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BLITZ-2016-09-Thueringen

BLITZ! Weltbestes in Weimar Start mit Timmerberg Maren Faulnborn, die vor fünf Jahren mit Freundinnen den Erfurter Hafenmarkt gegründet hat ("der pausiert höchstwahrscheinlich erstmal dieses Jahr"), ruft mit einem Freund aus Köln, Sebastian Lipski, eine neue Eventreihe ins Leben: "Weltbestes" startet am 4. November im Weimar Schießhaus mit Helge Timmer- berg (Foto), der Maren Faulnborn zufolge "Deutschlands unterhaltsamster und weisester Reiseschriftsteller" ist. Das macht neugierig, wie auch die Hin- weise, dass der Mann sowohl seine Gitarre als auch sein neues Buch "Die rote Olivetti - Mein ziemlich wildes Leben zwischen Bielefeld, Havanna und dem Himalaja" mitbringt. Der unkonventionelle Gast gilt mittlerweile ja fast als Ver- treter der alten Schule, denn er schrieb u.a. für Print-Produkte wie Tempo, Play- boy und Stern oder Bunte, Bild und Zeit und nutzte dazu eine Schreibmaschine (die Olivetti). In Weimar wird er autobiografisch. Darauf sind wir gespannt, auch auf die weiteren Veranstaltungen von Weltbestes. www.weltbestes.de WORT: PF / BILD: CHRISTIAN MAYRHOFER Wickie als Musical in Erfurt Drachenboot und Eishöhle Am 5. Oktober (15 Uhr!) verwandelt sich die Erfurter Messe in das Wikinger- dorf Flake und freut sich auf das Fest der Freya! Zu diesem Anlass werden jedes Jahr zwei große mystische Edelsteine präsentiert. Während alle Wikinger sich vorbereiten und das Dorf schmücken, spielen Wickie und Ylvi miteinander Verstecken. Nicht ahnend, dass der Schreckliche Sven, Anführer der Piraten, Wickie entführen will, um ihn anschließend gegen die wertvollen Edelsteine einzutauschen. Sein Gehilfe Pokka jedoch fängt versehentlich Ylvi und ver- schleppt sie aus dem Dorf. Natürlich brechen die Wikinger sofort auf, um das Mädchen zu befreien! Vor den Augen der Zuschauer erstehen neben dem Dorf das fantastische Drachenboot der Wikinger, eine geheimnisvolle Eis- höhle und andere Schauplätze, die wir aus den Kinderbüchern des Schweden Runer Jonsson, aus Kino, Fernsehen und ab sofort auch als "Wickie - Das Musical" kennen. Tickets gibt es unter (0361) 227 5 227. www.semmel.de · www.wickie-musical.de WORT UND BILD: P.D. 4 Satire Kudernatschs Kolumne Tattoos, über die man spricht Auweia, in 20 Jahren gibt es ganz viele Omas und Opas mit Tattoos an di- versen Körperstellen. Aus den Tattoos sind zu diesem Zeitpunkt längst ver- welkte Schriften geworden, die niemand mehr entziffern kann. In der Jugend war das anders, da hat man sie stolz vorgezeigt in den Clubs und bei den Festivals, um sich möglichst ohne große Gespräche einen schnellen Gesellen für die Nacht zu angeln. Da ist es praktisch, dass sich Mädchen den eigenen Namen in den Nacken tätowieren lassen oder Männer auf den Wanst. Da kann der mögliche Beischlafpartner beim Vollzug spicken, wie das beteiligte Wesen heißt. Falls er den Namen vorher nicht verstanden oder nicht danach gefragt hat. Nur rate ich ab, die Namen der eigenen Kinder irgendwo ein- zubrennen - das trägt zu Verwechslungen bei. Außerdem, mal ehrlich: Möchte irgendjemand, dass seine Eltern seinen Namen auf der Haut tragen? Stellt sie Euch vor, unsere Mütterchen und Väterchen, mit ihren 60 oder 70 oder 80 - und auf dem ledernen Rücken, dem zerfurchten Latz oder dem wet- tergegerbten Bein steht "Jürgen 1970" oder "Kerstin, mein Sternchen" oder "Ei Herzchen Detlef" geschrieben! Ist das nicht peinlich? Oder sorgen solche Tattoos dafür, dass die darin erwähnten Kinder mehr geliebt werden, weil die Mama und der Papa durch die Inschriften schon morgens daran erinnert wer- den, dass da noch jemand ist? Dann will ich nichts gesagt haben. Allerdings: Bis es nicht wissenschaftlich be- wiesen ist, setze ich meine Kritik fort. Schlimm finde ich nämlich, dass es zu- nehmend Frauen gibt, die sich das Dekolleté tätowieren lassen. Nicht mit Pfei- len, die auf den Busen zeigen oder einer Bedienungsanleitung dafür, sondern mit sinnlosen Ornamenten und chinesischen Schriftzeichen, die letztlich "Pe- kingente" bedeuten. Quak, quak! Das ist Quark, Klartext ist angesagt! Bei Naturbusen etwa "Kein Schickimicki-Tralala", bei echten Männerbäuchen "Bier formte diesen schönen Körper". Das sind Tattoos, über die man spricht. Ich bin für feinere Inschriften. Politisch wäre gut. Oder aufklärerisch. Oder eine Mischung aus beidem. Sowas wie "Xenophobie ist nicht die Angst vor Druckerpapier". Das ist freilich zu lang - da bräuchte man einen breiten Rücken als Unterlage. Sonst wird die Schrift viel zu klein. Überlegt in Ruhe, und Ihr werdet knackigere Botschaften finden! Ich bin mir sicher. Apropos knackig! Knackis und Matrosen sind schuld - die haben damit an- gefangen und das Tätowieren, das es hier gar nicht gab, eingeschleppt. Ein uriger Witz belegt das: Ein Matrose liegt im Krankenhaus. Da sagt eine alte Krankenschwester zu einer jungen: "Der ist überall tätowiert, sogar an seinem Schwanz, da steht Rumbalotte drauf." Da sagt die Junge: "Das glaub ich nicht, da guck ich nach." Schließlich kehrt sie zurück und sagt: "Das heißt nicht Rumbalotte, das heißt Ruhm und Ehre der baltischen Rot- bannerflotte!" Wer solche Aussagen von sich geben möchte, kann das voll easy digital in den sozialen und asozialen Netzwerken tun. Der muss sich nicht gleich tätowieren lassen! Wer analog auf Schriftzüge steht, dem rate ich als Retro-Hetero zum Auto-Aufkleber. Diese Aufkleber lassen sich bei Bedarf abpolken - und wenn nicht, wird eben drüber lackiert, oder das Auto wird verkauft. In diesem Fall erhält man Geld für das Entfernen. Probiert das mal bei einem Tattoo! WORT: ANDRÉ KUDERNATSCH / BILD: ELC Kudernatsch liest: 15.09. Saalfeld, Bibliothek 28.10. Sömmerda, Stadt- und Kreisbibliothek Musical" kennen. Tickets gibt es unter (0361) 2275227.

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