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BLITZ-10-2016-CHEMNITZ

Wenn's am schönsten ist Wer die kalifornischen Hardcore-Recken noch einmal live erleben möchte, bekommt bei neun Mitteleuropa-Auftritten u.a. in Chemnitz die Chance. Sie zählten zur Hoffnung einer neuen Generation des Genres, doch nun ist auch schon Schluss. Bitter für zahlreiche Fans, erst recht, wenn man auf dem musikalischen Olymp zu beenden scheint. Die Mischung aus Hardcore und Metalriffs hatte es ihren Jüngern angetan. Was einst in einem Wohnzimmer in San Francisco begann, wuchs nach und nach über den Kopf. Jedes Bandmitglied hat seinen eigenen Job und Karriere, so dass das Löwenherz im Konzert bald nicht mehr schlagen wird. Lionheart 5. November Chemnitz, AJZ Talschock 11 Wie Gedichte Die gebürtige Österreicherin Cata- leya Fay hat mit ihren Liedern ihren eigenen, einzigartigen Stil ent- wickelt. Am Klavier, mit der Gitarre oder exotischen Instrumenten wie dem Harmonium und der Shrutibox, die sie alle autodidaktisch erlernte, vereint sie Elemente aus Folk, Soul, Pop, World Music und R&B zu Ge- dichten von großer Intensität und Schönheit. Nicht zuletzt mit ihrer sehr variablen Stimme und dem fei- nen Humor in ihren Geschichten nimmt sie ihr Publikum mit auf eine Reise weitab von der alltäglichen Routine. Musikalisch inspiriert wird Cataleya Fay von Nina Simone, Matt Corby und Tracy Chapman. Cataleya Fay 9. November Zwickau, Lutherleller Mit neuem Trio Der Autodidakt und Multiinstrumen- talist Henrik Freischlader ist ein Wor- kaholic in Sachen Musik. Kürzlich zog sich der Self-Made Man zurück und sprach vom Ende seiner Kar- riere, was letztlich aber nichts ande- res bedeutete, als im Stillen Kraft zu tanken, neue Ideen zu sammeln und zu verwirklichen. Mit der Rhythm Section aus Carl-Michael Grabinger und Alex Grube hat er nun zwei Mu- siker gefunden, die zu den gefragte- sten ihrer Generation gehören. Im Trio lassen sie einen Sound aus kom- promissloser Energie und Liebe zum Detail entstehen, um dem Blues mit Respekt und Inspiration zu seiner ver- dienten Renaissance zu verhelfen. Henrik Freischlader 12. November Affalter, Zur Linde BLITZ! Dr. Winters Kolumne Gestresst und genervt Liebe Freunde, jedes Jahr, wenn der Herbst kommt, werde ich total hek- tisch. Ich vermute, es liegt daran, dass im Herbst die Tage immer kürzer werden. Im Herbst muss man an einem kurzen Tag genau soviel erledi- gen, wie im Sommer an einem langen Tag. Kein Wunder, dass ich im Herbst unentwegt gestresst, gehetzt und genervt bin. Das geht nicht nur mir so. Jeder ist genervt. Ich bin genervt, meine Familie ist genervt, meine Kol- legen sind genervt, und auch die Leute, mit denen weder ich noch meine Familie, noch meine Kollegen irgendwas zu tun haben, sind genervt. Es nervt mich unglaublich, dass alle immerzu total genervt sind, dass jeder permanent unter Hochdruck steht, und sich von absoluten Nichtigkeiten aus der Fassung bringen lässt, aber genervt bin ich trotzdem. Beim Auto- fahren beispielsweise. Wenn ich im Auto sitze, bin ich sofort genervt. Wenn ich an der Ampel warten muss und mit knallrotem Kopf und am ganzen Körper zitternd auf die Lichter starre, wenn ich konstatiere, wie mir der Kamm schwillt, weil ich nicht starten kann, weil mir die Zeit davon läuft, wertvolle Lebenszeit, die ich an der Ampel vergeude, nur damit ein paar tattrige Fußgänger über die Fahrbahn schlurfen können, dann bin ich nahe daran, die Fassung zu verlieren. Noch genervter bin ich, wenn ich eine halbe Ewigkeit im Kreis- verkehr Kurven drehen muss, weil ich ständig die Ausfahrt verpasse. Dann liegen die Nerven blank, dann bin ich fertig mit der Welt. Vielleicht, denke ich, komme ich hier nie wieder heraus, vielleicht drehe ich hier bis ans Ende meiner Tage immer dieselbe Runde. Genauso genervt bin ich beim Anstehen an der Kasse bei Aldi. Wenn die Kundin vor mir eine halbe Stunde nach ihren Rabattmarken sucht, und sich dann noch eine weitere halbe Stunde mit der Verkäuferin streitet, weil diese nicht bereit ist, ihr den Rabatt zu berechnen, da es sich nicht um Aldi- , sondern um Penny-Rabattmarken handelt. Dann spüre ich, wie mein Herz minutenlang aussetzt, wie mir meine Gliedmaßen absterben, und wie ich mit den Zähnen zu knirschen beginne. Es ist halb elf vormittags, gleich wird es dunkel werden, und meine beiden auf dem Warenband abgelegten Birnen beginnen allmählich zu verderben. Manchmal überlege ich, ob ich die Frau anschreien oder ohne zu bezahlen an der Kasse vorbei ins Freie stürmen sollte. Ich würde Zeit und Geld sparen und einmal ordentlich Dampf ablassen können. Aber ich mache es nicht, obwohl es mich un- glaublich nervt, dass ich es nicht mache. Nein, ich warte, bis ich an der Reihe bin, bezahle meine Birnen und werfe sie anschließend weg. Im Herbst nervt einfach alles. Wenn im Kino der Vorspann um einiges län- ger ist als der eigentliche Film, wenn der Alleskleber überhaupt nicht alles klebt, sondern eigentlich gar nichts, wenn bei jedem Schritt vor die Tür das Regenwasser in die Schuhe schwappt, wenn auf dem Spielplatz die Kin- der ihre Eltern anschreien, wenn die Zeitungen schreiben, dass ein Pinguin tausend Kilometer gelaufen ist, um sich bei seinem Retter zu bedanken. Wie denn? Mit einer rührenden Ansprache, einer Medaille, einer Geld- prämie? Ich würde es unendlich begrüßen, wenn die Leute aufhören könn- ten, dermaßen genervt zu sein, schon allein deswegen, weil sie dann nicht mehr so genervt wären. Aber sie tun es nicht, und ganz ehrlich das nervt, nervt, nervt. EUER DOKTOR AXELROD STAFF WINTER Satire

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