärmel hoch. Wo er auf Kunze-Alben den einen oder anderen Schritt in eine ferne geistige Aura unternimmt, geht er diesen Schritt hier auf die Leute zu.

15.05. Halle, Händel-Halle
13.06. Plauen, Spitzenfest
04.11. Erfurt, Kaisersaal


Farin Urlaub

Farin Urlaub

Farin Urlaub

Wenn ein echter Rockstar es mit der eigenen Band wirklich geschafft hat, besetzt er aus lauter Langeweile (läuft alles sowieso von alleine und die Kids jubeln wie blöde, egal, ob du singst oder pupst) das fällige Soloprojekt (pure künstlerische Selbstfindung!) komplett mit attraktiven Damen. Geiler Kick, einfach ein paar Girls erotisch für sich schwitzen lassen und beim Konzert nicht in die leeren Augen der anonymen Masse, sondern auf den knackigen Hintern gleich nebenan schauen zu können. So jedenfalls der Lieblingswachtraum alternder Rock 'n Roller. Traut sich natürlich keiner, sowas wirklich durchzuziehen. Außer Farin Urlaub. Der darf alles.

23.05. Erfurt, Thüringenhalle
29.05. Leipzig, Arena


Matthias Reim

Matthias Reim

Matthias Reim

Mit allen Feierlichkeiten zum 25jährigen Jubiläum von Mauerfall und Anschluss der fünf neuen Bundesländerländer an die Bunderepublik (der Terminus "Wiedervereinigung" ist de facto wie de jure falsch) wird auch Matthias "Matze" Reim das wichtigste Jahr seines Lebens feiern dürfen: Vom Mai bis September '90 nämlich stand an der Spitze der deutschen Hitparade sein "Verdammt, ich lieb dich", der den charismatisch-hemdsärmeligen Songschreiber (er schreibt sich wirklich alles selbst!) in den Schlager-Olymp schoss, wo er noch heute wohnt.

29.05. Dresden, Junge Garde
25.07. Kamenz, Hutbergbühne
01.08. Landsberg (bei Halle), Freilichtbühne
22.08. Chemnitz, Wasserschloss Klaffenbach


Element of Crime

Element of Crime

Element of Crime

14 Alben lang schon schlurfen Sven Regener und Kumpane in scheinbarer melancholischer Antriebslosigkeit durch die tristen Straßen ihrer grauen Stadt Berlin, machen dabei eine chansonesk-traurige, musette-affine Musik, als wäre das alles Paris, und haben noch immer nicht die Schnauze voll von all der Hoffnungslosigkeit und dem Unverstandensein durch die Mehrheiten. Naja. Viel wichtiger ist: Die Plattenkäufer haben auch noch nicht die Schnauze voll und die Mehrheiten strömen inzwischen in die Konzerte. Willkommen im richtigen Leben, Jungs, der Scheck ist gedeckt!

30.05. Leipzig, Parkbühne
17.07. Dresden, Junge Garde
18.07. Jena, Kulturarena


Kiss

Kiss

Kiss

Der 40. wird ja immer ein wenig ausladender gefeiert. Bei der Rock-Legende Kiss wäre die Fete schon Anfang 2013 fällig gewesen: Im Januar 1973 begann diese typisch amerikanische Erfolgsgeschichte mit einem Auftritt vor ein paar geladenen Gästen. Am Ende jenes Jahres hatte die Band das erste Album draußen, war im Fernsehen gewesen und wegen ihrer Masken und Shows landesweit bekannt. Vor kurzen hat nach Mr. Blutspucker Gene Simmons auch der Gitarrist Paul Stanley seine Biografie veröffentlicht. Hatte Simmons den Leadgitarristen Ace Frehley volley genommen, so arbeitete sich Stanley vor allem an Drummer Peter Criss ab. In deren Masken stecken jetzt folgerichtig Tommy Thayer und Eric Singer.

04.06. Leipzig, Arena



Wort: FW / Bild: Annie Bertram, Stephanie Cabral, Charlotte Goltermann, Olaf Heine (2), Martin Huch, Dave Morley, Jürgen Skarwan, P.D.