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BLITZ-07-2016-DRESDEN

25 Reise Krakau Crazy Trabi Tour Annonay Der Traum vom Fliegen Der Zweitakter heult auf wie eine Kreissäge und schon holpert der froschgrüne Trabant über das Kopf- steinpflaster der Krakauer Altstadt. Mühelos bedient Ida die knuffige Handschaltung am Lenkrad. Die Crazy Tour verspricht zweieinhalb Stunden Spaß in einem "kultigen DDR-Trabant". Unser Ziel ist Nowa Huta, eine sozialistische Planstadt öst- lich von Krakau. Der städtebauliche Entwurf von 1949 nahm sich eine Renaissancestadt zum Vorbild. Die Fassaden folgten dem Neoklassizis- mus. 450 Millionen Dollar brachten die Bruderländer für das damals größte Stahlkombinat der Welt auf. Breite Magistralen führen zum zen- tralen Platz, der damals Stalins und heute Ronald Reagans Namen trägt. "Die Feinde unserer Feinde sind un- sere Freunde", meint Ida zweideutig. Anfangs führte Nowa Huta den Bei- namen "Weiße Stadt", doch alsbald verfärbten die Abgase des giganti- schenStahlwerkesdiehellenFassaden in ein tristes Grau. Wir steigen die Treppen eines Wohnblocks hinauf und erreichen eine Wohnung mit dem Mobiliar der 60er Jahre. Von der Wohnzimmercouch aus sehen wir im Schwarzweiß-Fernseher einen Jubelfilm der Anfangsjahre. Unser Guide berichtet überraschend differenziert über Leben, Träume und Sorgen der Bewohner in der "kommu- nistischen" Epoche. Der Volksmund taufte den Eingang zum Stahlwerk wegen seiner prachtvollen Fassaden "Vatikan". Wir drehen auf dem ver- waisten Vorplatz zum Abschluss selbst eine Runde mit dem Trabi. Crazy! www.crazyguides.com L'Artdel'Envol,einekleineWerkstattin Annonay. Mit geübten Händen ver- bindet Mercedes die Bahnen aus Papier und Leinen zu einem runden Ballon. So ungefähr muss die Mont- golfière ausgesehen haben, die sich am 4. Juni 1783 vom Marktplatz von Annonay in die Lüfte erhob. Niemals zuvor war der ewige Traum des Menschen, sich wie ein Vogel in die Lüftezuerheben,gelungen.JedesJahr im Juni schlüpfen die Menschen in der Kleinstadt in der Ardèche in pracht- volle Gewänder des 18. Jahrhunderts und verfolgen die Neuauflage des Spektakels. Nach Einschätzung der Brüder Joseph und Jacques Mont- golfier war es der Rauch, der den Ballon in die Lüfte erheben würde. Auch beim Balloon Festival von 2016 verbrennen die Ballonfahrer viel feuchtesStroh.Undsieheda:Langsam belebtsichdervonMercedesgenähte große Sack, formt sich vor den Augen der begeisterten Zuschauer zu einem Ballon und fliegt … Was Wunder, dass die Zahl der Ballonbegeisterten am Geburtsort der Montgolfière groß ist!? Am frühen Morgen, da ist die beste Ther- mik, treffen wir vor dem Château de Déomas auf Mercedes und ihre ballonverrückten Freunde. Nach am Vorabend waren heftige Regenfälle niedergegangen, und doch hatte der Veranstalter zwölf Stunden vor dem Start "Grünes Licht" gegeben. Je nach Größe von Ballon und Gon- del sind für eine Mitfahrt zwischen 150 und 180 Euro zu berappen. Im Schein der aufgehenden Sonne er- leben wir dafür eine Luftfahrt an der Stelle, an der 1783 alles begann. www.ardechegrandair.com BLITZ! WORTUNDBILD:UWESCHIEFERDECKER Städtereisen (Teil 7) Mit Trabi und Ballon Es muss ja nicht unbedingt die Stretchlimousine sein. BLITZ! stellt zwei ausgefallene Fahrzeuge vor, mit denen sich spannende Orte bei unseren französischen und polnischen Nachbarn sehr authentisch erleben lassen. Kontakte mit den Einheimischen sind dabei garantiert!

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