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Patrick Hölseder

Patrick Hölseder

Patrick Hölseder

Lieber frei sein


Du fotografierst ausschließlich Männer?
Ja, ich fotografiere ausschließlich Männer. Man sollte ja schließlich das fotografieren, was man am schönsten findet. Letztes Jahr hatte ich allerdings ein Shooting mit einer Frau, was mir auch sehr gefallen hat. Dieses Jahr versuche ich mehr mit Frauen zu machen, wobei ich natürlich die männliche Seite nicht außer Acht lasse. Das letzte Shooting mit einer Frau fand im Januar statt. Ich möchte mich schon in der Hinsicht weiterentwickeln und facettenreicher werden. Ich bleibe aber bei der People-Fotografie in den Bereichen Porträt und Teilakt/Akt.


Als Model arbeitest Du auch?
Was heißt arbeiten? Geld habe ich damit noch nicht verdient, aber das hatte ich auch nie vor. Ich wurde vor vier Jahren von einem Fotografen angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, mich ablichten zu lassen. Das habe ich dann ewig vor mir hergeschoben, aber irgendwann habe ich mich getraut. Und die Ergebnisse fand ich recht ansprechend. So ging das dann weiter und weiter und bis heute bin ich dabei geblieben. Für März habe ich ein Shooting in Leipzig, wo ich ursprünglich herkomme, ich wohne erst seit einem Jahr in Erfurt. Und so bin ich dann vor zwei Jahren auch dazu gekommen, selbst zu fotografieren. Es gab eben Sachen, die ich umsetzen wollte, habe aber keinen entsprechenden Fotografen gefunden. So musste ich das selbst in die Hand nehmen. Angefangen habe ich mit Selbstbildnissen, die auch heute noch ein fester Bestandteil meiner Arbeiten sind.

Bild von Patrick Hölseder

© Patrick Hölseder

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© Patrick Hölseder

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© Patrick Hölseder

Wieso hast Du die Stadt gewechselt?
Kurz und knapp: Der Liebe wegen.


Der beste Grund! Anderes Thema: Was möchtest Du als Fotograf erreichen - Buch, Ausstellung, eigene Agentur?
In erster Linie möchte ich natürlich erreichen, dass meine Bilder einzigartig sind. Einfach in der Hinsicht, dass es weniger Männerfotografen gibt als Frauenfotografen. Ich denke auch, dass ich das in der kurzen Zeit bis jetzt erreicht habe. Ich habe noch bei keinem Männerbilder gesehen, die sie so umsetzen, wie ich es mache. Wenn jemand ein Bild von mir sieht, möchte ich, dass er sofort sagt: "Ah, das ist doch von Patrick Hölseder." Auch wenn kein Logo drauf wäre. Ausstellungen habe ich schon mitgemacht. Vorletztes Jahr in Leipzig bei City Crash wurden ein paar Bilder von mir auf Leinwand gezeigt. Aktuell hängt ein 1x1 Meter großes Exponat in der Kulturfabrik Apolda, im Frühjahr wird die Bazonnale ein Exponat von mir zeigen. Eine eigene Ausstellung wäre natürlich der Hit. Ich hoffe, dass ich das bis 2016 hinbekommen habe, eine passende Location zu finden, die mich als Fotografen präsentieren möchte. Aber Erfurt bietet da viele Möglichkeiten. Das Veröffentlichen eines Buches habe ich auch schon hinter mir. Am 1. Januar ist mein Bildband "hombres impecables" bei Blurb erschienen. Es ist zwar noch ein Buch ohne ISBN, aber jeder kann es käuflich erwerben. Bewerbungen bei anderen Verlagen laufen bereits. Aber die lassen sich ja bekanntlich Zeit. Eine eigene Agentur möchte ich nicht, da ich dann des Geldes willen Sachen machen muss, die ich eigentlich gar nicht machen möchte. Ich möchte lieber frei sein und selbst entscheiden, ohne schauen zu müssen, wie ich überlebe. Ich kenne viele Fotografen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und am Ende klagen, dass sie für die Sachen, die sie wirklich machen möchten, keine Zeit mehr haben und Kundenaufträge annehmen müssen, die sie null interessieren.


Internet:

gomk.de/376041

Bild von Patrick Hölseder

© Patrick Hölseder

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Bild: Jenswac (1), Patrick Hölseder