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BLITZ-07-2016-HALLE

BLITZ!4 Satire AOK Sachsen-Anhalt Zu Besuch beim Bauern Ein ereignisreicher Tag auf dem Bauernhof ist für Kinder ein großes Erlebnis. Und wenn sie dann auch noch entdecken, wie die Milch produziert wird und wo das Brot seinen Ursprung hat, lohnt der Ausflug mehrfach. Aus diesem Grund startete die AOK in Sachsen-Anhalt neue Programme zur gesunden Ernährung und wird gemeinsam mit dem Landfrauen- und dem Bauernverband in den kommenden drei Jahren 360 Hofführungen organisieren. "Die Kinder können kosten, was an- gebaut und produziert wird, erleben die Betriebsabläufe, dürfen die Tiere im Stall besuchen oder vielleicht auch mal auf dem Traktor mitfahren", erklärt Gerriet Schröder, Leiter Prävention der AOK Sachsen-Anhalt das Projekt Bauernpaten, das sich an die Grundschulen im Bundesland richtet. Das gesunde Frühstück ist ein zweites Projekt, welches in rund 600 Kitas gemeinsam mit den Kindern zubereitet werden soll. Interessierte Grundschulen und Kitas melden sich bei Katharina Winkler, (0391) 7318940 oder unter katharina.winkler@lfv-sachsenanhalt.de. WORT: THOMAS LEIBE / BILD: ANDREAS LANDER (AOK) Kletterwald Schwindelfrei Nachts im Wald Im Kletterwald Schwindelfrei am Heidesee werden täglich Adrenalin produziert und Endorphine ausgeschüttet. Für Wagemutige gibt es jeden letzten Samstag im Monat eine besondere Attraktion - Nachtklettern. Am 30. Juli, am 27. August und am 24. September ist jeder eingeladen, die mystisch illuminierten Kletterparcours im Mondschein zu ersteigen, mit der Seilrutsche von Baumwipfel zu Baumwipfel schweben oder über wackelige Hängebrücken balancieren. Das alles wird im Dunkeln zu einem völlig neuen Erlebnis. Die hohen Wipfel sind des Nachts kaum zuerkennen,diePodesteandenBäumenwerdenmitLED-Leuchtenatmosphärisch angestrahlt und die Seile, die die Kletterer sichern, leuchten in verschiedenen Farben. Mitklettern kann jeder, der über 1,40 Meter groß ist, Minderjährige dürfen nur in Begleitung Erwachsener auf die Bäume. Das Nachtkletterticket kostet 30 Euro pro Person, dafür kann zwei Stunden lang nach Lust und Laune geklettert werden. Meldet Euch gleich an. Reservierung und Infos unter www.kletterwald-schwindelfrei.de WORT: TL / BILD: SCHWINDELFREI Johann Janus' Kolumne Mission 5: Nutria-Rechte "Janus, guck mal, sie kann schon Männchen machen!", ruft Torben begeistert zu mir herüber. Er hält eine Karotte in der Hand, hoch ausgereckt, vor ihm hoppelt ein Nutria auf den Hinterbeinen, sich verzweifelt nach oben reckend. "Sei nicht so gemein, gib ihr die Möhre!", werfe ich zurück und bewege mei- nen Läufer auf dem Schachbrett vor. "Und tu nicht so, als ob sie jetzt die in- telligenteste aller Nutrias wäre." Torben grummelt etwas in seinen gestutzten Bart und lässt das Gemüse zu seinem Lieblingsnutria herunterfallen. Sie schnappt es sich und knabbert zufrieden daran herum. Wir sitzen natürlich nicht zum reinen Vergnügen auf der sonnigen Würfel- wiese, trinken Sterni und bespaßen Nutrias. Ist ja nicht so, als ob wir nicht Wichtigeres zu tun hätten. Wir sind auf der letzten Mission zur Repopulari- sierung Halles, um den Vorsprung Magdeburgs endgültig wieder aufzuho- len. Nachdem unsere diversen Versuche der letzten Monate tendenziell als gescheitert betrachtet werden dürften, haben wir nun beschlossen, die An- erkennung der Nutria-Rechte voranzubringen, bis wir sie eines Tages als of- fizielle Einwohner Halles mitzählen lassen dürfen. Da kann Magdeburg nicht so schnell aufholen, in einer Hinsicht sind die Nager nämlich definitiv schlauer als Menschen: Sie siedeln nicht in Magdeburg. Außerdem kriegen sie zweimal im Jahr Kinder und werden anders als die menschlichen Ein- wohner Halles eher mehr als weniger. "Aber Nutrias, das sind doch nur ein paar dumme Wasserratten, die sind dreckig und klauen einem das Picknick", hatte ein konservativer Stadtange- stellter auf unsere erste Anfrage geantwortet. Das halten wir natürlich für ein furchtbares Vorurteil, begründet in der üblichen Angst vor neuen Mitbürgern, UnwissenundantinutristischerPropaganda.Deshalbverbringenwirjetztmehr- mals täglich Zeit mit unseren Mit-Hallensern und laden Freunde zum gemein- samen Picknick ein, um die allgemeine Akzeptanz zum Umschwung zu brin- gen. Die beste Möglichkeit für Toleranz ist schließlich schon immer gewesen, sichbesserkennenzulernen.Schade,dassdassovieleLeutenochnichtsowirk- lich begriffen haben. Aber wir stellen einen dezenten, wahrnehmbaren Wan- del fest: Zu unserem wöchentlichen Nutria-Picknick kommen regelmäßig mehr Menschen (und Nutrias), und das einst als Delikatesse gefeierte Nutriafleisch ist in gewissen Kreisen bereits genauso verpönt wie Nutrianerzschals. Inzwischen ist aus unserem ursprünglichen Ziel, die Population Halles wieder über jene Magdeburgs zu heben, längst ein Herzensanliegen geworden. Sollten diese klugen kleinen Nager nicht die gleichen Rechte haben wie wir? So mancher mag einwenden, dass wir damit die Menschenrechte relativier- ten, aber wir verlangen ja nicht, dass man irgendeinen Menschen dafür schlechter behandle. Übertreibt Torben ein wenig, wenn er seinem Lieblings- nutria eine vegane Geburtstagstorte backt? Schießen wir übers Ziel hinaus, wenn wir bei Corax eine auf die Interesse von Nutria angepasste Sendung beantragen? Ja, vielleicht. Aber das schadet ja niemandem. "Johann, glaubst du tatsächlich, dass sie sie eines Tages anerkennen wer- den?", fragt Torben und beobachtet uns beim Schachspiel. "Ich hoffe doch. Schließlich birgt das Zusammenspielen aus Mensch und Nutria so viele Ge- winne für beide Seiten", bestätige ich und schlage Goldies Dame. Goldie regt sich wild gestikulierend auf. "Ach komm, Goldie, die hast du mir doch geradezu präsentiert!", rufe ich, aber Goldie quiekt, wirft das Schachbrett um und hüpft zurück in die Saale. Ich seufze. "Wenn sie nur nicht so furcht- bar schlechte Verlierer wären." WORT: JESKO HABERT / BILD: SABINE KIRCHNER

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