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BLITZ-2016-09-Halle

8 Magazin Da verfehlt ein aufmunterndes "Ich war gestern in der Oper" nur äußerst selten seine Wirkung. Für den Fall, dass sich Euer Musikgeschmack einer anderen Ausrichtung erfreut, müsst Ihr derartige Äußerungen nicht missen. Unter der Regie des Halle- schen Kunstvereines und in dessen Vereinsgalerie in der hiesigen Oper (im Übrigen das einzige solche Haus Sachsen-Anhalts, welches sich aus- schließlich dem musikalischen Thea- ter widmet) wird seit Jahren die ein oder andere Ausstellung zeitgenössi- scher Kunst gegeben. In diesem Sinne ist eine Personalausstellung des hallischen Malers und Grafikers Win- fried Alexander, seines Zeichens Wis- senschaftlicher Mitarbeiter und Do- zent für Grafisches Naturstudium und Perspektiven in den Grundlagen der Kunst an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, angedacht. Gezeigt werden Bild gewordene Re- flexionen seines Umfeldes und ihn tan- gierende Themen, mystisch-fantasie- volle Radierungen, welche sich vor allem durch die ganz eigene Hand- schrift auszeichnen und den Expona- ten diese einzigartige Aura verleihen. Die Radierung (von lat. radere für "kratzen, wegnehmen, entfernen") be- zeichnet ein Tiefdruckverfahren der künstlerischen Druckgrafik. Einst im 15., 16. Jahrhundert zum Zwecke der Reproduzierbarkeit und Dokumenta- tion von Waffen- und Goldschmieden erdacht - Ruß wurde in den Vertiefun- gen der Verzierungen verrieben und mittels Papier zum Abdruck gebracht. Albrecht Dürer führte erste Versuche mit Ätztechnik (erste Eisenradierung 1515) durch und widmete sich der Kaltnadelradierung. Hohe künstlerische Reife erlangten diese Techniken durch das Wirken von Rembrandt, dessen Nutzung der Plattenzustände ("work in progress") die Radierung eine Wandlung vom Mittel der Reproduktion zur eigen- ständigen künstlerischen Ausdrucks- form durchlaufen ließ. Von der Bürde der Reproduktionstechnik befreit - es folgte die Erfindung moderner Ver- fahren wie bspw. der Lithografie - lebte die Radierung auf und ent- wickelte sich gegen Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem eigenständi- gen Zweig der künstlerischen Grafik. Als bedeutende Vertreter dieser Kunstform im 20. Jahrhundert gelten Picasso, Salvador Dali und Käthe Kollwitz. Also, begebt Euch auf die Reise durch den grafischen Kosmos des Künstlers, die Eröffnung findet am 24. Septem- ber um 17 Uhr im Foyer des Opern- hauses statt. Für Eilige besteht u.a. die Möglichkeit, das ein oder andere Kunststück in der Galerie Zaglmaier, Große Steinstraße 57, einzusehen bzw. zu erstehen. www.hallescher-kunstverein.de WORT UND BILD: MARIO STORRECK Kunst in Halle Alexanders Radierungen Erst die Röcke und gegen Ende der Saison tun es ihnen die Tage gleich: Sie werden kürzer. Die Aktivitäten besitzen mehr und mehr Indoor-Charakter. BLITZ! BLITZ!: Wofür steht Euer Verein? Sprachbrücke Halle: Unser Verein betreut und unterstützt Geflüchtete bei ProblemenimAlltagundvermitteltKon- taktezudeutschenHelfern.Wirwollen, dass Halle an der Saale eine Stadt ist, in der sich die Menschen wohlfühlen, einander vertrauen und sich respektie- ren.Dafüristeswichtig,ineinenDialog zu kommen. Die Sprachbrücke Halle organisiert und begleitet deshalb Ver- anstaltungen, wie Deutsch-Cafés, Schachtreffen und einen Frauentreff. BLITZ!: Wie genau helft Ihr? S.H.: Wir stehen den Geflüchteten mit Rat und Tat zur Seite, indem wir sie im Alltag begleiten und ihnen bei Proble- menhelfen,wiezumBeispielbeimAus- füllen von Anträgen oder bei Familien- zusammenführungen. Auf die Integra- tion legen wir besonders großen Wert. Daher vermitteln wir Tandem-Partner, die sich dann jeweils wöchentlich mit einem Geflüchteten treffen und austau- schenkönnen.Zumanderenhabenwir verschiedene Projekte, bei denen sich Geflüchtete und Hallenser näher kom- men können. Vor einigen Wochen haben wir das Projekt Fahrrad-Paten- schaft umgesetzt. Hierbei ging es darum, den Frauen das Radfahren bei- zubringen. Auch eine Verkehrserzie- hung in Kooperation mit der Polizei war möglich, so dass jede Teilnehme- rin das Gelernte im Anschluss praktisch anwenden konnte. Verschiedene Be- gegnungsorte, wie beispielsweise das Deutsch-Café, bieten die Möglichkeit für ein Kennenlernen in entspannter und ungezwungener Atmosphäre. BLITZ!: Was sind Eure jüngsten Er- folge? S.H.: Unser jüngster Erfolg ist, dass wir gemeinsam mit geflüchteten Männern alle 25 gespendeten Fahrräder repa- rierenunddenFrauenundKinderndas Radfahren beibringen konnten. Es ist einfach schön zu sehen, wie ehrgeizig und voller Elan alle dabei waren. BLITZ!: Welche Projekte plant Ihr für die Zukunft? S.H.:ZukünftigmöchtenwirSchwimm- kurse für Geflüchtete anbieten. Außer- dem haben wir vor, Infoveranstaltun- gen mit Vorträgen durchzuführen, in denen Abläufe der deutschen Bürokra- tieundanderewichtigeThemenerklärt werden sollen. BLITZ!: Wie kann man Euch unterstüt- zen? S.H.: Wenn Interesse besteht, an Pro- jekten mitzuwirken, freuen wir uns sehr. Die kleinen Hürden der Sprachbarrie- ren überbrücken wir mit unseren Dol- metschernundehrenamtlichenHelfern. Desweiteren kann man uns durch Spenden helfen, neue Projekte voran- zubringen und umzusetzen. Jegliche Art von Hilfe ist mehr als willkommen. www.sprachbruecke-halle.de WORT: SARAH TANTZ / BILD: JULIA BÖHME Sprachbrücke Halle Helfer mit Herz Der Verein Sprachbrücke Halle gewährt uns einen Einblick in sein ehrenamtliches Engagement und zeigt, mit wie vielen kleinen Dingen im Leben man helfen kann.

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