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BLITZ-10-2016-CHEMNITZ

13 Reise Via Rhona Radeln durch die Weinberge Galicien Abseits des Jakobswegs Die Rhone gilt als wasserreichster Strom Frankreichs. Über Jahrtausende verknüpfte das Tal Zentraleuropa mit dem Mittelmeer. Neuerdings führt auf 817 Kilometern Länge die Via Rhona vom Genfer See in der Schweiz bis in die französische Provence. Die Fertig- stellung des noch lückenhaften Rad- fernwegs ist für das Jahr 2020 ge- plant. Auch unterhalb von Lyon ist die Fließgeschwindigkeit der Rhone noch beträchtlich und steht im Kontrast zu den reizvollen Weinbergen und Schlössern am Wegesrand. Verträumte Dörfer wechseln sich ab mit beeindruckenden römischen Bau- denkmalen. Sehenswert sind etwa die römische Siedlung Saint-Romain-en- Gal oder die Kleinstadt Vienne auf antikem Grundriss. Noch heute finden in dem rekonstruierten Freilufttheater renommierte Festivals statt. Längs des Radwegs bilden roman- tische Campingplätze und kleine Landhotels attraktive Etappenziele. Die Weinlagen beidseits der Rhone zählen zu den besten in Frankreich. Schon der Romancier Marie-Henri Stendhal verbrachte hier feucht- fröhliche Stunden. Etwas versteckter als in deutschen Anbaugebieten laden Winzer zu Weinverkostungen. Hoch über der Rhone reicht die Kellermeisterin Marie-Josée Faure im Terres de Syrah edle AOC-Weine. In der mittelalterlichen Burg Tournon werden edle Tropfen der Lage d'Hermitage geboten. Vor Valence als Tor zur Provence passiert die Via Rhona in Andance die älteste Hängebrücke Frankreichs. Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis zur vielbesungenen Brücke von Avignon. www.viarhona.com Spätestens seit Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg!" ist der Jakobsweg inallerMunde.WiezurZeitderKelten versinkt die glutrote Sonne allabend- lich hinter dem Finisterre in den Weiten des Atlantiks. Ob die Todesküste zum Atlantik im Westen oder die Playa de las Catedrales an der Grenze zu Asturien im Nordosten, tief ins Hinter- land reichende Buchten, hohe Felsen- kaps oder romantische Leuchttürme - Galicien bietet neben dem Jakobsweg vielfältige landschaftliche und bau- historische Highlights. Badestrände sind allerdings selten. Neben den kalten Wassermassen des Atlantiks sind es vor allem die tückischen Meer- esströmungen, die dem Badespaß ab- träglich sind. Kenner aber wissen: Ein kaltes Meer ist sehr reich an Meeres- früchten. So gehört die galicische Küche zum Besten, was Spanien zu bieten hat. Vor schaukelnden Fischer- booten im Hafenlokal "O Barqueiro" oder in der weithin berühmten Pul- pería "Aurora" von Lugo: Fangfrisch gelangen achtzig Sorten Seefische, dazu Austern, Langusten und Mu- scheln neben Kalbfleisch und hervor- ragendem Weißwein auf den Tisch. Abseits der Touristenpfade liegt im Landesinneren die Stadt Lugo. Nir- gendwo in Spanien ist das römische Erbe so präsent wie hier. Seit beinahe 2.000 Jahren umfängt eine zehn Meter hohe Stadtmauer die Altstadt und steht unter UNESCO-Schutz. Auf der vier Meter breiten Mauerkrone drehen heute Jogger ihre Runden. Nach dem Besuch der romanischen Kathedrale lädt schließlich das histo- rische Zentrum zu einer ausgiebigen Shoppingtour. www.turgalicia.es BLITZ! Römische Stadtmauer und Kathedrale in Lugo Weinberg von l'Hèrmitage im Rhonetal Galizische Küste W ORT : U WE S CHIEFERDECKER / B ILD : U.S., T ORSTEN R EINECK Kurzreisen (Teil 9) Aktiv in der Sonne Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela gehört zu den beliebtesten Fernwanderwegen in Europa. Doch Galicien bietet weit mehr: Auf 200 Kilometern führt der Leuchtturmweg als abenteuerliche Trekkingroute längs der Todesküste bis zum Kap Finesterre, dem Ende der mittelalterlichen Welt. In Lugo lockt die besterhaltene Stadtmauer aus römischer Zeit zum Joggen. Und: Für alle aktiven Fahrradfreunde verbindet die Via Rhona als neuer Radfernweg den schweizerischen Rhonegletscher mit der Cote d'Azur.

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