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BLITZ-06-2016-CHEMNITZ

6 Magazin Und eigentlich ist es ihnen auch egal, worauf und für wen sie spielen. Sie haben das Klischee vom dummen Rocker erfunden und leben auch noch danach. Mugger sind peinlich. Musi- ker haben mit Muggern nicht das Ge- ringste gemein. Wenn sie ihr Instru- ment spielen, ist es immer ein großarti- ger Moment für jeden von ihnen, und für jeden, der ihnen zuhört, auch. Die Jungs von Smashed Bricks gehören eindeutig zur Kategorie 2. Auf ihren Konzerten musizieren sie mit einer Be- geisterung, die sich sofort auf das Pu- blikum überträgt - ich weiß, wovon ich rede, ich war schon dabei. Smashed Bricks sind Musiker, keine Frage. Die Band kommt aus der Region Chemnitz und besteht aus dem Bass- gitarristen Nils Nagel, dem E-Gitarri- sten Friedrich Winkler, dem Schlag- zeuger Jonas Meier und dem Sänger und Westerngitarristen Maximilian Sohre, der auch ein guter Keyboar- der ist. Friedrich hat die Band 2012 gegründet und nach den unvermeidli- chen Umbesetzungen (zwischenzeit- lich gab es sogar eine Sängerin, aber eine Rockband funktioniert meiner An- sicht nach ohne Mädchen sowieso besser), besteht die Besetzung seit 2014 unverändert. Als Vorbilder nennt die Gruppe die Red Hot Chili Peppers, Feine Sahne Fischfilet, Kraft- klub oder Farin Urlaub, und wenn sie in ihrem Konzertprogramm auch ei- nige Songs ihrer Idole covern, so ver- fügen sie über genug musikalisches Potenzial, diese nach und nach durch eigene Stücke zu ersetzen. Beweise dafür gibt es eine ganze Menge. Der erste Platz beim L.-O.-Go!-Bandcon- test 2014 zum Beispiel, der mit der Aufnahme von vier Songs in einem professionellen Studio belohnt wurde, die auf dem "L.O. Heroes"-Sampler zufindensind.AuchausderVorrunde des Wanted-Bandcontests sind Sma- shed Bricks als Sieger hervorgegan- gen und 2016 waren sie wieder im Studio und haben zwei Songs aufge- nommen, die im Internet herunterge- laden werden können. Kurios ist, dass sie wie seinerzeit Johnny Cash auf einen Auftritt im Knast, in der JSA Regis-Breitingen, ver- weisen können. Ohne Frage haben dievierMusikerimAltervon19bis24 Jahren schon eine ganze Menge er- reicht. Das Ziel der Band ist, dem- nächst ein komplettes Album aufzu- nehmen, ein bisschen Geld zu verdie- nen, hauptsächlich aber andere Men- schen zu begeistern und selbst viel Spaß beim Musikmachen zu haben. Wer Smashed Bricks demnächst ein- mal live sehen möchte, kann das am 18. Juni im Hohenstein-Ernstthaler Ju- gendhaus "Off is", am 24. Juni in Glauchau zum Stadtfest, und von 2. bis 4. September beim Tag der Sach- sen in Limbach-Oberfrohna. soundcloud.com/smashedbricksofficial WORT: LOTHAR BECKER / BILD: SB Smashed Bricks Eindeutig Musiker Auf dieser Welt gibt es zwei Kategorien von Leuten, die Musik machen: Mugger und Musiker. Den Muggern ist es egal, was sie spielen. BLITZ! Im Eigenverlag hat Stephan Dett- meyer jüngst ein Büchlein auf den li- terarischen Gabentisch gelegt, in dem er selbstverfassten Geistesblit- zen aus den vergangenen 20 Jahren zu neuerlichem Einschlag verhilft. Zu- sätzlich griff er dabei zur Kamera, um dem Band doppelb(l)ödige Schnapp- schüsse beizufügen, die ihn auch in diesem Metier als Scharfschützen ausweisen. Als entspannende Lektüre nach einem sonnendurchfluteten Ur- laubstag ist diese Lektüre ebenso ge- eignet, wie sie andererseits dem win- terlichen Kamin mit kabarettistischem Feuer auf die Sprünge hilft. Dabei geht der Autor ohne Heim- tücke ans Werk, spürt allzu Mensch- lichem mit detektivischer Lust nach, bleibt einem Satireverständnis treu, das weniger anklagt als hinterfragt. Mitunter hüllen die Verse sattsam Be- kanntes von Otto Reutter, Bertolt Brecht oder gar Drafi Deutscher in ein kleidsames neues Gewand. Manche Passagen bestätigen auf ihre Art den gewählten Titel, indem sie verdeutli- chen, wie heimtückisch die Suche nach dem entsprechenden Reim ge- legentlich verlaufen kann. Wer nun fragt, wer Stephan Dett- meyer eigentlich sei, wird ohne Zweifel verständnisinnig lächeln, wenn wir ihm verkünden, dass das alter ego dieses Mannes den Namen Eduard Sachsenmeyer trägt und schon zu DDR-Zeiten (anfangs allerdings nicht unter diesem Namen) so manche Kabarettba- stion des Landes erklomm. Dabei hatte der gebürtige Chemnitzer sein Herz ursprünglich den Naturwissen- schaften geschenkt und deshalb in Leipzig ein Studium der Geophysik aufgenommen. Leipzig bescherte ihm allerdings auch eine Art Damas- kuserlebnis, weil es bei dem Studio- sus mit seinem reichen Kulturleben "Herzklopfen kostenlos" auslöste. Als probates Gegenmittel kam da nur der Griff zur eigenen Feder in- frage. So landete er schließlich nach Stationen im Amateurkabarett, am Leipziger Literaturinstitut und einem Philosophiestudium selbst als freischaffender Autor und Akteur auf der Brettl-Bühne. Der "Philosoph im Arbeitskittel", der Hausmeister von nebenan, der mit Witz und frecher Schnauze den Mitmenschen auf's Maul und in die verborgenen Ab- gründe ihrer Seele schaut, galt fortan als Markenzeichen für sächsi- schen Humor, der Regionen unter- halb der Gürtellinie scheut. Unterdessen hat er eine neue Spiel- stätte ins Visier genommen. Sturmer- probt will er ab September auf dem Oberdeck (Dach) der Chemnitzer Möbelgalerie Tuffner als Spaßlotse gastieren. Wir wünschen: Allzeit gute Fahrt! www.sachsenmeyer-kabarett.de WORT UND BILD: JOACHIM WEISE Stephan Dettmeyer Ohne Heimtücke Ohne Heimtücke, stattdessen präsentiert Stephan Dettmeyer "REIMtückisches". Und er nimmt eine neue Spielstätte ins Visier ...

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