Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

BLITZ-10-2016-CHEMNITZ

8 Musik BLITZ! Nicht nur musikalisch begibt sich die Band um Sänger und Gitarrist Andy Schmidt auf Wurzelsuche, sondern kommt für einen Abend in die Ge- burtsstadt Zwickau zurück. "Das ist meine Heimat", erklärt der inzwischen in Leipzig ansässige Studioproduzent und Musiker den Kurztrip in die west- sächsische Metropole bei einem Cap- puccino. Disillusion wurde, anders als es beim Infoportal Wikipedia steht, 1995 in Zwickau gegründet. Zusam- men mit seinen ersten Mitstreitern To- bias Spier, Markus Espenhain und Alexander Motz orientierte sich Andy Schmidt zunächst an US-amerikani- schemMetaldesSchlagsvonPantera und Machine Head. Doch dann kam es zum Auseinander- brechen der Band. Mit dem Einstieg von Rajk Barthel und dem Umzug nach Leipzig konnte Andy Schmidt den Sound von Disillusion weiterent- wickeln. Schritt für Schritt entstand mit den Demos und EPs "Three Neuron Kings" und "The Porter" der Stil, den Fans vom Debüt "Back To Times Of Splendor" kennen. Mit Jens Ma- luschka an den Kesseln, Sebastian Hupfer am Sechssaiter und Ben Haugg am Bass fand Andy Schmidt ein stabiles Line-Up, das 2017 zu neuen Ufern aufbrechen will. Erste Station bis zum Release ihres drit- ten Longplayers ist die Single "Alea", welche am 7. Oktober veröffentlicht wurde. Damit ist auch der Grund für den Bühnenauftritt in Zwickau schnell gefunden. Das elfminütige Mini-Epos erinnert stark an "Back To Times Of Splendor", Disillusions erstes Langei- sen, das im vergangenen Jahr auf den internationalen Brettern, die die Welt bedeuten, komplett an einem Stück vorgestellt wurde. "Alea" müsse man aber auch vor einem anderen Hinter- grund verstehen, gibt Andy Schmidt zur frischen Single preis. Die Band will nach zehn Jahren Stu- dioabstinenz endlich wieder Nägel mit Köpfen machen und nach dem 2006 erschienenen "Gloria" nun auf das kommende Studiowerk einstim- men, das für den Herbst 2017 ange- peilt ist. DassDisillusionso lange brau- chen, gehört schon zum berechenba- ren Teil der Bandgeschichte. Bis das Debüt veröffentlicht werden konnte, brauchte die Truppe 30 Monate, der Zweitling "Gloria" nahm 18 Monate Studiozeit in Anspruch. "Es scheint also normal für uns zu sein, so lange Zeit zu benötigen", meinte Andy Schmidt schon in einem früheren In- terview. Doch dieses Mal gibt er dazu, dass die Band es mit der Aus- zeit übertrieben hat. Die lange Wartepause zwischen 2006 und 2016 liegt u.a. in den ver- schiedenen Projekten der einzelnen Bandmitglieder und der Tatsache be- gründet, dass das Leben auch bei Mu- sikern zuschlägt. Andy Schmidt arbei- tet inzwischen als Studioproduzent. Jens Maluschka ist nebenbei in ande- ren Bands eingebunden. Ben Haugg jobbt als Musiklehrer, ist dazu bei der Leipziger Metal-Band Caroozer in- volviert. Gitarrist Sebastian Hupfer ist damit neben Andy Schmidt das ein- zige Bandmitglied, welches allein für Disillusion seine kreative Kraft gibt. "Alea" dürfe man dahingehend auch unterderPrämisse"Aleaiactaest"ver- stehen, meint der Rocker. Die Würfel seien für die Band gefallen, es gäbe keinen Weg zurück. Der Titel stehe so auch für die Kraft eines Neustarts von Disillusion. Das Album selbst sei aber noch nicht in trockenen Tüchern, meint der Bandkopf, während er noch einen Schluck aus der Cappuccino- Tasse nimmt. Eigens für die Kosten der konkret werdenden Studioproduktion will Disillusion Fans und Förderer ab Mitte November für eine Crowdfun- ding-Aktion mobilisieren. Dass "Alea" als Track auf der kom- menden Langrille nicht mit erscheinen wird, hat die Band bereits bekanntge- geben. Wie sich die nagelneuen Songs, die im kommenden Sommer im Studio komponiert und eingezim- mert werden, anhören werden, wis- sen zum jetzigen Zeitpunkt nicht ein- mal die Musiker selbst. Dass die Truppe sich auch angesichts der jüng- sten Konzerte zu Ehren ihrer Studio-LP "Back To Times Of Splendor" wieder "back to the roots" begibt, hält Andy Schmidt freundlich lächelnd dann doch lieber zurück. Zunächst will "Herr Schmidt" mit sei- nen Mitstreitern noch einmal seine alte Heimatstadt "rocken" und mit "Alea" Premiere feiern. Insofern könnte der Auftritt auch ein Weg zurückzudenWurzelnvonDisillusion bedeuten. www.disillusion.de WORT: WILBUR EBENEZER WILCOX BILD: PETER SACK / PS-DESIGNSTUDIO.DE Konzerttermin: 19.11. Zwickau, Club Seilerstraße Disillusion Gegründet in Zwickau Am 19. November kehrt eine Band zu ihren Wurzeln zurück, die eigentlich immer mit Leipzig assoziiert wird. Disillusion geraten nach zehnjähriger Studioabstinenz mit einem neuen Lebenszeichen namens "Alea" erneut in den Fokus der Metal-Gemeinde.

Seitenübersicht