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BLITZ-10-2016-THUERINGEN

Sie ist wieder da, rechtzeitig nach zwölf Jahren, ehe für die leicht chao- tische Britin Bridget Jones die soge- nannte biologische Uhr zu ticken auf- hört. (Nach sechs Jahren Drehabsti- nenz kehrt damit auch ihre Darstelle- rin Renée Zellweger auf die Lein- wände zurück.) Sie ist schon wieder Single, 43 und würde ganz gerne endlich Mutter werden. Doch dazu müsste zuerst einmal ihr Sexualleben etwas auf Vordermann gebracht wer- den. Das klappt tatsächlich und dann gleich zweimal - einmal landet sie sturzbetrunken mit einem Millionär auf dem Feldbett und kurz darauf noch einmal mit ihrem Ex. Es kommt, wie es kommen muss, sie stellt fest, schwanger zu sein. Nur, wer ist jetzt der Er- zeuger? Die beiden so ganz unterschiedlichen Herren treten nun in einen un- erwarteten Wettbewerb um die Rolle des geeigneteren Vaters. Das ist witzig gemacht, pointierter als der zweite Teil, und der Hugh-Grant-Ersatz Patrick Dempsey erweist sich als gute Wahl. BILD: STUDIOCANAL 18 Kino Bridget Jones' Baby Woher kommt er nur, der Hang zu ei- genartigen deutschen Filmtiteln? Hier haben wir wieder so ein Exemplar von eher abschreckendem, auf die falsche Fährte führenden Titel. Nicht abschrecken lassen: Hier haben wir nämlich ebenso eines der sehenswer- ten Exemplare von konventionellem (und das ist in dem Falle die richtige Entscheidung der Macher gewesen!) Film, der trotzdem fesselt und von guten Darstellern getragen das Publi- kum in seinen Bann zieht. Erzählt wird der aus der Presse bekannte Fall eines Vaters, der nicht davon ablässt, den Tod seiner Tochter Kalinka aufzuklären und den Verantwortlichen doch noch vor Gericht zu bringen, ehe das Verbrechen verjährt. Er lässt den Täter nach Frankreich entführen, da sich die deutschen Behörden weigerten, den bereits Verurteilten auszuliefern. Das wird sachlich ruhig und soweit es geht unparteiisch erzählt. Da wird klug reduziert und dennoch umfassend das ganze Drama eingefangen. BILD: KOCH FILMS Im Namen meiner Tochter - Der Fall Kalinka Eine Gerichtsdokumentation über zwei Stunden am Laufen zu halten und nicht zu langweilen, gelingt sel- ten. Das ist eine eigenartige Ge- schichte über zwei sehr interessante Personen, um die es hier geht: Der etwas naive Sohn eines deutschen Di- plomaten und die hübsche Tochter angesehener Amerikaner lernen sich bei einem Treffen Hochbegabter ken- nen. Tochters Eltern werden ermor- det, und als sich die Schlinge des Mordverdachtes um die Beiden immer enger zusammenzieht, fliehen die Verdächtigen nach Asien und Eu- ropa. Als die USA auf die Todesstrafe verzichtet, werden sie ausgeliefert und geraten in die Mühlen der amerikanischen Justiz, die nicht immer bereit ist, sachlichen Argumenten zu folgen oder einmal getroffene Urteil zu revidieren. Jetzt sitzt der Sohn zweimal lebenslänglich unweit seiner ersten und einzigen großen Liebe (die ihn wohl verraten hat) und hofft auf das Wunder einer Wie- deraufnahme des Verfahrens. BILD: FARBFILM Das Versprechen - Erste Liebe lebenslänglich Ein wenig früh vielleicht der Filmstart, aber wenn man inzwischen bereits Ende August in den Supermärkten Weihnachtsgebäck zu kaufen be- kommt, warum dann nicht auch einen reizenden Kinderfilm zum Thema schon Anfang November in die deut- schen Kinos bringen? Zum zweiten Mal sind hier Realaufnahmen mit her- vorragenden Schauspielern (erneut Marianne Sägebrecht als Beda, Ste- fan Kurt diesmal als wunderbarer Pet- tersson) gepaart mit dem nachträg- lich eingefügten animierten frechen Kater Findus. Zwei der berühmten Kinderbücher liefern die Drehbuchvorlage, und nun verletzt sich Pettersson beim Baumschlagen, ein Schneesturm kommt auf und es scheint, als würde Weihnachten dieses Jahr ausfallen. Doch wozu gibt es liebe Nachbarn, auch wenn der alte Griesgram erst einmal jede Hilfe ablehnt? Eine Kinderfilm der liebenswerten Art, man achte auf die vielen reizenden Details. Eben mit Liebe gemacht. BILD: WILD BUNCH Das schönste Weihnachten überhaupt Natürlich drehen die Bewohner der Erde am Rad, als plötzlich gut verteilt auf dem Planeten an zwölf verschiedenen Orten wie überdimensional einseitig abgeflachte Eier aussehende Raum- schiffe landen. Keiner weiß, was sie eigentlich bezwecken, aber man geht erst einmal nicht auf Konfrontation. Das US-Militär (natürlich!) schickt ein ganz besonderes Team unter Leitung einer Sprachwissenschaftlerin und eines Mathematikers an die hoffentlich vermeidbare Front. Amy Adams, die schon mehrfach für einen Oscar Nominierte, und Jeremy Renner geben hier die beiden Wissenschaftler, "Sicario"-Regisseur Denis Villeneuve hält die Fäden fest in der Hand bei diesem Sci-Fi-Thriller. Eine globale Bedrohung - das erfordert auf alle Fälle schon mal die Zusammenarbeit der unterschiedlich reagieren wollenden Regierungen unserer Welt. Aber wie kriegt man die in kurzer Zeit alle unter einen Hut? Kluger und äußerst sehenswerter Film! BILD: SONY PICTURES Arrival filmtipp des monats BLITZ! W ORT : C AROLA K INZEL

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