Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

BLITZ-2016-09-Halle

Magazin Inmitten von Frauen, die sich beruf- lich um die Gesundheit ihrer Mit- bürger bemühen, begeben wir uns in das Anatomische Institut am Stein- tor bis hinauf unters Dach. Eine be- freundete Krankenschwester hat eine Führung durch die Meckel- schen Sammlungen organisiert. "Hochinteressant", "herrlich" und "wunderbar" - diese Worte fallen immer wieder, es geht um "hervor- ragende" Mediziner, Spezialisten der Anatomie sowie um größten- teils historische Präparate, kurz um die Meckelschen Sammlungen. Prof. Dr. Rüdiger Schultka, wohn- haft in Naumburg, läuft voran und spricht: "Erstens: Das sind wahre Schätze. Zweitens: Wir kümmern uns darum. Und drittens: Die Samm- lung muss erhalten bleiben." Ange- legt hat sie Johann Friedrich Meckel der Ältere (1724-1774), nach Halle kam sie dann mit des- sen Sohn Philipp Friedrich Theodor Meckel (1755-1803). Der wollte eigentlich, nachdem er in verschiedenen europäischen Städten geforscht und gewirkt hatte, seinen Wohnsitz endgültig nach London verlegen, was seinem Landesherrn, Preußenkönig Fried- rich dem Großen, zugetragen wurde und überhaupt nicht in den Kram passte. Er beorderte den an- erkannten Wissenschaftler zurück in den eigenen Herrschaftsbereich - an die Universität nach Halle. Der Sohn brachte die Sammlung des Vaters mit an die Saale, und wir staunen heute, was im 18. Jahrhun- dert auf dem Gebiet der Anatomie bereits möglich war. Prominenter Teil der umfangreichen Schau ist das Skelett des Philipp Friedrich Theodor Meckel, dessen behan- delnder Arzt übrigens der in unse- rer Stadt wohlbekannte Johann Christian Reil (1759-1813) gewe- sen ist. Ehrenamtler Rüdiger Schultka ge- leitet die Gruppe mit Herz und Humor zwischen den gläsernen Schränken hindurch von Exponat zu Exponat, zeigt und erklärt u.a. das Meckelsche Divertikel, das wiederum der in Halle geborene Sohn Philipp Friedrich Theodor Meckels, Johann Friedrich Meckel der Jüngere (1781-1833), ent- deckte und bestimmte. Unterm Institutsdach kann es bei entsprechender Witterung recht warm werden, und wenn der Pro- fessor die Glastüren öffnet, um einen Schädel, eine Niere oder einen Lungenflügel herauszuholen, "duftet" es zuweilen medizinisch. Da muss sich mancher kurz setzen und die plötzlich eintretende Blässe bekämpfen. Auch wirken einige Ex- ponate auf den Laien furchterre- gend, nicht alle Abnormitäten und Fehlbildungen möchte man gese- hen haben bzw. im Gedächtnis be- halten. Und falls doch, kann man einen großformatigen Bildband aus dem Verlag Janos Stekovics für 35 Euro mit nach Hause tragen. www.meckelschesammlungen. uni-halle.de WORT UND BILD: BASTIAN CRAMER Meckelsche Sammlungen Wahre Schätze Von den Sammlungen der Medizinerfamilie Meckel hat wahrscheinlich jeder Hallenser mindestens gehört. Wir haben sie nun gesehen. BLITZ!

Seitenübersicht