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BLITZ-07-2016-CHEMNITZ

26 Reisen Die Franche-Comté, wo liegt die überhaupt? Zwischen den Vogesen und dem Genfer See, zwischen dem Bur-gund und der Schweiz. Unser alter Baedeker erwähnt sie gar nicht bzw. indirekt unter dem Stichwort Jura. Das Jura jedoch ist nur einer von vier Teilen der Franche-Comté. Die anderen heißen Doubs, Haute- Saône und Territoire de Belfort. Für die meisten Urlauber und sicher auch Franzosen befindet sich all das relativ unprominent am Rand. Ty- pisch für die Gegend scheinen aus- gedehnte Wälder, klargrüne Flüsse und kleinere Städte zu sein sowie die glockenförmigen, meist buntge- deckten Dächer der Kirchtürme. Selbst die Hauptstadt Besançon - wir hatten sie in den Vorjahren besucht - wirkt einigermaßen beschaulich. Diesmal begannen wir in L'Isle-sur-le- Doubs, einer Gemeinde, die einst auf einer Insel im Fluss Doubs ent- standen war und sich im Laufe der Jahrhunderte auch auf die beiden anderen Flussufer ausgebreitet hat. Am zusätzlich vorhandenen Rhein- Rhône-Kanal führen ein Deutscher und eine Schweizerin ein gemütli- ches Bed & Breakfast, einen Zelt- platz direkt am Doubs gibt es eben- falls. Wegen der hochsommerlichen Hitze fahren wir am nächsten Tag in die Berge, an den Lac Saint-Point, einen schönen, nicht allzu überlaufenen See in 900 Metern Höhe, und zelten im Badeort Malbuisson. Hier ist es kühler, wir fühlen uns wohl. In der Nähe entspringt u.a. der Doubs, die freundlichen Vermieter aus L'Isle-sur- le-Doubs hatten uns außerdem einen Besuch der ehemals königlichen Sa- line von Arc-et-Senans empfohlen. Dort treffen wir Peter, einen Deut- schen im Dienste des Saline-Mu- seums, und reden mit ihm über Bad Dürrenberg und Bad Kösen, wie Arc-et-Senans Stätten der Salzge- winnung im 18. Jahrhundert. Die Sa- line Royale ist Ausflugsziel für min- destens einen halben Tag, ihre Hauptattraktion die halbkreisförmig- repräsentative Anlage des Architek- ten Claude Nicolas Ledoux (1736- 1806), dessen Entwürfe zum Teil heute noch utopisch wirken. In der Saline, ebenso auf den Zelt- plätzen und in den Touristenbüros er- halten wir gutes Informationsmate- rial; so gut, dass es uns in der Ge- gend hält, einfach weil wir immer wie- der neue nahe Ziele entdecken, wie das malerische Dorf Nans-sous- Sainte-Anne mit der Lison-Quelle und der Taillanderie, einer wasser- mühlenbetriebenen Schmiede land- wirtschaftlicher Werkzeuge. Es sieht aus wie vor hundert Jahren. Aus Ornans wiederum stammt der Maler Gustave Courbet (1819- 1877), dessen "Steinklopfer" wir in unserer Kindheit im Fach Kunsterzie- hung behandelt hatten und dessen berühmtes Gemälde "Der Ursprung der Welt" - es hängt in Paris - eher Männern als Frauen gefällt. Courbet gefielen u.a. die Farben der gemäch- lich durch Ornans fließenden Loue. Das Museum zu seinem Gedächtnis steht am Ufer und wird stark bewacht - in jedem Raum eine Aufsicht. Schließlich besuchen wir Dole, die alte Hauptstadt der Franche-Comté (von 1422 bis 1676/78) und der Geburtsort von Louis Pasteur (1822- 1895). Auf beide Fakten ist man hier stolz, auch wenn der Rang einer Ka- pitale an Besançon abgegeben wer- den musste und sich der Gerbersohn Pasteur bereits im Kindesalter nach Arbois verabschiedete. Dole wirkt immer noch majestätisch, vom Bootshafen aus regelrecht post- kartenschön. Der große Camping- platz befindet sich unweit des Zen- trums auf einer Insel; von einer nicht mehr von der Eisenbahn genutzten Brücke dahinter springt die Jugend in den Doubs. Im Stadtpark hat man einen Wasserfall angelegt und die Kirche Notre-Dame überragt alles. Am Gerberkanal (mit Pasteur-Haus) sitzen wir im Schatten vorm Café Charles und lassen die Gesamtheit auf uns wirken. Von den drei "Hauptstädten" des Weins, Käses bzw. Salzes gefiel uns Arbois am besten - die anderen bei- den sind Poligny und Salins-les-Bains. Arbois liegt inmitten von Weinbergen; vom zentralen, effektvoll mit Girlan- dengeschmücktenPlatzaus(Placede la liberté) kann man die Rebstöcke er- kennen. Der wuchtige Kirchturm erin- nert an den von Dole, und es gibt eine weitere Gemeinsamkeit: Louis Past- eur. Dort wurde er geboren, hier wuchs er auf und verbrachte er jedes Jahr seine Ferien. Beide Städte verfü- gen über jeweils ein Pasteur-Museum. Durch Arbois fließt die Cuisance, und an die schmiegt sich der Weingarten des Bistrots de la Tournelle (Biergar- ten wäre hier die falsche Bezeich- Zweimal schon sind wir durch diese Region hindurchgefahren, einmal waren wir auf dem Weg in das Burgund, das andere Mal in die Auvergne unterwegs gewesen. Diesmal verbrachten wir unseren Urlaub in der Franche-Comté. In der Franche-Comté Bei Courbet und Pasteur BLITZ! Ausgedehnte Wälder, klargrüne Flüsse und kleinere Städte

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