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BLITZ-10-2016-THUERINGEN

BLITZ! Peter Maffays Tabaluga Ein Drache mit Botschaft Tabaluga hat es geschafft, sich in die Herzen der Kinder zu singen. Seit 1983 begeistert und rührt der kleine Drache Generationen. Aktuell ist er mit dem Rock-Musical "Es lebe die Freundschaft!" unterwegs in Deutschland und am 8. und 9. November jeweils 15 und 20 Uhr in der Erfurter Messehalle prä- sent. Einer der Drachenväter, Peter Maffay, sagt: "Miteinander ist es besser als gegeneinander - und miteinander könnte sogar bedeuten: Freundschaft. Aber die muss man hegen und pflegen. Diese Geschichte hat also gewisser- maßen ein Happy End mit Hausaufgaben!" Und Tabaluga erklärt, dass der eisige Arktos zunächst sein "Lieblingsfeind" gewesen sei, dann aber wegen seiner Tochter Lilli zum Schwiegervater wurde, und mittlerweile hätten sie sich zusammengetan, "um Grünland und die Eiswelt zu retten". Special Guest der Freundschaftsreise durch Hallen und Arenen ist übrigens Julia Neigel (Foto). Tickets bekommt Ihr unter (0361) 227 5 227. www.semmel.de · www.tabaluga.com WORT: P.D./BILD: WOLFGANG ORTHMAYR Chris Barber Ein Leben für den Jazz Chris Barber, Jazzlegende und einer der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten, kannundwilldasLebenaufderBühnenichtaufgeben.Zuvielbedeutenihmdiese Bretter, auf denen er seit fast 70 Jahren zu Hause ist. Nach Aussagen promi- nenter Kollegen wie John Mayall, Mick Jagger oder George Harrison gilt Chris Barber als einer der Initiatoren und inspirierender Geist der europäischen Jazz-, Rock- und Pop-Szene. Heute, im Alter von 86 Jahren, spielt der umtriebige Grandseigneur und Posaunist noch immer weit über 100 Konzerte jährlich allein in Europa, eines davon am 31. Oktober im Kaisersaal in Erfurt, ein weiteres am 2. November im Jenaer Volksbad. Neben ihm werden zehn Solisten von außergewöhnlicher Musikalität und verblüffendem Improvisationsreichtum ste- hen, die Big Chris Barber Band. Gemeinsam brillieren sie dabei nicht nur als Maßstab für Jazz, Blues und Swing in Europa, sondern auch als begeisternde Entertainer mit dem sprichwörtlichen britisch distanzierten Humor. www.chrisbarber.net WORT: TL / BILD: OLAV B. HANSEN 4 Satire Kudernatschs Kolumne Depressive Fernsehhühner Die Fernsehköchin Sarah Wiener besitzt depressive Hühner, erfahre ich bei einer Party in Berlin. Das sind die wahren Themen der Hauptstadt. Eine Fern- sehfrau vom RBB weiß das. Sie scheint Sarah Wiener zu kennen und will sie in Gummistiefeln gesehen haben auf deren Bauernhof irgendwo im Speckgürtel von Berlin. Auf diesem Hof leben die gestörten Hühner. Warum sie depressiv sind,wissenwederSarahWienernochdieFernsehfrauvomRBB.Vielleichttrau- ern sie dem Vorbesitzer nach, von dem Sarah Wiener den Hof samt Federvieh übernommenhabensoll.OdersiehabeneinfachsoeineMeise.Dasmussman erstmal schaffen als Huhn, eine Meise zu haben. "So ein Huhn kann mal schlecht schlafen. Oder es legt ein Ei - und das hat die falsche Farbe. Oder ein Ei legt sich quer. Weißt du's?", redet die RBB-Tante auf michein,undichweißesnatürlichnicht."Genau,werweißdasschon!"DieFrau fühlt sich von mir bestätigt - und das spornt sie an. Sie findet, dass sie ein wenig wie ein Huhn aussieht mit ihrer Nase. Also nicht die Sarah Wiener, sondern die FrauvomTV.DaherkönnesiesichsuperineinHuhnhineinversetzen.Ichbleibe höflich: "Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll." "Siehst du", lallt die Fernseh- frau. "Wer weiß das schon?" Sie findet, dass man die Sprache der Hühner erlernen sollte, um zu erfahren, was sie genau gackern und glucken. Mit diesem Wissen könnte man die Hüh- ner als Hühnerflüsterin heilen. "Wie soll das mit dem Flüstern gehen?", frage ich. "Wo willst du da hineinflüstern? Hühner haben doch keine Ohren!" "Weißt du's?", fragt die Fernsehfrau mit schwerer Zunge zurück. Ich will ihr sagen, dass die Hähne wahrscheinlich deshalb so laut krähen, damit die Hühner sie über- haupt hören. Aber sie hat das Interesse an den Ohren der Hühner verloren und dreht ab, um sich mit Getränken einzudecken. Vielleicht sind die Hühner depressiv geworden, weil so unsägliche Witze über sie verbreitet werden. "James, sattle die Hühner, wir woll'n nach Texas reiten", istnureinerdavon.OderdermitdemStotterer,derdieHühnerscharfastimStall hat. Nur eins springt von der Leiter und will nicht. Da ruft der Mann: "Jetzt geh- geh da rein, sonst schlag' ich dich kaputt-putt-putt." Und putt-putt-putt rennen alle Hühner wieder nach draußen. Das dumme Huhn, das blinde Huhn, das verrückte Huhn - das grenzt an üble Nachrede. Wer so gehänselt wird, ist auffällig und wird gesellschaftlich geäch- tet. Ein gerupftes Huhn! Eine Freundin, die sehr viel redet, erinnert sich für diese Kolumne: "Mein Lehrer hat immer gesagt, der Mensch stammt vom Affen ab, nur Maria nicht, die ist vom Huhn!" Ist das ein Kompliment? Wohl kaum. Hüh- ner haben es wirklich nicht leicht. Das bezeugt der Spruch: "Das Leben ist wie eine Hühnerleiter - kurz und beschissen." Da mag ich nicht tauschen! Schließlich kann ich mich mit den depressiven Hühnern von Sarah Wiener identifizieren. Wenn man sich nur öfter die Zeit nehmen würde, über die Dinge nachzuden- ken, wäre vieles klarer. Ich wünsche diesen Hühnern von ganzem Herzen die Freiheit. Auf dass sie aufsteigen und davonfliegen. Nur nicht zum Wienerwald - das wäre lebensgefährlich. Von mir aus drehen sie eine Runde über Berlin und senden von dort oben einen Abschiedsgruß. Zitterbacke, Hühnerkacke!WORT: ANDRÉ KUDERNATSCH / BILD: SASKIA HOEGER Tipp: Im November erscheint das neueste Buch von Kudernatsch mit solchen Geschichten. Es heißt: "Ich hab's im Hermsdorfer Kreuz". Kudernatsch liest: 27.10. Sonneberg, Bibliothek · 28.10. Sömmerda, Bibliothek 17.11. Erfurt, Café Backstube Tickets bekommt Ihr unter (0361) 2275227.

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