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BLITZ-07-2016-THUERINGEN

Roland Emmerich durfte noch mal ran. Der Erfolg - diesmal von "Inde- pendence Day" - schrie nach Wie- derholung, danach, erneut die Geld- druckmaschine anzuwerfen. Erst mal haben ja einige Erdlinge überlebt und sie haben gelernt - Ländergren- zen spielen bei der Vorbereitung auf eine erneute Alien-Invasion keine Rolle. Und dann kommen die unter Führung eines weiblichen Wesens (!), heben die Gravitationskraft auf und alles schwebt auf der Erde. Doch es gibt einen gewissenhaften Wissen- schaftler, der die Menschheit bewah- ren will, und selbstverständlich einen Kampfpiloten, der zwar zwischenzeit- lich auf den Außenposten Mond strafversetzt wurde, aber schließlich hat er seine Eltern beim ersten Angriff verloren, ist entsprechend motiviert. Angeb- lich soll Teil 3 schon in Planung sein, und das bei einem Regisseur, der an- geblich keine Fortsetzungen mag. Aber er habe einen Weg entdeckt, der nicht nach Fortsetzung aussähe ... BILD: TWENTIETH CENTURY FOX 24 Kino Independence Day: Wiederkehr Noch einer aus der Riege der ameri- kanischen Regie-Altmeister, Steven Spielberg. Und der wollte wohl so eine Art Kreis seines Lebenswerks schließen mit der Verfilmung von Roald Dahls literarischer Vorlage. Daher wird auch geworben von wegen Macher von "E.T." und "Char- lie und der Schokoladenfabrik". Dabei ist ein bildgewaltiges Werk rausgekommen. Tolle Animation, eine gut gewählte und spielende junge Hauptdarstellerin, wunder- schöne Details, viel schöner Wort- witz, der hoffentlich auch in der deut- schen Synchronisation erhalten bleibt. Aber irgendwie hat das Ganze bei allem Schauwert keinen rechten Spannungsbogen und die Geschichte um das Waisenmädchen, das dem freundlichen traumbringenden Riesen be- gegnet und mit ihm ein paar Abenteuer erlebt, sollte etwas kürzer sein. Kleine Kinder könnten so interessierter am Ball bleiben. Für Erwachsene ist der Film ein wenig zu oberflächlich und kitschig. BILD: CONSTANTIN BFG - Big Friendly Gigant Die nordkoreanische Regisseurin, die schon lange in Deutschland verwur- zelt ist, bekam die Gelegenheit, mit ihrem deutschen Pass in die anson- sten ziemlich abgeschottete Heimat zu reisen und dort zu drehen. Und selbst wenn schnell ersichtlich wird, dass es sich bei den Gefilmten um ausgewählte Vorzeigebürger han- delt, so ist es dennoch spannend, diese Reise in ein weitgehend unbe- kanntes Land auf der Leinwand zu verfolgen. Wenn man genau hin- schaut, sieht man z.B. suchende Blicke der Befragten - zum unsichtba- ren Begleiter des Kamerateams -, immer auf der Hut, ja nichts Unerwünsch- tes von sich zu geben. Nur einmal stehen am Rande der Straße Menschen, zu deren Schicksal wohl nicht gefragt werden durfte. Ansonsten sehen wir eine geleckte Hauptstadt, die die Textilarbeiterin aus der nicht ganz so schicken Provinz gern mal besuchen möchte. Das muss sie sich erarbeiten, dazu muss sie empfohlen werden. Sehenswert! BILD: KUNDSCHAFTER FP/FARBFILM Unsere Brüder und Schwestern im Norden Und noch einmal begab es sich vor vielen, vielen Jahren, dass ein Film zum Blockbuster wurde. Es ist genau 30 Jahre her, da die Ghostbusters mit teils sehr lustigen Methoden Gei- ster bekämpften. Nun ist eine neue Generation an Kinozuschauern her- angewachsen und denen wird Alt- bewährtes ins neue Zeitalter ge- bracht. Nur, diesmal sind es Frauen, die den unheimlichen Wesen den Garaus zu machen versuchen. Und damit auch die Fans des Urfilms einen speziellen Grund finden, noch einmal ihr Geld in die örtlichen Kinos zu tragen, gibt es auch ein paar Cameo-Auftritte der alten Geister- jäger. Ansonsten sind es vier in den USA (und eigentlich auch nur dort) be- kannte Comedy-Darstellerinnen, die in die Rollen ihrer männlichen Vor- gänger schlüpfen. Ob das allerdings die nach wie vor weltweit zahlrei- chen Anhänger der Geisterjäger zu überzeugen vermag, wird sich erst an der Kinokasse zeigen. BILD: SONY PICTURES GERMANY Ghostbusters Sandra Hüller spielt umwerfend, Peter Simonischek ist klasse, der Film drei Stunden lang, aber das merkt man nicht, weil die Geschichte einen einsaugt. So könnte man "Toni Erd- mann" kurz zusammenfassen. Sie ist seine Tochter, sachlich-nüchterne Unternehmensbera- terin, er einer von der Sorte Alt-68er, trocken-humorig, stets das künstliche Übergebiss in der Hemdtasche, um Leute zu verwirren. Sie nimmt sich selten Zeit für die Familie, also bricht der Vater einfach auf, um sie in Rumänien zu besuchen, wo sie beflissen Firmen zu optimieren versucht - wohl wissend, dass sie eine Frau in einer Männerdomäne ist. Unan- gemeldet kommt der Vater, was der Tochter nicht behagt. Aber sie schleppt ihn mit zu Emp- fängen, immer kühl distanziert. Er verwandelt sich einfach in Toni Erdmann, ist angeblich auch ein Businessman. Sie geraten immer mehr aneinander, was sie jedoch einander näher bringt. Wunderbar, wie ein Warmherziger die kalte Welt aufmischt. BILD: KOMPLIZEN FILM/NFP* Toni Erdmann filmtipp des monats BLITZ! WORT:CAROLAKINZEL

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