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BLITZ-2016-09-Thueringen

Viel wurde seit der Berlinale schon über den einzigen deutschen Wettbe- werbsbeitrag geschrieben und disku- tiert. Egal, was die teils doch recht un- terschiedlichen Kritiken sagen: Es ist ein schwieriges Thema, früher wagte sich keiner davon zu sprechen. Die Zeiten sind anders geworden. Der Film lässt uns teilhaben an der Entschei- dung eines in der Öffentlichkeit ste- henden Paares, das ein zweites Kind erwartet, sich darauf freut und dann er- fahren muss, dass das Baby nicht nur mit Down-Syndrom auf die Welt kom- men wird, sondern auch noch mit einem irreparablen Herzfehler. Soll die Mutter (Julia Jentsch, mit einer heraus- ragend guten schauspielerischen Leistung) das Kind austragen oder noch in der späten Schwangerschaftsphase abbrechen? Mutig: Hier treffen die Protagoni- sten eine Entscheidung. Kein weichgespültes Drama, sondern bewegendes Kino, harter Stoff und sehr zu empfehlen für jene, die sehbereit sind. BILD: FRIEDE CLAUSZ/ZERO ONE FILM 18 Kino 24 Wochen Ungern gibt man zu, dass man im Kino- saal saß und irgendwo keinen Faden fand zu dem, was da auf der Leinwand vor einem flimmerte. Da fängt man an, an sich und seinem Alter zu zweifeln. Es kann also sein, dass sich Jüngeren das Ganze erschließt, dass sie darin einen sinnvollen actionreichen Splatter-Film sehen, der ein Gesellschaftsbild der heutigen Jugend zeichnet. Bleibt die Frage: Macht das die heutige Jugend aus? Eigentlich geht es um Cyber-Mob- bing: Lena ist sensibel, steckt tief in der Pubertät und ihre Freundin hängt jetzt mit einer Intrigantin ab. Lena fühlt sich ausgegrenzt, und als sich auch noch ihre ehemals beste Freundin Nicole an ihren neuenFreundTimranmacht,fliehtsieindieanonymenWeltendeswww.undlernt dort jemanden kennen. Aber wer verbirgt sich hinter dem so charmanten Noah? Meint er es ehrlich? Oder ist es auch nur wieder einer, der sie noch weiter in die Isolation und den Schmerz treiben will? BILD: ALPENREPUBLIK LenaLove Tim Burton steht für meist düsteres Qualitätskino. Und so sind seine Fans schon gespannt auf seinen neuen Film. Diesmal wieder eine trickreiche Realverfilmung. Basierend auf dem Bestseller "Miss Peregrine's Home for Peculiar Children" begibt sich Burton erneut auf die Seite der Fantasy. Es geht um ein mysteriöses Waisenhaus, das auf einer verlassenen britischen Insel steht und in dem Kinder leben, die allesamt recht eigene Fähigkeiten besitzen. Eine von ihnen ist eigentlich schwerelos, ein anderer unsichtbar. Sie haben magische Kräfte, sind über- natürlich stark oder können prophetisch Voraussagen treffen. Aber sie haben auch einen Widersacher (Samuel L. Jackson), der Gefahr heraufbeschwört. Und auf diese Insel gerät nach einem Schicksalsschlag Jake, der sich nun erst einmal darüber im Klaren werden muss, ob das alles real oder nur ein Traum ist. Pflicht für alle Burton-Fans; die anderen werden garantiert noch welche. BILD: TWENTIETH CENTURY FOX Die Insel der besonderen Kinder Robert Langdon ist wieder da, der Mann,derallesentschlüsselt,derjeden Fall knackt und sich gern in düstere Ge- filde und Verstrickungen begibt. Doch halt, diesmal gibt es ein besonderes Hindernis: Der geniale Professor ver- liert einen Teil seines Gedächtnisses, wacht im Krankenhaus auf und ist auf die Hilfe einer Ärztin angewiesen, um schnellstmöglich zu alter Form zu ge- langen. Schließlich muss er diesen Schweizer stoppen, der eine Seuche gefunden haben will, um die Mensch- heit zu halbieren von wegen Überbe- völkerung. Den Schlüssel zum Stop jenes Milliardärs und Wissenschaftlers sieht Langdon in Dantes "Göttlicher Komödie", Teil 1, dem berühmten "Inferno". Die in diesem weltliterarischen Ritt durch die Hölle enthaltenen Codes und Symbole gilt es zu entschlüsseln. Tom Hanks darf noch immer oder wieder agieren. Okay, der Typ ist inzwischen 60. Aber wozu gibt es denn Stuntmen und Tricktechnik? BILD: SONY Inferno Der französische Regisseur Francois Ozon ist bekannt für seine knisternden Filme ("Acht Frauen", "Swimming Pool"), in denen oft genug starke Frauen im Vordergrund stehen. Er hat ein Händchen für Hauptdarstellerinnen und überrascht in "Frantz" mit einer wundervollen Ent- deckung, der Deutschen Paula Beer - bis dato relativ unbekannt. Ihre Rolle hier als Anna dürfte der Durchbruch sein. 1919 geht Anna täglich zum Grab ihres Verlobten, der im Ersten Welt- krieg gefallen ist. Eines Tages taucht auf dem Friedhof der Franzose Adrien auf und legt auf Frantz' Grab Blumen nieder. Das wirbelt Staub auf in dem kleinen Dorf. Kann es sein, dass Frantz mit dem Erzfeind eine Freundschaft verband? Ozon kann Bilder, Ozon spielt mit Stim- mungen, Ozon hat eine eindeutige Botschaft, und die passt leider viel zu aktuell auf unsere Zeit: Erweise Deinem Feind die Ehre. Auch dieser Ozon mit dem so anders scheinenden Thema ist wieder ein Fest für die Sinne. Tolle Darsteller, tief empfundenes Gefühl für eine ver- lorene Generation und ein Hohelied auf die Liebe. BILD: X-VERLEIH Frantz filmtipp des monats BLITZ! WORT:CAROLAKINZEL

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